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Atypische Pneumonie

Englisch: atypical pneumonia, walking pneumonia

1 Definition

Eine atypische Pneumonie ist eine Entzündung des Lungenparenchyms (Pneumonie), die sich durch gewisse Charakteristika von der typischen Pneumonie unterscheidet.

2 Nomenklatur

Die Bezeichnung atypische Pneumonie wurde eingeführt, um die Infektion von der bakteriellen Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae oder Moraxella catarrhalis abzugrenzen. Diese verläuft meist als Lobärpneumonie und zeichnet sich v.a. durch Fieber, produktiven Husten, auskultatorische Rasselgeräusche, Tachypnoe, Tachykardie und pleuritische Schmerzen aus. In der Regel handelt es sich bei atypischen Pneumonien um ambulant erworbene Pneumonien (CAP). Des Weiteren verläuft eine Pneumonie bei älteren Patienten oft mit atypischen, also unspezifischen Symptomen.

Entsprechend kann sich die Bezeichnung "atypisch" auf verschiedene Aspekte beziehen:

Aufgrund von fließenden Übergängen ist eine klinische Trennung nicht immer möglich.

3 Epidemiologie

Ungefähr 7-20 % der CAP sind durch atypische Bakterien ausgelöst. Aufgrund der unspezifischen Symptome und diagnostischen Befunde kann von einer gewissen Dunkelziffer ausgegangen werden.

4 Ätiologie

4.1 Atypische Bakterien

Eiine atypische Pneumonie wird durch folgende Bakterien ausgelöst:

4.2 Weitere Erreger

Weiterhin kann die atypische Pneumonie auch durch Viren verursacht werden, wobei die Viruspneumonie inzwischen meist als eigenständige Form abgegrenzt wird. Ursächlich sind z.B.:

Teilweise werden auch durch Pilze und Parasiten hervorgerufene Lungenentzündungen zu den atypischen Pneumonien gezählt.

5 Klinik

Die atypische Pneumonie geht häufig mit nur wenigen, unspezifischen Symptomen einher, die sich meist schleichend entwickeln. Zu den häufigen Zeichen zählen:

Insbesondere bei älteren Patienten können Bewusstseinsstörungen das einzige Symptom der Pneumonie darstellen.

6 Diagnostik

Die atypische Pneumonie ist meist durch unspezifische Symptome und diskrete Befunde in der körperlichen Untersuchung gekennzeichnet. Im Röntgen-Thorax zeigt sich i.d.R. das Bild einer interstitiellen Pneumonie (retikuläre Verschattung) oder einer Bronchopneumonie (unscharf begrenzte und verteilte Infiltrate). Sie kann jedoch in eine Lobärpneumonie übergehen.

Der Erregernachweis gelingt i.d.R. durch kulturelle Anzucht, PCR-Untersuchung aus respiratorischem Material, durch serologische Untersuchungen (z.B. Immunfluoreszenz) oder Antigennachweis im Urin (Legionellen).

7 Therapie

Eine atypische Pneumonie spricht i.d.R. nicht auf Beta-Laktam-Antibiotika (z.B. Amoxicillin) an. Bei Verdacht auf Beteiligung atypischer Erreger werden folgende Antibiotika (als Mono- oder Kombinationstherapie z.B. mit Amoxicillin) eingesetzt:

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

siehe Hauptartikel: Pneumonie, Legionellen-Pneumonie, Mycoplasma pneumoniae, Chlamydia pneumoniae, Q-Fieber

8 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Oktober 2020 um 12:40 Uhr bearbeitet.

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