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Hepcidin

Englisch: hepcidin

1 Definition

Das Protein Hepcidin spielt eine zentrale Rolle im Eisenstoffwechsel. Es hemmt den Eisentransporter Ferroportin und dadurch sowohl die Eisenresorption im Darm als auch die Eisenfreisetzung aus dem Retikuloendothelialen System (RES).

2 Physiologie

Hepcidin wird hauptsächlich in der Leber produziert. Über mehrere Vorstufen entsteht das biologisch aktive Hepcidin, ein kleines Peptid aus 25 Aminosäuren. Eisenaufnahme und Entzündung erhöhen die Hepcidin-Produktion, während eine Steigerung der Erythropoese die Hepcidin-Produktion senkt. Die Bindung von Hepcidin an Ferroportin bewirkt, dass das Ferroportin beschleunigt abgebaut wird.

3 Klinik

3.1 Primärer Hepcidinmangel

Ein primärer Hepcidinmangel tritt aufgrund eines Defektes im codierenden Gen HAMP auf.

3.2 Sekundärer Hepcidinmangel

Ein sekundärer Hepcidinmangel ist die Folge von genetischen Defekten im Hepcidin selbst, oder kann durch eine Leberdysfunktion (z.B. Leberzirrhose) erworben sein.

Eine herabgesetzte Hepcidin-Aktivität im Rahmen einer genetisch bedingten Hämochromatose führt zu einer erhöhten Eisenresorption in den Enterozyten. Das überschüssig aufgenommene Eisen wird an Ferritin-Komplexe gebunden und gelangt so ins Blut. Anschließend wird es vom lysosomalen Kompartiment der Hepatozyten aufgenommen, wo es zu Hämosiderin umgebaut wird und so zur Zellschädigung führt.

3.3 Anämie

Im Rahmen von chronischen Entzündungen wird vermehrt Interleukin-6 sezerniert, was zu einer gesteigerten Freisetzung von Hepcidin in der Leber führt. Durch die von Hepcidin bewirkte Hemmung der enteralen Eisenaufnahme kann sich eine Eisenverteilungsstörung entwickeln, die sich als Anämie bei chronischer Erkrankung manifestiert.

Da Hepcidin bei Niereninsuffizienz ansteigt, wird vermutet, dass es auch bei der renalen Anämie eine Rolle spielt.

4 Literatur

Nemeth E, Ganz T: The Role of Hepcidin in Iron Metabolism Acta Haematol 2009;122:78–86 (frei zugänglich, abgerufen 20.04.2016)

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