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Ketoconazol

Handelsnamen: Terzolin® (D); Ket® (D); Lur® (CH) u.v.a.
Englisch: ketoconazole

1 Definition

Ketoconazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Azole, der in der Behandlung und zur Prävention von Mykosen eingesetzt wird.

2 Wirkmechanismus

Ketoconazol ist ein Imidazol-Derivat, das die Ergosterolsynthese der Pilzzellen blockiert. Es hemmt das Enzym Lanosterin-Demethylase (CYP51A1), das die Umsetzung von Lanosterol zu Ergosterol katalysiert.

Durch Mutationen, die Stoffwechselumwege ermgölichen, können Pilzzellen eine Resistenz gegen Ketoconazol entwickeln, die sich dann auch auf andere Imidazolderivate erstreckt.

3 Indikationen

3.1 Topische Anwendung

Ketoconazol wird topisch u.a. zur Therapie von Hautmykosen, seborrhoischer Dermatitis oder Pityriasis versicolor eingesetzt.

3.2 Systemische Anwendung

Aufgrund der Hepatotoxizität von Ketoconazol ist der systemische Einsatz des Arzneistoffs bei Pilzerkrankungen in der EU und anderen Ländern seit 2013 nicht mehr zugelassen. Für die Therapie systemischer Pilzinfektionen werden Fluconazol und Itraconazol eingesetzt.

Beim Morbus Cushing kann Ketoconazol weiter verwendet werden, um die Cortisolproduktion zu supprimieren, wenn operative Massnahmen nicht möglich sind. Die Anwendung darf nur unter kontinuierlicher Überwachung der Leberfunktion mittels Leberfunktionstests (ASAT, ALAT, γ-GT, alkalische Phosphatase und Bilirubin) erfolgen.

Aufgrund der Hemmung der Testosteronsynthese durch Ketoconazol wurde der Arzneistoff off label beim Prostatakarzinom eingesetzt.

4 Darreichungsformen

5 Nebenwirkungen

5.1 Topische Anwendung

Bei topischer Anwendung ist Ketoconazol in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebewirkugen umfassen Hautreizungen, wie Brennen, Rötung oder Juckreiz sowie allergische Reaktionen auf den den Wirkstoff.

5.2 Systemische Anwendung

Bei systemischer Anwendung können u.a. folgende Nebenwirkungen sehr häufig (≥ 1/10) oder häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) auftreten:

6 Wechselwirkungen

Ketoconazol ist ein starker CYP3A4-Inhibitor. Der Arzneistoff kann die Biotransformation von Arzneimitteln hemmen, die durch dieses Enzym metabolisiert werden. Dies kann zu einer verstärkten und/oder verlängerten Wirkung dieser Arzneimittel führen.

Tags:

Fachgebiete: Arzneimittel

Danke für den Hinweis. Artikel erweitert und aktualisiert.
#2 am 10.01.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Systemisches Ketoconazol darf wegen der Suppression der Niebennierenrinde seit Juli 2013 nicht mehr bei Mykosen verwendet werden (https://www.ema.europa.eu/documents/overview/ketoconazole-hra-epar-summary-public_en.pdf). Es ist als Ketoconazol HRA nur noch bei endogenem Cushing-Syndrom zugelassen.
#1 am 02.01.2019 von Dr. med. Ulrich Scharmer (Arzt)

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