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Unspezifische Immunreaktion

Synonym: unspezifische Immunantwort, unspezifische Immunabwehr, unspezifisches Immunsystem, angeborene Immunreaktion
Englisch: non-specific immune-system, innate immunity

1 Definition

Als unspezifische Immunreaktion ist Teil des körpereigenen Immunsystems, der von Geburt an vorhanden ist. Sie setzt ein, sobald der Körper auf Pathogene trifft und umfasst physikalische und chemische Barrieren sowie lösliche Stoffe und Immunzellen.

2 Hintergrund

Die unspezifische Immunreaktion basiert auf einem phylogenetisch sehr alten System der Abwehrmechanismen, welches man bei fast allen vielzelligen Organismen wiederfindet. Der phylogenetisch jüngere Anteil der Immunabwehr, das erworbene Immunsystem, basiert hingehen auf einer spezifischen Erkennung von Antigenen durch T- und B-Lymphozyten über klonale Rezeptoren. Die beiden Systeme interagieren zusammen und bedingen sich gegenseitig.

3 Barrierefunktionen

3.1 ...der Haut

3.2 ...des Respirationstrakts

3.3 ...des Magen-Darm-Trakts

4 Zelluläre Mechanismen

Die Zellen des unspezifischen Immunsystems erkennen evolutionär konservierte Strukturen der Erreger, sogenannte Pathogen Associated Molecular Patterns (PAMPs), über spezielle keimbahnkodierte Rezeptoren, den Pattern-Recognition-Rezeptors (PRRs). Sie unterscheiden dabei zwischen „fremd“ und „körpereigen“. Beispiele für PAMPs sind Lipopolysaccharide (LPS) oder bakterielle DNA. Zu den PRRs gehören u.a. Toll-like-, Scavenger- und NOD-like-Rezeptoren. Letztere erkennen intrazelluläre Erreger und induzieren das Inflammasom. Mutationen von Proteinen des Inflammasoms sind die Ursache von autoinflammatorischen Syndromen wie z.B. das Familiäre Mittelmeerfieber, das Hyperimmunglobulin-D-Syndrom oder das Muckle-Wells-Syndrom.

Die Stärke der Immunantwort wird durch einen zuvor stattgefundenen Kontakt von PPRs mit bestimmtem PAMPs epigenetisch moduliert, sodass bei einem nächsten Kontakt eine effektivere Immunantwort erfolgt (trained immunity).

4.1 Neutrophile Granulozyten

4.2 Eosinophile und basophile Granulozyten

4.3 Mononukleäres Phagozytensystem (MPS)

4.4 Natürliche Killerzellen (NK-Zellen)

4.5 Mastzellen

  • Regulieren Entzündungen und die Parasitenabwehr
  • Spielen pathophysiologisch die entscheidende Rolle bei allergischen Reaktionen

4.6 Dendritische Zellen

  • Entscheidende Rolle in der Verbindung zwischen unspezifischer und spezifischer Immunreaktion
  • Aufnahme von Antigenen, Migration in die sekundär lymphatische Organe, wo sie Antigene naiven Lymphozyten präsentieren, um diese dadurch zu primen
  • Diese Reifung bewirkt eine Entwicklung von naiven Lymphozyten zu reifen Effektorzellen

5 Das MHC-System

Der Major Histocompatibility Complex (MHC) ist eine Gruppe von Glykoproteinen, die das Immunsystem unter anderem nutzt, um "fremd" von "körpereigen" zu differenzieren.

6 Humorale Mechanismen

Humorale Faktoren des unspezifischen Immunsystems sind im Blut zirkulierende Proteine, die der direkten Abwehr von Pathogenen sowie der Einleitung der spezifischen Immunreaktion dienen.

7 Erkrankungen des angeborenen Immunsystems

siehe:

8 Literatur

  • Suttorp N et al., Harrisons Innere Medizin. 19. Auflage. Berlin. ABW Wissenschaftsverlag; 2016
  • Blum H et al., Klinische Pathophysiologie. 10. Auflage. Stuttgart. Thieme; 2018

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