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Thrombophlebitis

Synonym: Venenentzündung
Englisch: thrombophlebitis, vein inflammation

1 Definition

Die Thrombophlebitis ist eine Entzündung oberflächlich gelegener (epifaszialer) Venen mit sekundärer Ausbildung von Thrombosen.

2 Ätiologie

Die führenden Ursachen für die Entstehung einer Thrombophlebitis sind am Bein die Varikosis und am Arm die infizierte Venenverweilkanüle bzw. die Infusion venenreizender Medikamente.

Seltenere Ursachen sind das Anfangsstadium einer Thrombangitis obliterans und der Morbus Mondor.

3 Lokalisation

Am Bein sind Thrombophlebitiden häufig in der Vena saphena magna oder parva bzw. deren Seitenästen lokalisiert. Am Arm sind die Lokalisationen wechselnd, meistens ausgehend von einer Venenverweilkanüle.

4 Symptomatik

Es kommt zu klassischen Entzündungszeichen (Rötung, Schmerz), jedoch ist eine Schwellung im Rahmen einer Thrombophlebitis rein oberflächlich. Es kommt in der Regel zur Ausbildung eines tastbaren, harten Stranges im Verlauf der Vene, nicht aber zu einer nennenswerten Störung des venösen Abflusses, da dieser zum größten Teil über die tiefen Venen erfolgt.

4.1 Komplikationen

Bei Vorliegen einer Thrombophlebitis und gleichzeitiger Insuffizienz der Perforansvenen wird die Ausweitung der Thrombophlebitis zur Phlebothrombose der tiefen Venen begünstigt. Insbesondere bei Lokalisation in der Vena saphena magna besteht diese Gefahr (Ausbreitung z.B. über Hiatus saphenus).

Bei unhygienischen Bedingungen und weiteren begünstigenden Faktoren kann es zu einer bakteriellen Infektion der betroffenen Vene kommen. Dadurch kann im schlimmsten Fall ein Abszess entstehen.

5 Therapie

Die Therapie einer Phlebothrombose richtet sich nach Schweregrad und Ausmaß der Komplikationen. Meistens helfen das Entfernen von Kanülen und Kathetern und hygienische bzw. pflegende Maßnahmen (z.B. antiseptische Umschläge).

Bei Thrombophlebitiden der Beine, insbesondere bei anatomischer Nähe zum tiefen Venensystem, sollten die Patienten auf jeden Fall mobil gehalten werden. Dies ist der beste Schutz vor einer Ausweitung des Thrombus durch Apposition. Breitet sich die Thrombophlebitis bedrohlich aus, sollte rechtzeitig eine Therapie mit geeigneten Antikoagulantien (z.B. Heparin, Fondaparinux) in Erwägung gezogen werden.

Schmerzen lassen sich durch Anwendung von kühlenden Verbänden beherrschen, nur selten werden Analgetika, dann am ehesten NSAR, benötigt.

siehe auch: Phlebitis saltans

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