Dengue-Virus
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LoslegenSynonyme: Denguevirus, Orthoflavivirus denguei
Englisch: dengue virus, DENV
Definition
Das Dengue-Virus ist ein einzelsträngiges RNA-Virus mit positiver Polarität aus der Familie der Flaviviridae. Es ist der Auslöser der Tropenkrankheit Denguefieber und befällt vorwiegend Menschen sowie andere Primaten.
Taxonomie
- Bereich: Riboviria
- Reich: Orthornavirae
- Phylum: Kitrinoviricota
- Klasse: Flasuviricetes
- Ordnung: Amarillovirales
- Familie: Flaviviridae
- Gattung: Orthoflavivirus
- Art: Orthoflavivirus denguei
- Gattung: Orthoflavivirus
- Familie: Flaviviridae
- Ordnung: Amarillovirales
- Klasse: Flasuviricetes
- Phylum: Kitrinoviricota
- Reich: Orthornavirae
Die Gattung wurde 2023 durch die ICTV von Flavivirus in Orthoflavivirus umbenannt. Die Art trägt seither den Binärnamen Orthoflavivirus denguei, der gebräuchliche Virusname „Dengue-Virus" bleibt unverändert.[1] Zur selben Gattung gehören u.a. auch die Erreger von FSME, Gelbfieber und West-Nil-Fieber.
Serotypen
Das Dengue-Virus existiert in vier Serotypen (DENV-1, DENV-2, DENV-3 und DENV-4), die sich jeweils in mehrere Genotypen untergliedern. Eine durchgemachte Infektion hinterlässt eine dauerhafte Immunität nur gegen den jeweiligen Serotyp. Eine Zweitinfektion mit einem anderen Serotyp erhöht das Risiko für schwere Verläufe.
siehe auch: Virustaxonomie
Morphologie
Typisch für das Genom von Vertretern der Flaviviridae ist eine einzelsträngige RNA mit positiver Polarität. Um dieses Erbgut befindet sich ein sphärisches Kapsid, mit dem die RNA eine Einheit bildet. Dieser Komplex wird als Nukleokapsid bezeichnet. Die Einzelstrang-RNA besitzt eine Länge von rund 11.000 Nukleotiden. Die Virusmembran umhüllt das Nukleokapsid und trägt die Strukturproteine M und E. Letzteres wirkt als Antigen.
Übertragung
Das Dengue-Virus wird durch den Stich infizierter Aedes-Mücken übertragen, vor allem durch Aedes aegypti und Aedes albopictus. Im urbanen Zyklus dient der Mensch als wesentlicher Amplifikationswirt. Daneben besteht ein sylvatischer Zyklus mit nichtmenschlichen Primaten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Beim Stich nimmt die Mücke das Virus mit dem Blut eines infizierten Wirts auf. In der Mücke vermehrt sich der Erreger und gelangt anschließend in deren Speicheldrüsen. Bei einem erneuten Stich wird das Virus über den Speichel auf den nächsten Wirt übertragen.
Klinik
Nach einer Inkubationszeit von etwa 4–10 Tagen verläuft ein Großteil der Infektionen asymptomatisch oder mild. Das klassische Denguefieber ist durch hohes Fieber, Kopf- und Retroorbitalschmerzen, ausgeprägte Glieder- und Muskelschmerzen sowie ein Exanthem gekennzeichnet. Nach der aktuellen WHO-Klassifikation wird zwischen Dengue ohne Warnzeichen, Dengue mit Warnzeichen und schwerem Dengue unterschieden. Schwere Verläufe gehen mit Plasmaleckage und Schock (Dengue-Schocksyndrom), schweren Blutungen oder Organbeteiligung einher und treten vermehrt bei Zweitinfektion mit einem heterologen Serotyp auf. Eine spezifische antivirale Therapie existiert derzeit (2026) nicht. Die Behandlung ist symptomatisch.
Prävention
Zur Prävention des Denguefiebers stehen zwei attenuierte Lebendimpfstoffe zur Verfügung.
- CYD-TDV (Dengvaxia®) ist aufgrund des erhöhten Risikos schwerer Dengue-Verläufe nach Erstinfektion nur für Personen mit serologisch nachgewiesener durchstandener Dengue-Virus-Infektion zugelassen.
- TAK-003 (Qdenga®) kann unabhängig vom Serostatus eingesetzt werden und ist in zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland, zur Impfung gegen eine Dengue-Virus-Infektion zugelassen.
Daneben bleiben Maßnahmen zur Expositionsprophylaxe, insbesondere der Schutz vor Mückenstichen und die Vektorkontrolle, zentrale Bestandteile der Prävention.
siehe Hauptartikel: Denguefieber
Quelle
- ↑ Postler TS, Kuhn JH et al. Renaming of the genus Flavivirus to Orthoflavivirus and extension of binomial species names within the family Flaviviridae. Arch Virol. 2023.