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Cholera

von griechisch: χολερα - Gallenbrechdurchfall
Englisch: cholera

1 Definition

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Sie zählt zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten.

2 Klassifikation nach ICD 10

  • A00.0 Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar cholerae
  • A00.1 Cholera durch Vibrio cholerae O:1, Biovar eltor
  • A00.9 Cholera, nicht näher bezeichnet

3 Symptomatik

Für Cholera typisch ist ein plötzliches Auftreten von reiswasserartigen Durchfällen (bis zu 25 Liter pro Tag) und Erbrechen, verbunden mit einer raschen Exsikkose (Austrocknen) durch den Verlust von Elektrolyten. Sekundäre Symptome können sein:

Die Körpertemperatur bleibt meist normal, da die Infektion auf den Gastrointestinaltrakt beschränkt ist.

Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis Tage (meist 2-3 Tage). Die Krankheit verläuft häufig asymptomatisch. Bei der Cholera sicca ist es möglich, dass der Tod eintritt, noch bevor Durchfälle auftreten.

Die Letalität beträgt bei einer unbehandelten Erkrankung ca. 70%. Bei früher Erkennung und Rehydrierung ist die Prognose jedoch sehr gut. Eine schnelle Diagnostik ist daher entscheidend für die Chancen des Infizierten.

4 Epidemiologie

Cholera tritt als Epidemie unter schlechten hygienischen Bedingungen, häufig in Ländern der Dritten Welt auf. Aktuelle Endemiegebiete sind Mittelafrika und der indische Subkontinent (Stand 02/2016). Meistens werden die Erreger durch kontaminiertes Trinkwasser, seltener durch Verzehr rohen Fisches aufgenommen.

5 Pathogenese

Durch Vibrio cholerae wird Choleratoxin produziert und in den menschlichen Körper ausgeschieden (Exotoxine). Dieses aktiviert die Adenylatzyklase in Zellen des Dünndarms und führt somit zu einer verstärkten Sekretion von Chlorid-Ionen. Dadurch wird vermehrt Wasser ausgeschieden, was zu schwerer Diarrhö und Erbrechen führt.

6 Diagnostik

Die Diagnose einer Cholera wird im Rahmen einer Epidemie klinisch gestellt. Ein Nachweis des Erregers ist in Stuhl oder Erbrochenem möglich.

7 Therapie

Entscheidend für den Verlauf ist die schnellstmögliche Rehydratation (oral oder parenteral), zur Elimination noch vorhandener Erreger werden Antibiotika, beispielsweise ein Tetracyclin oder Cotrimoxazol eingesetzt.

8 Prophylaxe

Eine Impfung zum Schutz gegen Cholera (Cholera-Impfung) ist möglich, sie bietet jedoch keinen absoluten Schutz vor Erkrankung. Sanitäre Maßnahmen (u.a. auch das Abkochen von Trinkwasser) helfen eine Ausbreitung zu verhindern.

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