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Magen

Synonyme: Ventriculus, Gaster
Englisch: stomach

1 Allgemein

Der Magen ist das zwischen Ösophagus und Duodenum eingeschaltete Hohlorgan, in dem die ersten Schritte der Verdauung stattfinden. Er tritt in seiner primitivsten Form bereits bei Cnidaria (Nesseltieren) auf.

2 Anatomie

2.1 Form

Der Magen ist ein schlauch- bis sackförmiges Hohlorgan, das sich im linken oberen Quadranten des Abdomens kurz unterhalb des Diaphragma befindet. Beim Mensch liegt er als einhöhliger Magen vor. Durch seine gebogene Form weist er eine konvexe, nach links gerichtete, und eine konkave, nach rechts und kranial weisende Magenkurvatur auf. An ihnen verlaufen Gefäßarkaden zur Versorgung des Organes entlang. Ihre lateinische Bezeichnung lautet:

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2.2 Einteilung

Die Einteilung des Magens erfolgt in vier Abschnitte, die eine unterschiedliche Histologie und Funktion aufweisen. Man unterscheidet:

Die obere Magenöffnung wird als "oberer Magenmund" oder Ostium cardiacum, die untere Magenöffnung als "unterer Magenmund" oder Ostium pyloricum bezeichnet.

2.3 Lage

Der Magen liegt intraperitoneal, als entwicklungsgeschichtliches Relikt weist er zwei Mesogastrien (Mesenterien) auf, die sich als Omentum majus bzw. minus sowie als Verbindungszüge zwischen Magen und benachbarten Organen weiterentwickeln und die Bursa omentalis einschliessen.

2.3.1 Peritonealbezüge des Magens

2.4 Arterielle Versorgung

Die arterielle Versorgung des Magens erfolgt über mehrere Blutgefäße, die alle aus dem Truncus coeliacus entspringen und untereinander zahlreiche Anastomosen bilden:

2.5 Venöse Drainage

Die venöse Drainage des Magens erfolgt

2.6 Innervation

Wie andere Teile des Verdauungstrakts, besitzt auch der Magen ein autonom funktionierendes Nervensystem (enterisches Nervensystem). Die selbstständige Tätigkeit des Magens wird durch folgende Efferenzen moduliert:

2.6.1 Parasympathische Fasern

Die parasympathischen Fasern entstammen den beiden Nervi vagi. Da sich auf dem Ösophagus zwei Trunci vagales befinden, gehen aus diesen am Magen der Plexus gastricus anterior und posterior hervor, welche jeweils die Vorder- und Hinterwand (Paries anterior und Paries posterior) des Magens versorgen. Häufig verlassen schon direkt nach dem Durchtritt durch das Zwerchfell (Hiatus oesophageus) einige kleinere Äste (Rami pylorici) die Trunci vagales, um zum Pylorus zu ziehen. Auf dem Weg dorthin verlaufen sie zunächst mit den Rami hepatici in Richtung der Leberpforte, um dann im Omentum minus nach kaudal verlaufend den Pylorus zu erreichen. Wird der Parasympathikus aktiviert, führt dies zu einer Steigerung der Magenmotorik und -sekretion sowie zu einer Erweiterung der Gefäße (Vasodilatation).

2.6.2 Sympathische Innervation

Die sympathische Innervation erfolgt durch postganglionäre Nervenfasern aus dem Ganglion coeliacum, die gemeinsam mit den Arterien zum Magen ziehen. Der Nervus splanchnicus major ist der Hauptnerv, der die präganglionären Fasern abgibt und somit einen wesentlichen Beitrag zur sympathischen Innervation trägt. Eine Sympathikusaktivierung führt zu einer Hemmung der Magenmotorik und verringert die Magensekretion. Zusätzlich bewirkt sie eine Vasokonstriktion.

3 Histologie

Der Magen weist schematisch denselben Wandaufbau auf wie alle Abschnitte des Gastrointestinaltraktes. Der Magenschleimhaut untergelagert ist eine submuköse Bindegewebeschicht; eine dreilagige, gewunden verlaufende Tunica muscularis sorgt über koordinierte Kontraktionen der glatten Muskulatur (Peristaltik) für den Weitertransport des Chymus sowie die Durchmischung des Speisebreis.

Die Magenmukosa weist zahlreiche Drüsen auf, die so genannten Magendrüsen. Man unterscheidet:

In diesen Drüsen stößt man auf verschiedene Zelltypen: Vor allem im Kardiabereich kommen schleimsezernierende Nebenzellen vor, während die Hauptzellen des Corpusbereiches vor allem Pepsinogen produzieren. Daneben sind Belegzellen (Parietalzellen) beschrieben, die über eine luminale H+-K+-ATPase Protonen abgeben und damit für den sauren Magen-pH verantwortlich sind. Sie sezernieren außerdem Intrinsic Factor.

Merkhilfe:
"Die Belegschaft ist sauer, weil die Nebenschaft schleimt und die Hauptschaft Pepsi trinkt."

(Belegzellen → Salzsäure, Nebenzellen → Schleim, Hauptzellen → Pepsinogen)

siehe auch: Magenschleimhaut

4 Physiologie

Die Aufgaben des Magens in der Verdauung sind vielschichtig und gehen weit über die einfache Aufnahme der zerkleinerten Nahrung hinaus. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Motilität des Magens und die kontinuierliche Sekretion von Magensaft, der als aggressivsten Bestandteil die Magensäure enthält.

4.1 Vorverdauung

Der Magen übernimmt einen wichtigen Teil der Verdauung von Proteinen und Fetten und unterliegt dabei in seiner sekretorischen und mechanischen Funktion einer komplexen endokrinen Regulation. Über eine Ansäuerung des Speisebreis mit Magensäure und eine Versetzung mit Pepsin und Kathepsin wird eine erste Aufschliessung der Proteine vorgenommen. Sie führt zu einer Denaturierung bzw. Quellung der Eiweiße und ihrer Aufspaltung in kleinere Polypeptid-Fragmente. Darüber hinaus sorgt die myogene Magenperistaltik für eine gründliche Durchmischung des Chymus, was eine Emulgierung der in der Nahrung erhaltenen Fette bewirkt und die weitere Fettverdauung optimiert. Die Kohlenhydratverdauung hingegen sistiert im Magen, da die Aktivität der Alpha-Amylase durch den sauren Magen-pH gestoppt wird.

4.2 Speicherfunktion

Der Magen ist in der Lage, durch seine Dehnbarkeit und seine Verschlussmuskeln Nahrung zu speichern. Dadurch sorgt er für eine gleichmäßige, "geglättete" Weitergabe des Speisebreis an die distalen Darmabschnitte.

siehe auch: Magenerkrankungen

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