Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Euer Flexikon-Team

Eisenmangelanämie

Synonyme: Anaemia oligosideraemica, sideropenische Anämie
Englisch: iron deficiency anemia

1 Definition

Die Eisenmangelanämie ist eine Störung des blutbildenden Systems, bei der es aufgrund einer manifesten Verminderung des physiologischen Eisenspiegels (Eisenmangel) zu vermindert Konzentration an Hämoglobin (Anämie) kommt.

Von der typischen Eisenmangelanämie ist die Verwertungsstörung des aufgenommenen Eisens in Form einer sideroachrestischen Anämie abzugrenzen.

siehe auch: Eisenstoffwechsel

2 Epidemiologie

Die Eisenmangelanämie ist die häufigste Anämieform. Die überwiegende Mehrheit (ca. 80%) der Patienten sind Frauen (Mehrbedarf durch Menstruation, Gravidität und Laktation). In Europa leiden etwa 10% der Frauen im gebährfähigen Alter unter einer Eisenmangelanämie, in Entwicklungsländern nach Schätzungen mehr als 50%.

3 Ursachen

Die häufigste Ursache für Eisenmangelanämien ist der Eisenverlust durch chronische Blutungen. Als Blutungsquellen kommen unter anderem in Frage:

Als weitere, in Industrieländern seltenere Ursachen lassen sich eine mangelhafte Eisenzufuhr mit der Ernährung (z.B. bei bestimmten Formen des Vegetarismus) oder eine verminderte beziehungsweise gestörte Eisenresorption (beispielsweise bei Enteropathien) identifizieren. Darüber hinaus kann auch ein gesteigerter Eisenbedarf (z.B. bei Gravidität oder in der Stillzeit) einen relativen Eisenmangel erzeugen.

Bei anderen Anämieformen wie der renalen Anämie und der Anämie bei chronischer Erkrankung kann zusätzlich ein Eisenmangel vorliegen.

4 Symptome

Die Eisenmangelanämie zeigt ein relativ charakteristisches Symptommuster. Die Krankheitsanzeichen lassen sich dabei grob in zwei Gruppen einteilen:

4.1 Allgemeinsymptome

4.2 Haut- und Schleimhautsymptome

4.2.1 Haut

4.2.2 Hautanhangsgebilde

4.2.3 Mundschleimhaut

4.3 Unspezifische psychische oder neurologische Störungen

5 Diagnostik

5.1 Klinische Untersuchung

5.2 Labor

Die Eisenmangelanämie zeigt die typischen Laborbefunde einer Anämie:

Außerdem ist häufig eine sekundäre Thrombozytose zu beobachten.

5.2.1 Blutbild

Im Blutbild zeigt sich die typische mikrozytäre, hypochrome Anämie; MCV und MCH sind vermindert. Dies ist für die Diagnose oft schon ausreichend. Als weitere Befunde finden sich:

Im Erythrozytogramm zeigt sich eine typische Verschiebung der Erythrozytenpopulation nach unten links.

5.2.2 Klinische Chemie

Die Laborparameter des Eisenstoffwechsels zeigen folgendes Muster:

5.3 Ursachendiagnostik

Deutlich schwieriger als die Feststellung der Eisenmangelanämie selbst kann die Lokalisation der in Frage kommenden Ursache sein. Sie konzentriert sich zunächst auf den Ausschluss möglicher Blutungsquellen und schließt u.a. die Untersuchung des Magen-Darm-Trakts (Blut im Stuhl) und des Urogenitaltrakts ein. Bei jungen Frauen ist an eine Hypermenorrhoe zu denken. Zum Ausschluß einer gestörten Eisenaufnahme kann ein Eisenresorptionstest durchgeführt werden.

6 Therapie

Die Kausaltherapie umfasst die Beseitigung der Blutungsursache. Symptomatisch erfolgt die Eisensupplementation, in der Regel per os, in Ausnahmefällen parenteral.

Dosierungsbeispiele:

  • Oral: 200 mg Fe (II)/Tag, verteilt auf 2 Tagesdosen z.B. in Form von Eisendragees
  • Parenteral: Nur dreiwertiges Eisen als Infusion bis 1.000 mg (1 x/Woche)

Durch neuere Eisenpräparate (Eisencarboxymaltose) ist die parenterale Eisengabe heute sehr viel besser verträglich.

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