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Leber

von altgriechisch: hepar - Leber
Englisch: liver

1 Definition

Die Leber ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels. Die wichtigsten Aufgaben sind:

  • Abbau und Ausscheidung von Stoffen
  • Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe
  • Verwertung von Nahrungsbestandteilen

2 Überblick

Die Leber ist im erwachsenen menschlichen Körper die größte Verdauungsdrüse. Sie bildet verschiedene Bluteiweiße, Abwehrstoffe und Galle und ist das Hauptentgiftungsorgan. Fast alle Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen zuerst zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt. Weitere Aufgaben der Leber sind die Speicherung von Vitaminen und die Synthese von Ausgangsprodukten für die Hormonproduktion.

3 Embryonalentwicklung

Die Leber entsteht aus einer epithelialen Knospe des embryonalen Vorderdarms, welche proliferiert und sich zum reifen Organ differenziert. Sie ist somit ein Derivat des Entoderms.

siehe Hauptartikel: Embryonale Leberentwicklung

4 Anatomie

Die menschliche Leber wiegt beim Erwachsenen ca. 1.400 bis 1.800 g. Sie ist ein weiches, ziemlich gleichmäßig strukturiertes Organ, das im rechten Oberbauch liegt. Makroskopisch lässt sich die Leber in 4 verschiedene Lappen (Lobi) unterteilen:

Zusätzlich zur makroskopisch-anatomischen Einteilung in Lappen kann die Leber funktionell in 8 Lebersegmente gegliedert werden.

siehe Hauptartikel: Leberanatomie

5 Histologie

Histologisch ist die Leber aus kleinen, 1-2 mm durchmessenden Strukturelementen, den Leberläppchen (Lobuli hepatis) aufgebaut. Sie bestehen wiederum aus konzentrisch um eine Zentralvene angeordneten Leberbälkchen, die aus säulenartig aufgereihten Leberzellen (Hepatozyten) bestehen. Zwischen ihnen verlaufen die blutgefüllten Lebersinusoide.

Von jeweils drei Leberläppchen eingeschlossen, findet man im histologischen Schnitt kleine Bindegewebsinseln, die Periportalfelder. Sie enthalten die zuführenden Blutgefäße, d.h. Äste der Arteria hepatica propria und der Vena portae, sowie die intrahepatischen Gallengänge. Zusammen bilden sie die so genannte Glisson-Trias.

Neben der rein anatomischen Unterteilung in Leberläppchen kann das Lebergewebe auch funktionell in Leberazini und Portalläppchen eingeteilt werden.

siehe Hauptartikel: Lebergewebe

6 Aufgaben

6.1 Überblick

Die Leber ist eng in die Steuerung des Glukose-, Fett- und Eiweißstoffwechsels eingebunden. Glukose wird vom Darmblut aufgenommen und kontrolliert an den restlichen Körper weitergegeben. Ein Überschuss wird als Glykogen gespeichert. Bei Hunger wird der Speicherstoff zu Glukose abgebaut. Die Leber beeinflusst durch die Steuerung von Hormonen (z.B. Insulin) den Blutzuckerspiegel und kann ihn, von der Nahrungsmittelzufuhr unabhängig, konstant halten. Insulin aktiviert in der Leber die "Verbrennung" des Zuckers und hemmt den Abbau von Fett.

6.2 Die Aufgaben im Einzelnen

7 Klinik

7.1 Wichtige Lebererkrankungen

Die Lebererkrankungen bezeichnet man auch als Hepatopathien. Sie sind die Domäne der Hepatologie, einer Teildisziplin der Gastroenterologie. Dazu zählen unter anderem:

7.2 Diagnostik

Die Leber kann mit verschiedenen Techniken untersucht werden, z.B. durch

7.3 Labordiagnostik

7.3.1 Leberenzyme

Bei einer Schädigung der Leberzellen treten einige Enzyme im Blutserum erhöht auf. Je nach dem, welche Enzyme erhöht sind, kann man oft auf die Art der Erkrankung schließen. Die Höhe des Enzymanstiegs im Serum entspricht dabei dem Ausmaß der Schädigung der Leberzellen. Oft gemessene Leberenzyme sind:

Weitere Einzelheiten siehe: Leberenzyme

7.3.2 Weitere Laborparameter

8 Literatur

  • "Therapie von Leber- und Gallekrankheiten", Hrsg. v. Wolfgang F. Caspary, Ulrich Leuschner u. Stefan Zeuzem. Springer Verlag Berlin (2001) ISBN 3-540-67390-3
  • "Spezielle pathologische Anatomie, Bd. 10: Pathologie der Leber und Gallenwege", Hrsg. v. Gerhard Seifert, Von Helmut Denk, H. P. Dienes, Jochen Düllmann. Springer Verlag Berlin (2000) ISBN 3-540-65511-5
  • "Lebererkrankungen", Hrsg. v. Ellen Schmidt, Friedrich W. Schmidt u. Michael P. Manns (2000) ISBN 3-8047-1640-7
  • "Praktische Hepatologie", Kuntz, Erwin; Kuntz, Hans-Dieter. Karl F. Haug Fachbuchverlag (1998) ISBN 3-8304-0479-4

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