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Taeniidae

von lateinisch: taenia - Band

1 Definition

Als Taeniidae bezeichnet man eine Familie von Parasiten innerhalb der Klasse der Cestoda (Bandwürmer).

2 Taxonomie

Zur Familie Taeniidae gehören u.a. folgende medizinisch relevante Gattungen:

3 Entwicklungszyklus

Vertreter der Taeniidae durchlaufen einen diheteroxenen Entwicklungszyklus. Die adulten Stadien parasitieren im Dünndarm von Menschen (Taenia) oder Karnivoren (Taenia und Echinoccocus). Diese Stadien sind für die Wirte oftmals wenig pathogen. Im Gegensatz dazu können die 2. Larvenstadien einiger Arten (Finnen, Metacestoden) schwere Erkrankungen und Todesfälle hervorrufen.

4 Morphologie

Taeniidae sind wenige Millimeter bis mehrere Meter lang und bestehen aus wenigen bis zahlreichen Proglottiden. Am Skolex sind vier Saugnäpfe und ein Rostellum ausgebildet, das mit zwei Reihen größerer und kleinerer Rostellumhaken ausgerüstet sein kann. Jede Proglottis enthält einen Satz von Geschlechtsorganen. Die Genitalpori sind unilateral ausgebildet und unregelmäßig alternierend angeordnet. Der Uterus gravider Proglottiden ist charakteristisch baumartig verzweigt.

Die Eier sind rund, haben einen Durchmesser von 30 bis 40 µm und enthalten eine Embryophore, deren Hauptschicht aus einzelnen Keratinblöcken zusammengesetzt ist. Die infektiösen Larvenstadien liegen entweder in Form von Cysticercus, Coenurus, Strobilocercus oder Echinococcus vor.

5 Infektionslarven

Die Infektionslarven von Taeniiden können in folgenden Formen auftreten:

Infektionslarve Beschreibung
Cysticercus
  • flüssigkeitsgefüllt (wasserklar, enthält Antigene)
  • etwa erbsengroße Blase mit invaginierter Kopfanlage
  • äußere Wand (Bindegewebe) dicker als innere
  • innere Wand bildet Kopfanlage des Bandwurms
  • Reproduktionszahl: eine Onkosphäre ergibt eine Kopfanlage
Strobilocercus
  • Strobilocercus fasciolaris ist Finne von Taenia taeniaeformis
  • Kopfanlage mit 3 bis 20 cm langem, äußerlich segmentiertem, bandförmigem Anhang
  • Anhang endet mit hinterer Blase, die eingestülpt ist
  • eingestülpte Larve ist von bindegewebiger Hülle umgeben
  • Hülle bildet eine ca. erbsengroße Zyste
  • Reproduktionszahl: eine Onkosphäre ergibt eine Kopfanlage
Coenurus
  • flüssigkeitsgefüllte (wasserklare, Antigene enthaltende), bis faustgroße Zyste
  • an innerer Wandschicht mehrere Kopfanlagen
  • äußere, dickere Wand aus Bindegewebe
  • innere Wand bildet Kopfanlage des Bandwurms
  • Reproduktionszahl: eine Onkosphäre ergibt mehrere hundert Kopfanlagen
Zystischer Echinococcus (Hydatiden-Typ)
  • Infektionslarve von Echinococcus granulosus
  • flüssigkeitsgefüllte, wenige Millimeter bis mehr als 20 cm große Zyste
  • Flüssigkeit wasserklar (enthält anorganische und organische Verbindungen sowie Antigene)
  • äußere bindegewebige Wand (Wirtskapsel) und innere Wand des Parasiten
  • innere Wand aus azellulärer Laminarschicht (Cuticulaschicht) und kernhaltiger Keimschicht
  • Keimschicht bildet Bläschen (Brutkapseln), in denen sich je 30 Kopfanlagen (Protoscolices) bilden
  • Wachstum expansiv durch Umfangsvermehrung der Zyste
  • Reproduktionszahl: eine Onkosphäre ergibt mehrere Tausend Kopfanlagen
Alveolärer Echinococcus
  • Infektionslarve von Echinococcus multilocularis
  • Konglomerat aus vielen, mikroskopisch kleinen (bis 3 cm großen) Einzelbläschen
  • Bläschen liegen im Wirtsgewebe und sind von nekrotischem Gewebe umgeben
  • äußere bindegewebige Wand aus Wirtskapsel und innere Wand des Parasiten
  • infiltratives, tumorähnliches Wachstum (durch exogene Sprossung der Bläschen)
  • innerhalb der Bläschen wenig Flüssigkeit, meist gallertige Masse
  • Reproduktionszahl: eine Onkosphäre ergibt tausende Kopfanlagen

6 Literatur

  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG.

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Juli 2020 um 19:32 Uhr bearbeitet.

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