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Diphyllobothrium latum

Synonym: Fischbandwurm
Englisch: diphyllobothrium, broad tapeworm, fish tapeworm

1 Definition

Diphyllobothrium latum gehört zu den Bandwürmern und verfügt über zwei schlitzförmige Sauggruben am Skolex. Er kann eine Länge von zwanzig Metern erreichen und ist der größte Parasit des Menschen.

2 Epidemiologie

Der Fischbandwurm kommt weltweit vor, wobei Infestationen in Mitteleuropa in der Gegenwart nur noch selten zu beobachten sind. Es wird geschätzt, dass etwa zehn Millionen Menschen von einer Infestation betroffen sind.

3 Entwickungszyklus

Die Eier des Fischbandwurms werden mit dem Stuhl abgegeben oder auch aus dem Uterus ausgestoßen. Aus ihnen schlüpfen die Korazidien, die zunächst einen Kleinkrebs als ersten Zwischenwirt befallen. In den Kleinkrebsen entstehen die Prozerkoide, die sich in Süßwasserfischen, den zweiten Zwischenwirten, zu den Plerozerkoiden entwickeln.

4 Transmission

Die Aufnahme von ungenügend gegarten Süßwasserfischen kann zur Infestation führen.

5 Klinik

Viele Patienten zeigen keinerlei Symptome oder geben unspezifische, gastrointestinale Beschwerden an. Bei massivem Befall ist ein Ileus möglich.

Da die Fischbandwürmer dem menschlichen Körper Vitamin B12 entziehen, ist im Laufe der Zeit die Entwicklung einer Vitamin-B12-Mangelanämie möglich.

6 Nachweis

Zur Diagnose führt der Nachweis von Eiern oder seltener der Nachweis von Proglottiden.

7 Therapie

Die Therapie erfolgt mit Niclosamid und Praziquantel.

8 Prophylaxe

Kochen und Tieffrieren auf minus 18 Grad Celsisus über 24 Stunden führt zur Abtötung der Plerozerkoide.

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Fachgebiete: Mikrobiologie

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