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Interleukin-6

Abkürzung: IL-6
Synonyme: Interferon-β2, B-Zell-stimulierender Faktor, Leberzell-stimulierender Faktor
Englisch: interleukin 6

1 Definition

Interleukin-6 gehört zur Gruppe der proinflammatorischen Interleukine bzw. Zytokine und stellt eine Signalsubstanz des Immunsystems dar. Eine besonders wichtige Rolle kommt dem Interleukin-6 bei der angeborenen, unspezifischen Immunantwort zu. Des Weiteren stellt Interleukin-6 einen wichtigen Vermittler zwischen der unspezifischen und der spezifischen Immunreaktion in Bezug auf Entzündungsprozesse dar.

2 Genetische Kodierung & Synthese

Das IL-6 Gen kodiert für ein Makromolekül, bestehend aus 212 Aminosäuren. Nach der Proteinbiosynthese erfolgt eine Posttranslationale Modifikation, welche in einem Polypeptid aus 184 Aminosäuren resultiert. Anschließend erfolgt an den Aminosäuren der Positionen 73 und 172 eine Glykosylierung.

3 Produktionsorte

Die Synthese von IL-6 findet in einer Vielzahl von verschiedenen Zelltypen des Organismus statt. Produktionsorte sind vor allem:

Verstärkend auf die Biosynthese von IL-6 wirkt sich die Anwesenheit von Prostaglandin E2 aus.

4 Aktivierung

  • Einleitung der Synthese und Freisetzung von Interleukin-6 durch eine erfolgte Verbindung von Antigenen an Rezeptoren der angeborenen Immunität
  • wenige Stunden nach der Aktivierung steigen die Plasmawerte an IL-6 auf Werte über 1000 pg/ml an
  • mit einer Halbwertszeit von nur wenigen Sekunden normalisieren sich die IL-6-Werte nach erfolgter Immunreaktion wieder sehr schnell

5 Antigene

Als mögliche Antigene, die eine Synthese und Freisetzung von Interleukin-6 induzieren, kommen in Frage:

6 Molekulare Wirkungsweise

Es erfolgt eine Bindung von IL-6 an spezielle IL-6-Rezeptoren, die sich ausschließlich auf Hepatozyten und Leukozyten befinden. Dieser Rezeptor bewirkt eine intrazelluläre Signalweitergabe über das membranständige Glykoprotein gp130. Des Weiteren bindet sich das IL-6 fest an einen löslichen IL-6-Rezeptor mit dem Namen sIL-6R. Das Interleukin-6 geht mit diesem freien Rezeptor einen Bindungskomplex ein, der sich IL-6/sIL-6R-Komplex nennt. Dieser Komplex bindet anschließend ebenfalls an das Glykoprotein gp130, das an den Zellmembranen sehr vieler Zelltypen vorkommt.

Durch die Bindung kommt es zur Aktivierung von gp130. Dies bewirkt die Phosphorylierung einer Janus-aktivierten Kinase, was zur Aktivierung einiger für die Immunreaktion wichtigen Signalwege führt. Der aktivierte MAP-Kinase-Weg sowie der ebenfalls aktivierte JAK-STAT-Signalweg führen intrazellulär zur Transkription bestimmter, für die Immunantwort relevanter Zielgene.

Dieser Vorgang charakterisiert Interleukin-6 als Lymphozyten-stimulierender Faktor bzw. als Aktivator der Akute-Phase-Proteine.

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