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Pneumonie

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Synonym: Lungenentzündung
Englisch: pneumonia

1. Definition [bearbeiten]

Eine Pneumonie ist die Entzündung des Lungengewebes. Ursache einer Lungenentzündung können Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und Gifte (beispielsweise durch Einatmen ätzender Gase) sein.

2. Einteilung [bearbeiten]

2.1. ...nach pathologischen Gesichtspunkten [bearbeiten]

Nach klinisch-pathologischen Gesichtspunkten unterteilt man Pneumonien in

2.1.1. Alveoläre Pneumonie [bearbeiten]

Bei der alveolären Pneumonie spielt sich die Entzündung innerhalb der Lungenbläschen (Alveolen) ab. Man kann sie weiter in zwei Unterformen unterteilen:

2.1.2. Interstitielle Pneumonie [bearbeiten]

Die interstitielle Pneumonie betrifft nicht die Alveolen, sondern das Interstitium, d.h. die schmale Bindegewebsschicht zwischen den Alveolen und den Blutgefäßen. Sie entsteht dadurch, dass Erreger von den Alveolarmakrophagen aufgenommen und ins Stützgewebe verschleppt werden.

2.2. ...nach Infektionsort [bearbeiten]

Nach dem Ort der Ansteckung bzw. des Auftretens der Pneumonie unterscheidet man die

  • ambulant erworbene Pneumonie: Außerhalb des Krankenhauses erworben
  • nosokomial erworbene Pneumonie: Im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes erworben

2.3. ...nach Begleitumständen [bearbeiten]

Nach den Umständen des Auftretens unterteilt man Pneumonien in die

2.4. ...nach Verlauf [bearbeiten]

  • typische Pneumonie (klassische Pneumonie)
  • atypische Pneumonie

Eine Sonderform der Pneumonie ist die Chronische interstitielle Pneumonie, die unbehandelt in eine Lungenfibrose übergeht.

3. Prädisposition [bearbeiten]

Faktoren, die das Entstehen einer Pneumonie begünstigen sind Zigarettenrauchen, Aspiration, Zustand nach Splenektomie, Alter über 60 Jahre, Alter unter 1 Jahr, vorliegende virale Infektionen der Luftwege (Bronchitis) und die Behandlung mit Immunsupressiva.

4. Erreger [bearbeiten]

Die Kenntnis des Erregerspektrums der Pneumonie ist für den behandelnden Arzt wichtig, da im Rahmen der Therapie einer Pneumonie noch vor der endgültigen Erregerdiagnose die Einleitung einer kalkulierten Therapie mit Antibiotika notwendig sein kann.

Die verschiedenen Formen der Pneumonie unterscheiden sich bezüglich ihrer Erreger, die im Folgenden zusammenfassend wiedergegeben werden.

4.1. Ambulant erworbene Pneumonien [bearbeiten]

Häufige Erreger einer alveolären Pneumonie sind:

4.2. Nosokomial erworbene Pneumonien [bearbeiten]

Bei den ambulant erworbenen Formen der alveolären Pneumonie ist Streptococcus pneumoniae der mit Abstand häufigste Erreger. Mycoplasma pneumoniae ist der häufigste Erreger ambulant erworbener interstitieller Pneumonien.

Bei nosokomial erworbenen Pneumonien sind Kenntnisse über das im jeweiligen Krankenhaus vorherrschende Erregerspektrum nützlich.

Bei Neugeborenen sind die Serotypen D-K von Chlamydia trachomatis und B-Streptokokken (beispielsweise Streptococcus pyogenes) häufige Erreger von Pneumonien. Kinder werden häufig durch das Respiratory Syncitial Virus befallen. Bei Kindern und Jugendlichen treten gegenüber anderen Altersgruppen gehäuft Pneumonien durch Mycoplasma pneumoniae und Haemophilus influenzae auf.

Bei beatmeten Patienten sind überproportional häufig gramnegative Stäbchen wie Pseudomonas aeuruginosa verantwortlich.

Bei Aspirationspneumonien sind oftmals Anaerobier beteiligt.

5. Klinik [bearbeiten]

Durch das entzündliche Exsudat, das sich in den Alveolen ansammelt, kommt es zur Einschränkung der Lungenfunktion mit resultierender Atemnot. Die Atemfrequenz steigt, der Patient hat Fieber und Husten. Der Husten ist bei alveolären Pneumonien in der Regel produktiv. Im Gegensatz dazu ist bei interstitiellen Pneumonien ein trockener Husten charakteristisch.

Auskultatorisch sind feuchte Rasselgeräusche typisch. Bei der Lobärpneumonie ist bei der Auskulation das Bronchialatmen charakteristisch. Bei Perkussion ist über dem betroffenen Lappen eine Klopfschalldämpfung bemerkbar. Der Stimmfremitus und die Bronchophonie sind hingegen verstärkt.

Bei entzündlicher Beteiligung der Pleura (Pleuritis) liegen abhängig von der Inspirationslage wechselnd starke Schmerzen vor. Typisch ist eine Schonhaltung des Patienten mit zur betroffenen Seiten geneigtem Oberkörper und flacher Atmung.

Zeigt eine Pneumonie auskultatorisch und perkutorisch nicht die typischen Symptome einer Lungenentzündung, spricht man von einer atypischen Pneumonie.

6. Diagnostik [bearbeiten]

Zur Diagnose stehen neben der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung eine Reihe weiterer Methoden zur Verfügung.

Zur Isolation und Identifizierung des Erregers können Sputum, Blutkulturen, Pleurapunktate, Trachealsekret und serologische Untersuchungen aus Blut und Urin dienen. Bei komplizierten Fällen kann die Entnahme einer Biopsie notwendig sein.

Eine Röntgenaufnahme des Thorax kann Klarheit über vorliegende Verschattungen, Rundherde und Atelektasen liefern.

Labormedizinische Untersuchungen tragen zur Sicherung der Diagnose bei.

DD Typische versus atypische Pneumonie

alveoläre (bakterielle) Pneumonie

interstitielle (virale) Pneumonie

Akuter Beginn Subakuter Beginn
vorher gesundgrippaler Infekt als Vorerkrankung
Fieber > 38,5°C, SchüttelfrostFieber < 38,5°C, langsam steigend
Leukozytose mit Linksverschiebung, CRP und ESR erhöhtLymphozytose, CRP und ESR im Referenzbereich
produktiver Hustentrockener Husten
lobuläre und/oder lobäre Infiltrate im Röntgen-Thorax bevorzugt basalinterstitielle und/oder lobuläre Infiltrate, flächige milchglasartige Verschattung
Pleuritis häufigPleuritis selten
Rasselgeräusche,bei lobärem Befall zusätzlich KlopfschalldämpfungRasselgeräusche sehr diskret bzw. auskultatorisch unauffällig
schweres Krankheitsgefühl, Tachypnoe, Tachykardieweniger starkes Krankheitsgefühl

6.1. Diagnostische Hinweise [bearbeiten]

In der Anamnese zu erfragende Umstände können den Verdacht auf bestimmte Erreger lenken:

7. Therapie [bearbeiten]

Allgemeine therapeutische Maßnahmen bei einer Pneumonie sind:

Zur Therapie der bakteriell hervorgerufenen Pneumonien ist der Einsatz von Antibiotika sinnvoll. Hierbei ist wichtig auf Grundlage des zu erwartenden Erregers frühzeitig eine breit wirksame kalkulierte Chemotherapie mit den wahrscheinlich wirksamsten Antibiotika einzuleiten. Im Falle der ausbleibenden Besserung des Zustandes kann die Therapie umgestellt werden. Bei Nachweis des Erregers kann bei Möglichkeit auf ein Antibiotikum mit schnmalerem Wirkungsspektrum zurückgegriffen werden.

Unter (1) und (2) sind Quellen mit weiteren Informationen zur Therapie der bakteriell hervorgerufenen Pneumonien allgemein und nosokomialen Pneumonien im Speziellen zu finden.

Viral hervorgerufene Pneumonien können mit den vorliegenden Virostatika nur unzureichend behandelt werden. Die Therapie umfasst daher neben den allgemeinen Maßnahmen symptomatische Behandlung der Entzündung.

Der Einsatz von Antibiotika bei Pneumonien viraler Genese ist zur Behandlung oder Prophylaxe einer bakteriellen Superinfektion sinnvoll, kann aber bei Vorliegen einer rein viralen Form unter Kontrolle labormedizinischer Entzündungsparameter (Blutbild, ESR, CRP) abgewartet werden..

8. Weblinks [bearbeiten]

  1. Rationale Therapie bakterieller Atemwegsinfektionen - Empfehlung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft - PDF-Datei
  2. Nosokomiale Pneumonie: Prävention, Diagnostik und Therapie - Empfehlung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft - PDF-Datei
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