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Cestoden

(Weitergeleitet von Bandwurm)

Synonyme: Bandwürmer, Zestoden, Cestoda
Englisch: cestodes, tapeworm

1 Definition

Bei den Cestoden (Bandwürmer) handelt es sich um eine parasitäre Klasse innerhalb der Plathelminthes bzw. Plattwürmer die je nach Entwicklungsstadium unterschiedliche Organe verschiedener Tiere, einschließlich des Menschen, besiedeln.

2 Taxonomie

Zu den medizinisch relevanten Cestoden innerhalb der Eucestoda zählen u.a.:

Ordnung Familie Gattung Art
Cyclophyllidea Anoplocephalidae Bertiella
Moniezia
Dipylidiidae Diplopylidium
Joyeuxiella
Dipylidium
Hymenolepididae Hymenolepis
Taeniidae Taenia
Echinococcus
Hydatigera
Diphyllobotrhiidea Diphyllobotrhiidae Diphyllobothrium
Spirometra

3 Charakteristika

Cestoden haben eine weiße bis etwas gelbliche Farbe. Die Würmer besitzen einen Scolex (Kopf) mit Saugnäpfen oder -gruben und teilweise einem Rostellum (Hakenkranz). Hinter dem Kopf folgt ein kurzer und schmaler Hals, von dem aus sich die Proglottiden (Bandwurmglieder) bilden. Diese Segmente können aneinandergereiht (bis zu mehreren Tausend) eine Kette (Strobila) bilden. Die Würmer können so insgesamt eine Länge zwischen 2 mm und 20 m erreichen.

Cestoden sind Endoparasiten, die über keinen eigenen Darm verfügen. Sie nehmen statt dessen Nährstoffe aus dem Darm des Wirtes direkt über ihre Körperoberfläche (Tegument) auf. Bandwürmer sind Zwitter, die gleichzeitig weibliche und männliche Geschlechtsorgane besitzen. Die adulten Würmer leben im Gastrointestinaltrakt, die Larven können in fast allen Organen gefunden werden.

Die monozoischen Bandwürmer zeigen keine Pseudosegmentierung in Proglottiden und haben nur ein Paar Geschlechtsorgane.

4 Entwicklung

Für die vollständige Entwicklung der Larve benötigen die meisten humanpathogenen Cestoden mindestens einen Zwischenwirt. Nach Aufnahme von Eiern oder Proglottiden durch den Zwischenwirt wird die Larve (Onkosphäre) aktiviert, tritt aus dem Ei aus und penetriert die Darmmukosa. Anschließend wandert sie in verschiedene Gewebe und entwickelt sich zu einer verkapselten Form, die als Zystizerkus oder bei Schlachttieren als Finne (einzlner Scolex), Coenurus (mehrere Scolices) oder Hydatide (Zyste mit Tocherzysten, von denen jede mehrere Protoscolices enthält) bezeichnet wird. Wird zystenhaltiges Gewebe durch den Endwirt aufgenommen, führt dies zur Entwicklung eines Bandwurms aus dem Scolex.

5 Klinik

Die medizinisch bedeutenden Vertreter können in mehrere Gruppen unterteilt werden. In der einen Gruppe stellt der Mensch den Endwirt dar und die adulten Würmer leben im Gastrointestinaltrakt. Bei diesen Erkrankungen infiziert sich der Mensch i.d.R. durch Verzehr von rohem finnenhaltigem Fleisch. Die Erkrankungen verlaufen meist relativ symptomarm. Dazu zählen:

Zur zweiten Gruppe zählen Cestoden, bei denen der Mensch nur einen Zwischenwirt darstellt und die Parasiten im Larvenstadium im Gewebe leben. Diese Erkrankungen können deutlich komplikationsreicher verlaufen. Dazu zählen folgende Würmer:

Im Falle von Taenia solium kann der Mensch sowohl Zwischenwirt (Zystizerkose) als auch Endwirt (Taeniasis) sein. Hymenolepis nana liegt im menschlichen Darm in beiden Stadien vor.

Die für den Menschen bedeutensten Krankheitsbilder sind Echinokokkose, Taeniasis und Zystizerkose. Echinokokken und Taenien sind weltweit verbreitet. Man schätzt allein beim Rinderbandwurm weltweit ca. 50 Millionen Infestationen.

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Fachgebiete: Biologie, Parasitologie

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Juli 2020 um 16:43 Uhr bearbeitet.

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