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Gastroenteritis

Synonym: Magen-Darm-Grippe
Englisch: gastroenteritis, acute gastroenteritis (AGE)

1 Definition

Die Gastroenteritis ist eine Schleimhautentzündung von Magen (Gastritis) und Dünndarm (Enteritis). Mitunter kann auch der Dickdarm mit einbezogen sein.

2 Ursachen

Eine durch Toxine ausgelöste Gastroenteritis bezeichnet man auch als Lebensmittelvergiftung.

2.1 Erregerspektrum

Eine infektiöse Gastroenteritis kann durch eine Vielzahl von Krankheitserregern hervorgerufen werden, darunter Viren und Bakterien:

3 Epidemiologie

Gastroenteritiden sind die häufigste Ursache für Durchfall und Übelkeit und stellen einen der häufigsten Gründe für das Aufsuchen einer ärztlichen Praxis dar.

4 Pathogenese

Die durch bakterielle Infektion hervorgerufenen Gastroenteritiden können bezüglich ihrer Pathogenese in drei Gruppen eingeteilt werden (nach Hahn/Falke, "Medizinische Mikrobiologie", Springer-Verlag):

  • Sekretionstyp
  • Penetrationstyp
  • Invasionstyp

4.1 Sekretionstyp

Eine Gastroenteritis vom Sekretionstyp betrifft vornehmlich den Dünndarm. Durch bakterielle Produkte (z.B. Ektotoxine) erfolgt eine vermehrte Sekretion der Dünndarmmukosa mit dem Resultat einer wässrigen Diarrhö.

Erreger, die eine Gastroenteritis vom sekretorischen Typ hervorrufen sind unter anderem:

4.2 Penetrationstyp

Gastroenteritiden vom Penetrationstyp sind durch eine Penetration der Dünndarmmukosa gekennzeichnet. die Entzündung spielt sich in der Submukosa ab. Die dadurch hervorgerufene Immunreaktion des Körpers führt zur Ausbildung von Fieber. Die Durchfälle sind meist wässrig, unter Umständen auch (leicht) blutig.

Gängige Erreger einer Gastroenteritis vom Penetrationstyp sind:

4.3 Invasionstyp

Die Gastroenteritis vom Invasionstyp kennzeichnet sich durch eine Invasion der Colonmukosa durch die bakteriellen Erreger. Es kommt zu einer Zerstörung des Epithels. Klinisch treten blutig-schleimige Durchfälle mit Tenesmen auf.

Erreger einer Gastroenteritis vom Invasionstyp sind unter anderem:

5 Klinik

Typischerweise gibt es bei einer Gastroenteritis eine Inkubationszeit von mehr als 6 Stunden. Der Beginn der Krankheit ist meist plötzlich mit hohem Fieber, starkem Erbrechen, Bauchschmerzen sowie Durchfall mit häufigen dünnen Stuhlgängen. In den meisten Fällen gibt es eine Spontanremission innerhalb von 24 Stunden.

6 Meldepflicht

Das deutsche Infektionsschutzgesetz schreibt hierzulande eine Meldepflicht für Gastroenteritiden vor, die von den folgenden Erregern ausgelöst wurde:

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