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MRSA

Abkürzung für: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
Englisch: Methicillin-resistant Staphylococcus aureus

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

MRSA steht für Methicilin-resistenter Staphylococcus aureus - eine durch den breiten Einsatz von Antibiotika seit den 1960er Jahren zunehmend auftretende resistente Staphylokokkenart. In Kliniken und Pflegeeinrichtungen spielen MRSA als Verursacher von nosokomialen Infektionen eine wichtige Rolle.

Im klinischen Sprachgebrauch wird MRSA oft mit multiresistenter Staphylococcus aureus übersetzt. Fachlich gesehen ist das zwar nicht ganz korrekt, bezeichnet aber im Grunde das gleiche Resistenz-Phänomen.

Außerhalb von Kliniken und Pflegeeinrichtungen auftretende MRSA werden auch als Community-MRSA bezeichnet.

2 Resistenzmechanismus [bearbeiten]

Die Antibiotikaresistenz der MRSA-Stämme beruht auf der Veränderung der Penicillin-Bindungs-Proteine (PBP). Die Stämme werden auf diese Weise resistent gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika. Zusätzlich bestehen in den meisten Fällen Resistenzen gegen weitere Gruppen von Antibiotika. Die Resistenztestung wurde früher mit Methicillin oder Oxacillin durchgeführt, woher sich auch die Bezeichnung "Methicillin-resistent" herleitet.

3 Therapie und hygienische Maßnahmen [bearbeiten]

Eine MRSA-Infektion ist schwerer zu behandeln als eine Infektion mit sensiblen Keimen. Zum Einsatz kommen die Glykopeptid-Antibiotika Vancomycin und Teicoplanin, sowie neuere Präparate wie Linezolid, Daptomycin und Tigecyclin. Zudem werden betroffene Patienten isoliert.

Im Umgang mit MRSA ist besonderes Augenmerk auf die Einhaltung hygienischer Maßnahmen zu richten, da nur so eine weitere Ausbreitung innerhalb des Krankenhauses zu verhindern ist. Hauptübertragungsweg für MRSA sind Hände. Der Anteil von MRSA-Trägern unter dem Krankenhauspersonal beträgt bis zu 30%.

In diesem Zusammenhang ist die Sanierung von nicht erkrankten (= latenten) MRSA-Trägern von sehr großer Bedeutung. Zu diesem Zweck sind derzeit desinfizierende Ganzkörperbäder und die lokale Applikation des Antibiotikums Mupirocin üblich. In wieweit diese Massnahmen zur Eindämmung des Problems beitragen, ist umstritten. Bei Reihenuntersuchungen in den USA wurden mittlerweile MRSA in etwa 10% der Nasenabstriche von gesunden Kindern entdeckt.

Jüngere Forschungsergebnisse [1] weisen darauf hin, dass die Verbreitung von MRSA durch bestimmte Amöbenarten (Acanthamoeba polyphagam) gefördert wird. In diesen Einzellern können sich die Erreger sehr schnell vermehren.

4 Weblinks [bearbeiten]

Ein Merkblatt zum Umgang mit infizierten Patienten und Trägern mit genauer Vorgehensweise stellt das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Köln zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass sich die Vorgehensweise in anderen Kliniken von der im Merkblatt vorgeschlagenen abweichen kann.

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Hannes Fürstenberg

Student der Humanmedizin

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Annika Thüns schreibt seit dem 4.07.2012 im Flexikon, hat bereits 13 neue Artikel publiziert und 292 Artikeldetails verbessert.

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