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Ancylostoma duodenale

Synonym: Grubenwurm
Englisch: Ancylostoma duodenale

1 Definition

Ancylostoma duodenale gehört zur Familie der Nematoden. Mit seinem Artverwandten Necator americanus ist er der humanpathogene Auslöser der Ancylostomatidose.

2 Merkmale

Ancylostoma duodenale ist ein zylindrischer Wurm von grau-weißer Farbe. Am vorderen Ende der Maulkapsel befinden sich zwei Ventralplatten. Sie haben je zwei große Zähne, die an der Basis zusammengewachsen sind. Ein weiteres kleines Zahnpaar befindet sich in der Tiefe der Maulkapsel.

Männliche Nematoden dieser Gattung werden zwischen 8 mm bis 11 mm lang mit einem Kopulationsbeutel am hinteren Ende. Weibliche Tiere sind zwischen 10 mm und 13 mm lang, mit einer Vulva am hinteren Ende. Weibchen legen zwischen 10.000 bis 30.000 befruchtete Eier pro Tag. Das Durchschnittsalter von Ancylostoma duodenale beträgt ein Jahr.

3 Lebenszyklus

Mit den Fäzes befallener Menschen gelangen täglich ca. 20.000 Eier in die Umwelt. Dort entwickeln sich unter feuchten Bedingungen und bei einer Temperatur von mindestens 20° C innerhalb von ein bis zwei Tagen Larven, die zunächst das Ei verlassen und durch eine Zwischenhäutung zu infektionsfähigen Larven werden. Sie können bei entsprechenden Umgebungstemperaturen bis zu einen Monat überleben, bis sie einen geeigneten Wirt infizieren.

Die Larven dringen in den menschlichen Körper ein, indem sie die Haut des Menschen durchdringen, wobei die untere Extremität die häufigste Eintrittspforte darstellt. Eine orale Aufnahme der Larven über kontaminierte Lebensmittel ist ebenfalls möglich. Nachdem sie in den menschlichen Organismus eingedrungen sind, gelangen sie über Blut und Lymphe in die Lunge. In der Lunge verlassen sie das Gefäßsystem und wandern über die Alveolen zu Trachea und Pharynx, wo sie verschluckt und ausgehustet werden. Im Dünndarm erfolgt die Reifung zum adulten Wurm.

Die Wanderung im menschlichen Organismus sowie die Reifung zum adulten Wurm nehmen etwa fünf Wochen in Anspruch.

4 Vorkommen

Ancylostoma duodenale kommt weltweit vor, jedoch vermehrt in Südeuropa, Nordafrika, Indien, China, Südostasien, Karibik, Südamerika und in einigen Teilen der USA. Die Lebensbedingungen für Larven und Eier sind - bedingt durch konstante Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit - auch in Gruben und Minen ideal. Früher war der Erreger deshalb unter dem Namen "Grubenwurm" bekannt.

5 Nachweis

An der Eintrittsstelle der Larven in der Haut treten Rötung und Juckreiz auf. Im Röntgenbild des Thorax zeigen sich wolkenartige Infiltrate. Die Diagnose wird in der Regel durch den Nachweis der Wurmeier im Stuhl oder Sputum gestellt.

6 Therapie

Die Therapie erfolgt mit Anthelmintika wie Albendazol oder Mebendazol.

7 Prophylaxe

  • Kein Barfußlaufen auf feuchten Böden (z.B. Strand), dort ausreichendes Schuhwerk tragen
  • Kein Liegen auf nassem Sand ohne Decke oder Handtuch

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