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Trypanosoma cruzi

1 Definition

Trypanosoma cruzi ist der Erreger der Chagas-Krankheit. Er wird durch Vektoren von Reservoirwirten auf den Menschen übertragen. Trypanosoma cruzi gehört zur Gattung Trypanosoma in der Ordnung der begeißelten Einzeller der Trypanosomatida

2 Lebenszyklus

Reservoirwirte für Trypanosoma cruzi sind ca. 150 Haus- und Wildsäugetiere sowie der Mensch. Vektoren sind Raubwanzen wie z.B. Triatoma infestans. Raubwanzen meiden das Licht und nehmen die Erreger nachts mit ihrer Blutmahlzeit in ihrer trypomastigoten Form von infizierten Wirten auf.

Im Mittel- und Enddarm der Arthropoden (Gliederfüßer) wandeln sich die Trypomastigoten zunächst in Epimastigoten um, bei denen ein Replikationsprozess einsetzt. Geißelbasis und der Kinetoplast liegen beim Epimastigoten anterior vom Zellkern. Die Trypanosomen liegen in den Insekten in allen morphologischen Formen extrazellulär vor. Nach einer erneuten Wandlung werden sie als metazyklische, infektiöse Trypomastigoten über den Verdauungskanal des Insekts mit der Fäzes ausgeschieden.

Hinterlässt das Insekt seine Ausscheidungen auf der Haut, dringen die Trypomastigoten durch Mikroverletzungen in den Körper des Menschen oder eines anderen Wirts ein oder werden vom Wirt transkonjunktival eingebracht. Über das Blutgefäßsystem befallen die zirkulierenden Trypomastigoten dann glatte Muskelzellen, Zellen des retikuloendothelialen Systems und der Neuroglia. In den Zellen mutieren die Trypomastigoten zu unbegeißelten Amastigoten, bei denen eine ca. 4-tägige Vermehrungsphase einsetzt. Besonders in glatten Muskelzellen und Histiozyten können unter dem Mikroskop von Amastigoten geformte Pseudozysten beobachtet werden. Anschließend erfolgt eine erneute Umwandlung in die trypomastigote Form, die freigesetzt wird und extrazellulär durch hämatogene und lymphogene Streuung die Zellen weiterer Gewebe befällt, in denen der Umwandlungsprozess in die amastigote Form ein weiteres Mal einsetzt.

siehe auch: Trypanosoma cruzi (metazyklische Trypomastigoten)

3 Transmission

Die Infektion erfolgt über infektiöse Fäzes des Vektors. Eine mechanische Übertragung durch Bluttransfusionen mit infiziertem Blut ist möglich. Auch Infektionen über die Muttermilch und über Miniblutungen diaplazentar werden in der Literatur erwähnt.

4 Klinik

Nach kurzer Zeit kommt es an der Eintrittspforte zu einem lokalen Chagom (Knoten) oder bei transkonjunktivaler Infektion zur Konjunktivitis mit ein- oder beidseitigem Lidödem. Unbehandelt kommt es zur hämatogenen und lymphogenen Streuung mit kontinuierlichem oder remittierendem Fieber.

siehe auch: Chagas-Krankheit

5 Diagnostik

  • 30-80 Tage nach Auftreten der Symptome Nachweis im Blutausstrich
  • Serologie in der Regel 6 Monate positiv
  • Xenodiagnostik

6 Prophylaxe

Als Prophylaxe sollte man die Lebensräume der Wanzen vermeiden. Falls dies nicht möglich oder nicht gewollt ist, sollte man vermeiden, auf dem Boden zu schlafen.

Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2021 um 11:46 Uhr bearbeitet.

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