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Alkalische Phosphatase

Abkürzung: AP
Englisch: alcalic phosphatase

1 Definition

Die Alkalischen Phosphatasen sind eine Gruppe von Enzymen, welche die Fähigkeit zur Spaltung von Phosphorsäuremonoestern haben. Die Bestimmung der alkalischen Phosphatase dient in der Labormedizin als Indikator für Erkrankungen der Leber und der Gallenwege, sowie für Veränderungen des Knochenstoffwechsels.

2 Eigenschaften

Alkalische Phosphatasen sind im menschlichen Körper weit verbreitete Enzyme, deren genaue Rolle im Stoffwechsel nicht vollständig aufgeklärt ist. Die meisten alkalischen Phosphatasen benötigen Zink und Magnesium als Cofaktoren und haben ihr pH-Optimum im alkalischen Bereich. Die höchsten Aktivitäten sind im Dünndarm, Knochen, Leber, Gallenwegen und Plazenta nachweisbar. Im Plasma enthaltene Alkalische Phosphatase entstammt vorwiegend Knochen und Leber.

3 Referenzbereich

Die Gesamt-AP liegt bei Männer und Frauen nach dem 17. Lebensjahr im Bereich von 30 bis 120 U/l.

Bei Kindern und Schwangeren liegen die Refernzwerte deutlich höher.

4 Bestimmung

Eine Bestimmung der Alkalischen Phosphatase im Serum ist im Rahmen der Diagnostik von Krankheiten der Gallenwege, Leber und Knochen indiziert.

Erhöhungen über den Referenzbereich finden sich insbesondere bei:

Während der Schwangerschaft (Anstieg des plazentaren Isoenzyms) und des Wachstums bei Jugendlichen (physiologisch erhöhter Knochenstoffwechsel) gelten andere Referenzbereiche.

Durch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Akivität der Alkalischen Phosphatase im Serum erhöht oder erniedrigt sein:

Ebenso ist die alkalische Phosphatase zum Teil erheblich erniedrigt bei der seltenen, angeborenen Erkrankung Hypophosphatasie (Rathbun-Syndrom), die oft nicht oder erst spät korrekt diagnostiziert wird. Die Hypophosphatasie kann bei Säuglingen tödlich verlaufen und zeigt sich im Erwachsenenalter v.a. durch Knochenschwäche und Gelenkentzündungen.

Die Bestimmung kann nach Blutentnahme in ein Heparin-Röhrchen erfolgen. Eine Bestimmung aus EDTA- oder Oxalat-Plasma ist hingegen nicht möglich, da EDTA Magnesium und Oxalat Zink komplexiert und somit die Alkalische Phosphatase inaktiviert.

Tags:

Fachgebiete: Biochemie, Labormedizin

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