Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Bis bald
Euer Flexikon-Team

Toxocara canis

von griechisch: toxon - Bogen, kara - Kopf; von lateinisch: canis - Hund
Synonym: Hundespulwurm

1 Definition

Toxocara canis ist ein Parasit aus der Gattung Toxocara und Auslöser der Toxocarose des Hundes. Als zoonotischer Erreger verursacht Toxocara canis die Toxocariasis beim Menschen.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die adulten Stadien von Toxocara canis sind 10 bis 12 cm (Weibchen) bzw. 12 bis 18 cm (Männchen) lang. Sie besitzen Zervikalflügel, die grob gestreift und 2 bis 2,5 mm lang sowie 0,2 mm breit sind. Der Ösophagus mit dem Ventriculus ist zwischen dem Darm eingelagert.

Die Männchen besitzen am Hinterende einen fingerförmigen Fortsatz sowie zwei Spikula, die 750 und 950 µm lang sind. Die Vulva der Weibchen liegt am Ende des ersten Körperdrittels.

4 Vorkommen

Toxocara canis ist in Hundepopulationen weltweit verbreitet. Die Prävalenzen patenter Infektionen schwanken zwischen 3 und 80 % und sind stark altersabhängig.

5 Entwicklung

Im Dünndarm von Endwirten parasitieren die Weibchen von Toxocara canis. Dort produzieren sie ungefurchte Eier, die mit dem Kot an die Umwelt ausgeschieden werden. Nach einer längeren Entwicklungszeit (bei 25 bis 30 °C) von ca. 2 Wochen (bei 12 bis 18 °C ca. 8 Wochen) bildet sich im Ei eine infektionsfähige Drittlarve (L3).

Endwirte infizieren sich durch die orale Aufnahme von larvenhaltigen Eiern oder durch die Übertragung infektiöser Larven (diaplazentar, transmammär oder in paratenischen Wirten).

Die Präpatenz beträgt bei der Aufnahme infektiöser Eier eines voll empfänglichen Tieres (in der Regel Erstinfektion von Welpen) ca. 4 bis 5 Wochen. Nach einer laktogenen Infektion (verkürzter Wanderweg) liegt die Präpatenz bei 27 Tage und nach diaplazentarer Infektion ca. 21 Tage nach der Geburt. Die Patenz beträgt 4 Monate, wobei bei der Hündin nach einer somatischen Streuung die Larven über mehrere Jahre hinweg immer wieder neu aktiviert werden können.

5.1 Trachealer Wanderweg

Die adulten Weibchen legen im Dünndarm Eier, die vom Endwirt ausgeschieden werden. In der Umgebung entwickeln sich binnen 2 Wochen die infektiösen Drittlarven (L3). Der Endwirt infiziert sich durch die orale Aufnahme des Infektionsstadiums oder durch die Aufnahme von Stapelwirten. Im Darm schlüpfen die Drittlarven, die dann anschließend in die Darmwand eindringen. Von hier aus gelangen sie in das Pfortaderblut und begeben sich dann auf den trachealen Wanderweg, der über die Leber und Lunge führt. Über die Atemwege gelangen sie durch Abhusten wieder in den Dünndarm, um sich hier erneut anzusiedeln (Dauer der Wanderung ca. 10 Tage).

Im Darm häuten sich die Larven und entwickeln sich zu geschlechtsreifen Stadien weiter, die wiederum massenhaft Wurmeier produzieren. Der tracheale Wanderweg erfolgt meist nur bei einer Erstinfektion eines noch nicht immunkompetenten Tieres.

5.2 Somatischer Wanderweg

Der somatische Wanderweg ist ein Wanderweg, der bei älteren, immunkompeteten Tieren auftritt. Die Larven wandern bis zur Lunge und werden dann über den großen Blutkreislauf in verschiedene Organe, wie z.B. die Muskeln, Leber und/oder Niere geschwemmt. Anschließend kapseln sie sich in ihren Zielorganen ab, um in einen Ruhezustand (Hypobiose) über zu gehen. Auf diese Weise können die Larven über mehrere Jahre hinweg persistieren.

Eine besondere Bedeutung bekommen die ruhenden Stadien bei trächtigen Hündinen. Hier können die Ruhestadien am Ende der Trächtigkeit reaktiviert werden und anschließend entweder über die Plazenta in die Leber der Feten eindringen (diaplazentare Infektion) oder in die Muttermilch gelangen und post partum zu einer laktogenen Infektion der Welpen führen.

6 Erkrankung

Eine Infektion mit Toxocara canis verläuft bei adulten Tieren meist symptomlos. Welpen leiden hingegen oft an Durchfall, Erbrechen und Zurückbleiben im Wachstum. Ein starker Toxocara-Befall kann zu Koliken und einem aufgetriebenen Abdomen (Wurmbauch) führen. Todesfälle sind in dieser Phase möglich.

7 Literatur

  • Boch, Josef, Supperer, Rudolf. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey Verlag, 2005
  • Hinney, Barbara, Joachim, Anja, Silbermayer, Katja. Vademecum der klinischen Parasitologie. Ekto- und Endoparasiten bei Hund und Katze.

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