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Leber (Fleischfresser)

Synonym: Hepar
Englisch: liver

1 Definition

Die Leber bzw. Hepar der Fleischfresser ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers.

2 Allgemein

Die Leber ist zwischen Pfortader und Vena cava caudalis eingeschaltet und macht sie so zu einer Zwischenstation für viele im Darmtrakt resorbierte Stoffe auf ihrem Weg in den Organismus. Die Leber erfüllt dabei viele komplexe Funktionen:

Sie kann mit der Leber des Menschen gleich gesetzt werden.

3 Anatomie

Die Leber liegt im intrathorakalen Abschnitt der Bauchhöhle, unmittelbar hinter dem Zwerchfell. Beim Hund liegt der größte Teil des Organs (etwa 60%) rechts der Medianebene. Die Lebermasse beträgt beim Hund bis zu 4%, bei der Katze bis zu 2% des Körpergewichts. Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie deutlichen interindividuellen Schwankungen unterliegen und bei Jungtieren deutlich höher sind. Ihre Farbe kann mit bräunlich-rot beschrieben werden, wobei sie im Inneren eine brüchige Konsistenz aufweist.

3.1 Leberflächen

Die Leber weist bei Fleischfressern die Gestalt eines stumpfen Kegels auf und zeigt folgende flächige Areale:

  • Facies diaphragmatica (dem Zwerchfell anliegend)
  • Facies ventralis (konkave Kaudalfläche, Impressio gastrica, Porta hepatis)

3.2 Leberränder

Aufgrund ihres Aufbaus weist die Leber mehrere Randstrukturen auf:

  • Margo dorsalis (Impressio oesophagea)
  • Margo ventralis (Incisura ligamenti teretis)
  • Margo dexter
  • Margo sinister

3.3 Leberlappen

Aufgrund der H-förmigen Figur kann man die Leber in einen rechten und in einen linken Leberlappen unterteilen, die wiederum tierartlich unterschiedlich gelappt sein können. Hinzu kommen noch zwei weitere Lappen, wobei einer mit Fortsätzen versehen sein kann.

  • Lobus hepatis sinister, ist durch eine zusätzliche Fissur geteilt:
    • Lobus hepatis sinister medialis
    • Lobus hepatis sinister lateralis
  • Lobus hepatis dexter, ist durch einen Einschnitt ebenfalls zweigeteilt:
    • Lobus hepatis dexter medialis
    • Lobus hepatis dexter lateralis
  • Lobus quadratus
  • Lobus caudatus, ausgestattet mit zwei Fortsätzen:

3.4 Gefäßversorgung

Die Gefäßversorgung der Leber wird über die unpaaren Bauchgefäße gewährleistet.

3.4.1 Arterien

Die arterielle Versorgung wird über die Bauchaorta gesichert. Deren Arteria coeliaca gibt die Arteria hepatica ab. Sie zieht im Ligamentum hepatoduodenale zur Leber und gibt während ihres Verlaufs eine Arteria cystica ab.

3.4.2 Venen

Hier muss zwischen dem zuströmenden venösen Blut aus der Vena portae und dem aus der Leber abfließenden venösem Blut unterschieden werden:

  • Vena portae: venöses Blut aus dem Magen-Darm-Trakt wird zur Leber über die Porta hepatis zugeführt, um hier verstoffwechselt zu werden
  • Venae hepaticae: an der Facies diaphragmatica austretende Venen, die in die Vena cava caudalis einmünden

3.4.3 Lymphe

Die Lymphe der Leber wird über die Lymphonodi hepatici drainiert, die wiederum in das Lymphocentrum coeliacum einfließen.

3.5 Innervation

Die Leber hat sowohl eine sympathische als auch eine parasympathische Innervation.

3.5.1 Sympathikus

Die sympathische Versorgung stammt aus dem Ganglion coeliacum. Die von hier ausgehenden Nervenfasern bilden auf der Arteria hepatica einen Plexus hepaticus, der an der Leberpforte eintritt. Hinzu kommen Fasern des Nervus splanchnicus, dessen Aktivierung zur Mobilisierung von Glykogen und damit verbundenen Hyperglykämie führt.

3.5.2 Parasympathikus

Die parasympathische Versorgung stammt vorwiegend aus dem Truncus vagalis ventralis.

4 Befestigung

Die Leber wird durch mehrere Bänder befestigt. Vom dorsalen Rand des linken Leberlappens zieht ein kräftiges Ligamentum triangulare sinistrum zum linken Zwerchfellpfeiler und an den Zwerchfellspiegel. Das gegenüberliegende Ligamentum triangulare dextrum ist deutlich schwächer ausgebildet und verkehrt zwischen dem Dorsalrand des rechten Leberlappens mit dem rechten Zwerchfellpfeiler. Zwischen dem Lobus quadratus und dem linken Leberlappen findet das Ligamentum falciforme hepatis seinen Ursprung, das als Führungsband für die fetale Vena umbilicalis zum Nabel dient. Das Gefäß oblitiert post partum zum Ligamentum teres hepatis. Als Verbindungsstruktur der parietalen Fläche der Leber mit dem Zwerchfell und der ventralen Bauchwand dient das Ligamentum falciforme hepatis. Es kann beim Fleischfresser bis zum Nabel reichen und größere Mengen an Fett beherbergen. Rund um die Area nuda, einer nicht mit Serosa bedeckten Leberfläche, entspringt das Ligamentum coronarium hepatis. Dieser Ursprungsbereich befindet sich in der Umgebung der Vena cava caudalis. Letztgenanntes Band dient als Anheftungsstelle der Leber an das Zwerchfell und steht in Kontakt mit den Ligamenta triangularia. Alle vier erwähnten Bänder entstammen dem Mesogastrium ventrale.

Ein zusätzliches Ligemantum hepatorenale dient als Verbindungsglied zwischen dem Processus caudatus des Lobus caudatus und der Vena cava caudalis mit dem Kranialpol der rechten Niere. Hinzu kommt noch ein Ligamentum hepatogastricum, das als so genanntes "kleines Netz" von der Leberpforte zur kleinen Kurvatur des Magens und zur Pars cranialis duodeni verläuft. In diesem Netz verlaufen die Leitungsbahnen zur Leber sowie Gallengang und die Ausführungsgänge des Pankreas zum Duodenum.

5 Topographie

Die Facies diaphragmatica der Fleischfresser ist stark konvex geformt und liegt der Zwerchfellkuppel an. Die Leber reicht dabei kranial bis in den 6. Interkostalraum (IKR), wobei sich der größte Teil bis in den 12. und der kleinere linke Abschnitt bis in den 10. IKR erstreckt. Die konkav geformte Facies visceralis weist linksseitig eine große Kontaktstelle mit dem Magen auf. Ist der Magen leer, können Dünndarmschlingen bis an die Leber heranreichen. Betrachtet man die Leber von kaudodorsal, so erkennt man eine tiefe Eindellung des Kranialpols der rechten Niere als Impressio renalis. Die Niere wird hierbei ventral bis über die Hälfte von der Leber überlagert.

6 Klinik

Da die Leber der Fleischfresser im intrathorakalen Abschnitt der Bauchhöhle liegt, ist sie nur bei Vergrößerung palpierbar. Um die Leber erfolgreich tasten zu können, muss der Magen-Darm-Trakt entleert sein, wobei eine entspannte Bauchdecke Voraussetzung ist. Damit das Tier palpiert werden kann, sollte es in stehender Position sein, wobei man die Hände an der Bauchdecke medial des Rippenbogens nach kranial schiebt. Während des Abtastens können Vergrößerungen, Oberflächenbeschaffenheit, Organkonsistenz und Schmerzhaftigkeit des Organs ermittelt werden.

Möchte man die Leber punktieren, kann dies beim Hund kaudal des Processus xiphoideus in der Medianlinie oder links zwischen Cartilago xiphoidea und Rippenbogen durchgeführt werden.

7 Literatur

  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, and Uwe Gille, eds. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2008.
  • Künzel, Wolfgang. Topographische Anatomie, Hochschülerschaft Veterinärmedizinische Universität (Hersausgeber), 3. Auflage. WS 2011/12
  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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