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Seborrhoisches Ekzem

Synonyme: Seborrhoische Dermatitis, Morbus Unna
Englisch: seborrheic dermatitis, seborrheic eczema, seborrhea

1 Definition

Das seborrhoische Ekzem ist ein chronisches oder in Schüben auftretendes Ekzem, das bevorzugt in talgdrüsenreichen Hautarealen auftritt.

2 Epidemiologie

Zur Prävalenz des seborrhoische Ekzem gibt es keine exakten Zahlenangaben. Sie wird in Europa auf 3-10% der Bevölkerung geschätzt. Die Erkrankung tritt häufiger beim männlichen Geschlecht auf.

3 Ursachen

Die Ätiologie des seborrhoischen Ekzems ist nicht vollständig geklärt. Als möglicher Auslöser wird eine erhöhte Besiedelung mit Malassezia furfur und anderen Hefen angesehen. Zu den begünstigenden Faktoren zählen:

Ein florides seborrhoisches Ekzem mit rascher Ausbreitung sollte Anlass geben, den Immunstatus des Patienten zu überprüfen.

4 Symptome

Das seborrhoische Ekzem äußert sich durch pityriasiforme, fettig-gelbliche Schuppungen auf erythematösem Grund. Die Effloreszenzen können konfluieren. Vor allem im Bereich der Kopfhaut kann die Erkrankung mit ausgeprägtem Juckreiz einhergehen.

5 Prädilektionsstellen

6 Diagnose

Die Diagnose eines seborrhoischen Ekzems wird in der Regel klinisch gestellt. Zum Ausschluss von Differentialdiagnosen kann ein Hautabstrich mit anschließender mikrobiologischer Kultur oder eine Hautbiopsie durchgeführt werden.

7 Differentialdiagnose

Als Differentialdiagnosen kommen u.a. in Betracht:

8 Therapie

8.1 Hautpflege

Generell sollten keine Hautpflegemittel mit einem hohen Fettgehalt verwendet werden. Die Hautpflege mit seifenfreien Syndets kann eine Besserung des Befundes bewirken.

8.2 Medikamentöse Therapie

Zu Behandlungsbeginn kommen kurzzeitig topische Glukokortikoide zum Einsatz. In vielen Fällen sind Shampoos mit antimykotischen Wirkstoffen wie Clotrimazol, Ketoconazol oder Selendisulfid hilfreich. Zur längerfristigen Stabilisierung des Hautbefundes dienen Metronidazol- oder Erythromycin-haltige Cremes, Lösungen oder Lotionen. Auch der Einsatz von Calcineurin-Inhibitoren (Pimecrolimus, Tacrolimus) stellt eine Therapieoption dar.

8.3 Sonstige Maßnahmen

Aufenthalte an der frischen Luft und der Sonne wirken sich positiv aus.

8.4 Beispiele für Rezepturen

9 Prognose

Bei Säuglingen und Kindern ist ein selbstlimitierender, eher harmloser Verlauf möglich. Bei Erwachsenen besteht eine stärkere Tendenz zu einem chronisch-rezidivierenden Verlauf. Die Therapie kann den Verlauf zwar positiv beeinflussen, führt aber meist nicht zur völligen Abheilung.

Fachgebiete: Dermatologie

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