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Ornithose

Synonym: Psittakose
Englisch: parrot fever, ornithosis

1 Definition

Die Ornithose ist eine durch Infektion mit dem Bakterium Chlamydia psittaci hervorgerufene Infektionskrankheit, die sich vor allem als atypische Pneumonie manifestiert.

2 Ätiologie

Vögel sind Träger und Überträger von Chlamydia psittaci auf den Menschen. Bei ihnen wird die Erkrankung als Psittakose bezeichnet. Die Übertragung kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (z.B. Mitarbeiter im Zoohandel, Ziervogelliebhaber) oder per Tröpfcheninfektion durch Einatmen von vogelmisthaltigem Staub (z.B. Käfigreinigung) erfolgen. Chlamydia psittaci vermehrt sich intrazellulär.

3 Pathogenese

Die Erreger werden eingeatmet und dringen über das respiratorische Epithel der Atemwege in den Organismus ein. Durch hämatogene Streuung gelangen die Erreger in die Phagozyten von Milz und Leber. In den Phagozyten vermehren sich die Erreger. Nach Zerfall der infizierten Zellen breiten sich die Erreger im Organismus aus (Inkubationszeit etwa 10-14 Tage) und befallen vor allem die Lunge. Seltener sind das Perikard (Perikarditis) oder Myokard (Myokarditis) betroffen.

4 Symptomatik

Nach Infektion kommt es als Ausdruck der Besiedlung der Leber und Milz zur Hepatosplenomegalie. In diesem Stadium kann es zu leichten Anstiegen der Transaminasen und zur Ausbildung eines Ikterus (selten) kommen. Meistens wird dieses Stadium der Erkrankung jedoch vom Patienten nicht wahrgenommen.

Nach der Inkubationszeit kommt es zu Zeichen der atypischen Pneumonie mit trockenem, unproduktivem Husten und Fieber. Der trockene Husten kann im weiteren Verlauf zu Hämoptysen führen. Als begleitendes Symptom tritt in vielen Fällen ein starker Kopfschmerz auf.

5 Diagnostik

Wegweisend ist die Anamnese mit Kontakt zu Vögeln oder Vogelausscheidungen. Jedoch kann der Patient diesen Zusammenhang nicht immer herstellen. Im Röntgen-Thorax zeigen sich konfluierende Infiltrate im Interstitium und in den Alveolen. Die Hepatosplenomegalie und die Kopfschmerzen können diagnostisch verwertet werden.

5.1 Labor

Der indirekte Erregernachweis erfolgt durch Bestimmung des Titers für spezifische Antikörper mittels ELISA oder KBR. Für den direkten Erregernachweis steht die PCR zur Verfügung, die jedoch kein Bestandteil der Routinediagnostik ist. Die Identifizierung unterschiedlicher Chlamydia psitacci-Spezies kann mittels Immunfluoreszenz gelingen.

6 Therapie

Eine effektive Therapie ist die frühzeitige Gabe eines wirksamen Antibiotikums. Durch die intrazelluläre Lebensweise von Chlamydia psittaci kommen dabei vor allem Makrolide und Tetrazykline in Frage.

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Fachgebiete: Bakteriologie

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