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Staphylococcus aureus

von altgriechisch: σταφυλή ("staphylé") - Weintraube, κόκκος ("kókkos") - Kern und lateinisch: aureus - golden
Englisch: Staphylococcus aureus

1 Definition

Staphylococcus aureus ist ein zu der Gattung der Staphylokokken gehörendes Bakterium.

2 Mikroskopie

Abstriche von Staphylococcus aureus erscheinen mikroskopisch überwiegend als haufenförmig gelagerte grampositive Kokken. Auch die Lagerung in Tetraden und in Paaren kommt vor. Die Größe des Bakteriums liegt zwischen 0,8 und 1,2 µm.

3 Kulturelle Anzucht

Die Anzucht auf Blutagar führt bei humanen und bovinen Stämmen zur Ausbildung von charakteristischen gelblich-goldenen Kolonien. Aus dem Erscheinungsbild in der Kultur leitet sich auch die Speziesbezeichnung "Aureus" ab. Kolonien von S. aureus sind häufig von einem schmalen Hämolyse-Hof umgeben.

4 Vorkommen

Staphylococcus aureus kommt bei bis zu 50% der Bevölkerung in Haut, Nasenvorhof, Perineum, Colon und Vagina vor. Bei Personal medizinischer Einrichtungen kann die Trägerquote bei 90% liegen. In Anbetracht der MRSA-Problematik eine besorgniserregend hohe Zahl.

5 Übertragung

Der hauptsächliche Übertragungsweg von Staphylococcus aureus ist die Schmierinfektion, maßgeblich der Hautkontakt über die Hände. Auch Selbstinfektion von kolonisierten Bereichen auf andere Bereiche der Haut ist häufig.

6 Pathogenitätsfaktoren

Staphylococcus aureus besitzt eine Reihe von Pathogenitätsfaktoren, die zur Ausbildung von krankhaften Prozessen beitragen und vergleichsweise gut erforscht sind.:

Staphylococcus aureus besitzt antiphagozytäre Mechanismen:

Eine Reihe von Erkrankungen, die durch Staphylococcus aureus hervorgerufen werden, beruht auf der Bildung von Toxinen:

Bei so vielen Pathogenitätsfaktoren mag es verwunderlich erscheinen, dass Staphylococcus aureus nicht viel mehr Menschen befällt. Jedoch ist zu beachten, dass disponierende Faktoren des Patienten vorliegen müssen, damit eine Infektion leichter zustande kommt.

7 Dispositionsfaktoren

Disponierend für Infektionen mit Staphylococcus aureus sind:

8 Krankheitsbilder

Infektionen durch Staphylococcus aureus führen zu:

Darüber hinaus können Toxine von Staphylococcus aureus in Nahrungsmitteln zu einer Lebensmittelvergiftung führen. Dabei ist die Enteritis von der Enterokolitis zu unterscheiden.

9 Labordiagnose

Staphylococcus aureus unterscheidet sich von anderen Staphylokokken, den Koagulase-negativen Staphylokokken, durch die Bildung des Clumping-Faktors. Dieses auch als freie Koagulase bezeichnete Protein führt in Einheit mit dem körpereigenen Gerinnungsfaktor Prothrombin zur Bildung von Fibrin.

Der Clumping-Faktor wird im mikrobiologischen Labor mithilfe der Koagulase-Reaktion nachgewiesen.

Bei Infektionen mit Staphylococcus aureus ist das Anfertigen eines Antibiogramms sehr wichtig, da Antibiotikaresistenzen sehr häufig vorkommen.

10 Antibiotika

Staphylococcus aureus ist grundsätzlich empfindlich gegen Beta-Laktam-Antibiotika wie z.B. Methicillin (sog. Methicillin-sensibler Staphylococcus aureus). Über 80% der Stämme sind jedoch resistent gegen einfaches Penicillin. Diese Antibiotikaresistenz beruht auf der Ausbildung von Penicillinasen.

Eine Therapie mit Penicillin ist bei Infektionen mit Staphylococcus aureus daher meist unwirksam. Auch in unkomplizierten Fällen ist möglichst eine Therapie mit Penicillinase-festen Beta-Laktam-Antibiotika wie beispielsweise Flucloxacillin durchzuführen.

Bei Penicillinallergie kann Clindamycin eingesetzt werden. Clindamycin wirkt oft auch gegen MRSA und ist Mittel der ersten Wahl im Toxic Shock Syndrome, weil es die bakterielle Synthese von Toxinen hemmt.

Ebenfalls wirksam sind Makrolide wie Erythromycin und Fluorochinolone wie Levofloxacin bzw. Moxifloxacin. In bestimmten Fällen können auch Rifampicin und Gentamicin zur Anwendung kommen.

Als MRSA werden Staphylokokken bezeichnet, die aufgrund einer Veränderung der Penicillin-Bindungsproteine eine Resistenz gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika erworben haben. Diese Stämme sind meist auch gegen weitere Antibiotika resistent. Als Reserveantibiotika kommen in diesem Fall Glykopeptid-Antibiotika (z.B. Vancomycin) oder Teicoplanin in Frage.

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