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Doxycyclin

Englisch: doxycycline

1 Definition

Doxycyclin ist ein Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Tetrazykline. Es wird bei bakteriellen Infektionen mit grampositiven, gramnegativen und zellwandlosen Bakterien eingesetzt.

2 Chemie

Doxycyclin hat die Summenformel C22H24N2O8 und eine molare Masse von 444,43 g/mol.

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3 Pharmakologie

Tetrazykline wurden ursprünglich von Streptomyces-Pilzen produziert. Heutzutage werden sie teilsynthetisch durch Modifikation der natürlichen Moleküle hergestellt.

Die Wirkungsweise von Doxycyclin beruht auf einer Hemmung der ribosomalen Proteinbiosynthese der Bakterien. Doxycyclin verhindert, wie alle Antibiotika der Klasse der Tetrazykline, dass sich die Aminoacyl-t-RNA an die Akzeptorstellen der Ribosomen setzt.

Dies stoppt die Verlängerung der Polypeptidketten der Bakterien und hindert sie daran sich zu vermehren. Doxycyclin wirkt demnach bakteriostatisch, das heißt es hindert die Bakterien daran sich zu vermehren.

4 Anwendung

Doxycyclin wird angewandt bei bakteriellen Infektionen der Atemwege, z.B. bei akuten Schüben einer chronischen Bronchitis und Pneumonien durch Mycoplasmen, Rickettsien und Chlamydien. Im Hals-Nasen-Ohren-Bereich kann Doxycyclin bei Sinusitis und Otitis media zum Einsatz kommen.

Eine weitere mögliche Indikation sind Infektionen des Urogenitaltraktes wie Urethritis (oft durch Chlamydien hervorgerufen) und Prostatitis.

Bei Magen-Darm-Infektionen wirkt es bei Cholera, Yersinien und Campylobacter.

In der Dermatologie wird Doxycyclin bei Akne vulgaris, Rosacea und bei Hautzeichen der Borrelliose eingesetzt.

5 Nebenwirkungen

Nach der Einnahme von Doxycyclin kann es zu Reizungen und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut kommen. In manchen Fällen treten Pankreatitis, Erbrechen und andere gastrointestinale Beschwerden auf.

Desweiteren kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf Doxycyclin kommen, die mit Gesichtsödem, Zungen- und Rachenschwellung, Atembeschwerden und Schock einhergehen können. Eine Überempfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung (Hautausschlag, Juckreiz oder ein brennendes Gefühl bei Kontakt mit Sonnenlicht) kann ebenfalls entstehen.

Die Gruppe der Tetrazykline zeigt unter einander Kreuzallergien.

6 Gegenanzeigen

Doxycyclin darf nicht eingenommen werden bei schweren Leberfunktionsstörungen, Niereninsuffizienz und Überempfindlichkeitsreaktionen.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Doxycyclin nicht eingenonmmen werden, da es ab dem 4. Monat beim Fetus zu Zahnverfärbungen, Schmelzdefekten und einer Verzögerung des Knochenwachstums führen kann. Außerdem besteht während der Schwangerschaft eine erhöhte Gefahr der Leberschädigung.

Bei Kindern sollte Doxycyclin erst nach dem 12. Lebensjahr eingesetzt werden.

7 Wechselwirkungen

Doxycyclin tritt mit mehrwertigen Metallionen in Wechselwirkung. Wenn es an diese gebunden wird, ist die Resorption im Darm eingeschränkt. Deshalb sollte während der Behandlung mit Doxycyclin auf einen Konsum von Milch, einem starken Calciumträger, verzichtet werden, da die Wirksamkeit des Antibiotikums stark beeinflusst werden kann. Es reicht auch aus, zwischen dem Trinken von Milch und der Einnahme der Tabletten einen Mindestabstand von 2 Stunden einzuhalten. Das Gleiche gilt natürlich auch für Milchprodukte wie Käse, Quark usw.

Fachgebiete: Arzneimittel

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