Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Toxocariasis

1 Definition

Unter der Toxocariasis versteht man eine Infestation mit Toxocara canis oder Toxocara cati, den Spulwürmern von Hund und Katze.

2 Epidemiologie

Toxocara cati und Toxocara canis sind auf allen Kontinenten verbreitet. Serologische Untersuchungen konnten zeigen, dass jeder zehnte Europäer Kontakt zu den Larven der Spulwürmer hatte, womit die Toxocariasis nach der Toxoplasmose zu der zweithäufigsten Gewebsparasitose zählt.

3 Pathogenese

Der Mensch ist ein Fehlwirt für die Würmer, sie können jedoch die Darmwand überwinden. Allerdings gelangen sie dann nur selten in ihre eigentlichen Zielorgane, die Lunge und die Leber, sondern wandern im Körper umher, so dass praktisch alle Organe des menschlichen Organismus befallen werden können. Man spricht auch vom Larva-migrans-visceralis-Syndrom.

4 Transmission

Die orale Aufnahme von Wurmeiern, die über den Kot von Katzen und Hunden ausgeschieden werden und etwa einen Monat reifen müssen, führt zur Infestation. Die Eier von Toxocara-Arten können in kühler, feuchter Erde mehrere Jahre überleben.

Die Übertragung der Wurmeier erfolgt in der Regel durch ungewaschenes Gemüse, kontaminierte Erde (Geophagie) oder ungewaschene Hände. Auch der intensive Kontakt zu Hunden und Katzen, in deren Fell die Eier persistieren können, sowie Sandkästen auf Spielplätzen können zu einer Infestation führen. Die Toxocariasis befällt deshalb häufiger Kinder, insbesondere, wenn Katzen und Hunde als Haustiere gehalten werden.

Waldgebiete können mit Toxocara leonina kontaminiert sein, wenn Füchse oder Wildkatzen in ihnen auftreten. Der Mensch kann sich dann durch den Verzehr von ungewaschenen Pilzen oder Waldbeeren infizieren, wobei dieser Infektionsweg im Vergleich zur Infektion über Haustiere eher selten ist.

5 Klinik

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel Wochen bis Monate. Die meisten Infektionen verlaufen jedoch asymptomatisch.[1] Symptome treten auf, wenn ein Organ von mehreren hundert Larven betroffen ist. Es gibt zwei Hauptbefallsmuster:

  • das okuläre Larva-migrans-Syndrom (OLM), bei dem die Pathologie auf die Augen beschränkt ist
  • das viszerale Larva-migrans-Syndrom (VLM), das die inneren Organ betrifft

Das Auge ist dabei bei jedem zweiten Patienten, der Symptome zeigt, betroffen. Hier tritt typischerweise ein Visusverlust auf. Ophthalmologisch sieht man eine Endophthalmitis, Papillitis, Retinagranulome und entzündliche Infiltrate im Glaskörper. Das viszerale Syndrom tritt seltener auf - hier kommt es vor allem zu Symptomen an der Leber, der Muskulatur oder der Lunge.

Ein weitere klinische Manifestation ist der vorzugsweise Befall des ZNS oder PNS. Hier kann es zu manigfaltigen Erkrankungsmustern wie Meningoenzephalitis, Meningomyelitis, Vaskulitis der Gehirngefäße, Radikulitis oder Hirnnervenausfällen kommen.

6 Diagnostik

Da der Entwicklungszyklus der Würmer im Menschen nicht vollständig abläuft, ist der Stuhlnachweis von Wurmeiern, Larven oder Würmern negativ. Die klinische Diagnose wird vor allen durch die Serologie unterstützt. Der Nachweis der Infektion kann mittels ELISA erfolgen. Im Differentialblutbild sieht man eine Eosinophilie und Leukozytose. Ferner sind bei asgeprägtem Befall die IgE-Spiegel signifikant erhöht.

7 Therapie

Die Toxocariasis wird mit Diethylcarbamazin oder Thiabendazol behandelt. Weitere wirksame Anthelmintika sind Albendazol, Mebendazol und Febendazol.

8 Prophylaxe

Hunde und Katzen sollten regelmäßig entwurmt und nicht ins Bett gelassen werden. Nach körperlichem Kontakt mit Hunden oder Katzen sollte man die Hände gründlich waschen. Hilfreich ist auch der regelmäßige Austausch des Sandes auf Spielplätzen.

Kochen tötet die Bandwurmeier von Toxocara canis bzw. cati umgehend. Schlachtabfälle oder rohes Fleisch, die als Hunde- oder Katzenfutter vorgesehen sind, sollten daher durchgekocht werden, um die eventuell darin enthaltenen Bandwurmlarven abzutöten.

Gesammelte Waldfrüchte und Pilze, aber auch die Ernte aus dem eigenen Garten sollte man gründlich waschen, besser aber ausreichend erhitzen, um eventuell darin enthaltene Bandwurmeier abzutöten.

Eine weitere Vorbeugemaßnahme ist, den intensiven Kontakt mit Waldboden oder Erdreich zu vermeiden. Nach einem Aufenthalt im Wald oder Garten sollte man die Hände gründlich waschen. Ungewaschene Hände stellen eine mögliche Infektionsquelle dar.

9 Quellen

  1. Holland, C. V., & Smith, H. V. (Eds.). (2006). Toxocara: The Enigmatic Parasite. UK: CABI Publishing.

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