Cholera
von griechisch: χολερα - Gallenbrechdurchfall
Englisch: cholera
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| A00.- | Cholera | |
| A00.0 | Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar cholerae, klassiche Cholera | |
| A00.1 | Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar eltor, El-Tor-Cholera | |
| A00.9 | Cholera, nicht näher bezeichnet | |
| ICD-10-GM online (Version 2011) | ||
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Sie zählt zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten.
2 Symptomatik [bearbeiten]
Für Cholera typisch ist ein plötzliches Auftreten von Durchfall und Erbrechen, verbunden mit einer raschen Exsikkose (Austrocknen) durch den Verlust von Elektrolyten.
Sekundäre Symptome können sein:
Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis Tage (meist 2-3 Tage). Die Krankheit verläuft häufig asymptomatisch. Bei der Cholera sicca ist es möglich, dass der Tod eintritt, noch bevor Durchfälle auftreten.
Die Letalität beträgt bei einer unbehandelten Erkrankung ca. 70%. Bei früher Erkennung und Rehydrierung ist die Prognose jedoch sehr gut. Eine schnelle Diagnostik ist daher entscheidend für die Chancen des Infizierten.
3 Epidemiologie [bearbeiten]
Cholera tritt als Epidemie unter schlechten hygienischen Bedingungen, häufig in Ländern der Dritten Welt auf. Meistens werden die Erreger durch kontaminiertes Trinkwasser, seltener durch Verzehr rohen Fisches aufgenommen.
4 Pathogenese [bearbeiten]
Durch Vibrio cholerae wird Choleratoxin produziert und in den menschlichen Körper ausgeschieden (Exotoxine). Dieses aktiviert die Adenylatzyklase in Zellen des Dünndarms und führt somit zu einer verstärkten Sekretion von Chlorid-Ionen. Dadurch wird vermehrt Wasser ausgeschieden, was zu schwerer Diarrhö und Erbrechen führt.
5 Diagnostik [bearbeiten]
Die Diagnose einer Cholera wird im Rahmen einer Epidemie klinisch gestellt. Ein Nachweis des Erregers ist in Stuhl oder Erbrochenem möglich.
6 Therapie [bearbeiten]
Entscheidend für den Verlauf ist die schnellstmögliche Rehydratation (oral oder parenteral), zur Elimination noch vorhandener Erreger werden Antibiotika, beispielsweise ein Tetracyclin oder Cotrimoxazol eingesetzt.
7 Prophylaxe [bearbeiten]
Eine Impfung zum Schutz gegen Cholera (Cholera-Impfung) ist möglich, sie bietet jedoch keinen absoluten Schutz vor Erkrankung. Sanitäre Maßnahmen (u.a. auch das Abkochen von Trinkwasser) helfen eine Ausbreitung zu verhindern.
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Fachgebiete: Gastroenterologie, Mikrobiologie
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