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Fleckfieber

Synonyme: Läusefleckfieber, Läusefieber, Faulfieber, Rattenfleckfieber, febris exanthemicus, murines Fleckfieber, Flecktyphus, Hungertyphus, Kriegstyphus
Englisch: (epidemic) typhus

1 Definition

Als Fleckfieber wird eine Infektion mit einem Erreger aus der Gattung der Rickettsien bezeichnet. Die Übertragung erfolgt durch Milben, Läuse, Flöhe oder Zecken.

2 Epidemiologie

Nach Schätzungen der WHO stirbt einer von 5.000.000 Mensch pro Jahr an Fleckfieber. Die Erkrankung ist insgesamt auf dem Rückmarsch. Erkrankungen wurden in den letzten Jahren (Stand 2019) u.a. aus Burundi, Ruanda und Ethiopien sowie sporadisch aus Süd- und Mittelamerika gemeldet.

In Industrieländern ist die Erkrankung eher selten. 2018 kam es jedoch zu einem Ausbruch im Stadtgebiet von Los Angeles, der wahrscheinlich auf Rattenplage zurückzuführen war.

3 Einteilung

Es wird zwischen endemischem (Erreger: Rickettsia moseri) und epidemischen Fleckfieber (Erreger: Rickettsia prowazekii) unterschieden, wobei das endemische Fleckfieber einen milderen Verlauf aufweist. Die Erkrankung unterliegt der namentlichen Meldepflicht nach §7 IfSG.

4 Übertragung

Die Erkrankung wird hauptsächlich durch Kleiderläuse übertragen, die v.a. in Gebieten mit schlechten hygienischen Bedingungen auftreten. Die Läuse selbst infizieren sich über die Blutaufnahme von infizierten Menschen. In der Laus vermehren sich die Bakterien im Darm und werden mit dem Kot ausgeschieden. Durch Hautkratzen werden die Rickettsien über kleine Hautläsionen autoinokuliert. Die Laus stirbt infolge der Rickettsieninfektion.

5 Klinik

Die Inkubationszeit beträgt rund 14 Tage. Darauf folgen unspezifische Prodromalsymptome (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen) mit anschließendem hohem Fieber und Somnolenz. Am 3-6 Tag der Erkrankung kommt es zum Auftreten des typischen fleckigen Exanthems. Es besteht aus blassroten, bläulichen, teils konfluierenden Roseolen mit hämorrhagischem Zentrum, ausgehend vom Rumpf mit Ausbreitung auf die Extremitäten ohne Beteiligung der Fußsohlen und Handflächen. Auch das Gesicht bleibt in der Regel ausgespart.

Die Erkrankung kann Jahre später rezidivieren, da sich der Keim latent im Knochenmark ansiedelt (Brill-Zinsser-Krankheit). In diesem Falle sind die Symptome allerdings deutlich milder.

6 Weitere Symptome

Nicht selten kommt es zu Verwirrtheit und Koma. In schweren Fällen sind Hautnekrosen und interstitielle Pneumonien möglich. Unbehandelt entwickelt sich eine Niereninsuffizienz und 7-40% der Patienten versterben.

7 Diagnose

Im Labor ist eine Leukopenie und Eosinophilie erkennbar. Die Erregeridentifizierung wird mit indirekter Immunfluoreszenz oder einem Agglutinationstest (Weil-Felix-Reaktion) durchgeführt.

8 Differentialdiagnosen

9 Therapie

10 Prävention

Die Bekämpfung der Kleiderlaus durch Einsatz von Insektiziden und hygienische Maßnahmen ist die wichtigste präventive Maßnahme.

11 Literatur

  • Andermann T, Suttorp N. Epidemisches Fleckfieber. In: Suttorp N et al., Harrisons Innere Medizin. 19. Aufl. Berlin: ABW Wissenschaftsverlag; 2016

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