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FSME-Virus

1 Definition

Das FSME-Virus ist der Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.

2 Hintergrund

Der Erreger zählt zum Genus der Flaviviren innerhalb der Familie der Flaviviridae. Als Vektor nutzt das FSME-Virus in Westeuropa die Zecke Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock), die daneben auch Überträger des Bakteriums Borrelia burgdorferi ist, des Erregers der wesentlich häufigeren Lyme-Borreliose.

Ein sehr seltene Form der Übertragung erfolgt beim FSME-Virus durch die Milch infizierter Ziegen und Schafe. Erkrankte selbst übertragen das Virus nicht auf andere Menschen.

3 Eigenschaften

Das FSME-Virus ist ein behülltes Einzelstrang-RNA-Virus ([ss(+)RNA]). Seine RNA umfasst etwa 11.000 Nukleotide. Das Virus besteht aus drei Strukturproteinen:

  • Envelope-Protein E
  • Core-Protein C
  • Membranprotein M

Das Glykoprotein E ist die Hauptkomponente der Virusoberfläche und für die Virulenz des Virus verantwortlich. Es trägt die Bindungsstelle für den Zellrezeptor und provoziert die Immunreaktion, welche die Bildung neutralisierender Antikörper gegen das E-Protein veranlasst.

Das FSME-Virus besitzt eine relativ hohe Tenazität. In Milch ist es bis zu zwei Monaten infektiös. Durch Pasteurisierung oder gängige Desinfektionsmittel wird der Erreger hingegen schnell inaktiviert.

4 Subtypen

Es werden drei Subtypen unterschieden:

  • Western tick-borne encephalitis virus (WTBEV). Er kommt in Zentral-, Ost- und Nordeuropa vor. Der Überträger ist Ixodes ricinus.
  • Far-Eastern tick-borne encephalitis virus (Far-Eastern TBEV). Er kommt hauptsächlich in Russland, östlich des Urals und in Teilen von China, Japan und Korea vor. Der Vektor dieses Subtyps ist Ixodes persulcatus.
  • Siberian tick-borne encephalitis virus (STBEV). Verbreitungsgebiet ist Sibirien. Übertragung ebenfalls durch Ixodes persulcatus.

5 Epidemiologie

Wesentliche Endemiegebiete in Deutschland liegen in Baden-Württemberg, Bayern sowie im südlichen Hessen und Thüringen. Darüber hinaus sind auch einzelne Landkreise in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis) sowie in Sachsen (LK Vogtlandkreis) betroffen.

In den FSME-Verbreitungsgebieten Deutsch­lands sind ca. 0,1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert. Eine höhere Durchseuchung wurde gelegentlich bei Zecken bestimmt, die bereits am Menschen Blut gesogen hatten.

6 Meldepflicht

Gemäß § 7 Infektionsschutzgesetz besteht bei direktem oder indirektem Nachweis von FSME-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentliche Meldepflicht.

7 Infektionsprophylaxe

Die Infektionsprohylaxe besteht im Tragen von geeigneter Kleidung, vor allem langen Hosen und hoch geschlossenen Schuhen bei Aufenthalten im Wald. Zuhause sollte man den entkleideten Körper unmittelbar auf Zecken absuchen.

8 Impfung

Die FSME-Impfung ist die einzige effektive Schutzmöglichkeit. Sie erfolgt als aktive Immunisierung mit einer in der Regel dreimaligen Applikation des Impfstoffes.

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