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Stechmücke

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Englisch: mosquito

1 Definition

Stechmücken, lateinisch Culicidae, sind eine Familie von Insekten, die zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera) gehören. Sie haben eine große medizinische Bedeutung als Krankheitsüberträger (Vektoren).

2 Vorkommen

Stechmücken sind weltweit verbreitet. Es sind mehr als 41 verschiedene Familien mit über 3.500 verschiedenen Stechmückenarten bekannt. Wichtige Unterfamilien sind die Anophelinae mit der Art "Anopheles" und die Culicinae, zu denen die wichtige Art "Aedes" gehört. Die Nahrungsgewohnheiten der Stechmücken sind sehr unterschiedlich. Viele Arten sind harmlos. Stechmückenarten, die sich von Blut ernähren, zählen zu den Ektoparasiten.

3 Lebenszyklus

Stechmücken haben 4 verschiedene Entwicklungsstadien in ihrem Lebenszyklus: Ei, Larve, Puppe und Imago - das ausgewachsene Insekt. Bei den meisten Arten legen die adulten Weibchen die Eier in stehenden Gewässern ab - einige in den Uferbereich, andere kleben sie an Wasserpflanzen. Abhängig von der Art und der jeweiligen Umgebung kann die Eiablage in Pfützen, Phytotelmen, künstlichen Wasserbehältern oder Seen erfolgen. Stechmücken können ihre Eier dabei nicht nur in Süßwasser ablegen, sondern auch in Brackwasser, dessen Salzgehalt bis zu einem Drittel des Salzwassers betragen kann.

Die ersten drei Entwicklunsgstadien - Ei, Larve und Puppe - sind aquatisch. Sie dauern in der Regel zusammen zwischen 5 und 14 Tagen - abhängig von der jeweiligen Art und der Temperatur. Stechmücken, die in Gegenden mit Jahreszeiten leben, in denen Fröste oder Trockenheit vorherrschen, können jedoch eine so genannte Diapause einlegen. Die Eier der Art Aedes können zum Beispiel eine wochenlange Trockenheit überstehen und treten erst dann wieder in den Entwicklungszyklus ein, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen.

Aus den Eiern schlüpfen die Larven. Sie ernähren sich von Algen, Bakterien und anderen Mikroorganismen im Oberflächenwasser und wachsen so lange, bis sie sich verpuppen können. Die Puppe nimmt keine Nahrung mehr auf, sondern treibt zum Atmen an der Wasseroberfläche. Aus ihr schlüpft schließlich die adulte Stechmücke, deren Lebenserwartung - abhängig u.a. von der Witterung - zwischen einer Woche und mehreren Monaten liegt.

4 Orientierung

Stechmücken greifen auf mehrere Sinne zurück, um ihren Wirt aufzuspüren. Bis zu einer Entfernung von 50 m sind sie in der Lage, ausgeatmetes Kohlendioxid und Duftstoffe im Schweiß eines Wirts zu registrieren. Die verschiedenen Arten fokussieren sich dabei wahrscheinlich auf die Wahrnehmung von Substanzen, die für ihren präferierten Wirt typisch sind. In mittleren Distanzen (5-15 m) orientieren sich Stechmücken visuell anhand der Bewegungen und der Umrisse des Wirts. Auf kurzer Distanz registrieren sie Infrarotstrahlung und können so gut durchblutete Hautareale erkennen.

5 Mückenstich

Mückenstiche sind Mikroverletzungen der Haut. Die weiblichen Stechmücken haben an ihre Wirte angepasste Mundwerkzeuge. In ihrer Gesamtheit bezeichnet man sie als Stechrüssel oder "Proboscis". Der außen sichtbare Teil des Stechrüssels ist das Labium (Unterlippe) - es umhüllt die anderen Mundwerkzeuge.

Stechmücken tasten die Haut mit ihrem Labium an verschiedenen Stellen ab, um eine geeignete Stichstelle zu finden. Als Sensoren dienen dabei wahrscheinlich an der Spitze des Labiums befindliche Geschmacksrezeptoren. Das Labium dient als Führungshilfe, wenn die Mücke den Stich setzt. Es wird aber nicht selbst in den Wirt eingeführt.

Neben dem Labium gibt es insgesamt sechs weitere Mundwerkzeuge:

  • 2 Mandibeln (Unterkiefer)
  • 2 Maxillen (Oberkiefer)
  • Hypophayrnx (Schlundrohr)
  • Labrum (Oberlippe)

Die Mandibeln und Maxillen sind die eigentlichen Stechwerkzeuge. Die Mandibeln laufen spitz zu, die Maxillen sind als flache, gezahnte "Klingen" ausgeformt. Um mit diesen Werkzeugen in die Haut einzudringen, bewegt die Stechmücke bewegt ihren Kopf vor und zurück. Der Hypopharynx und das Labrum folgen diesen Sägebewegungen. Über den Hypopharynx wird das Speicheldrüsensekret der Mücke, das gerinnungshemmende Peptide und Proteine enthält, in die Einstichstelle injiziert. In umgekehrter Richtung saugt die Mücke das gewonnene Blut über das Labrum ab.

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Fachgebiete: Biologie

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