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Amylase

(Weitergeleitet von Alpha-Amylase)

1 Definition

Amylasen sind Enzyme, die alpha-1,4-glykosidische Bindungen der Stärke in Oligosaccharid- bzw. Disaccharid-Einheiten aufspalten können.

2 Einteilung

Physiologisch sind α-Amylasen (syn. Endoamylasen) und β-Amylasen (syn. Exoamylasen) zu unterscheiden.

2.1 Alpha-Amylase

Alpha-Amylase hydrolisiert 1,4-alpha-glykosidische Bindungen und zerlegt auf diese Weise Stärkebestandteile wie Amylose und Amylopektin in kleinere Oligosaccharide, die aus 6-7 oder weniger Glucoseeinheiten bestehen. Es handelt sich um ein so genanntes Endoenzym. Das bedeutet: Alpha-Amylase kann 1-4-glykosidische Bindungen im Inneren der Stärke-Moleküle angreifen. Auf diese Weise kann das Enzym nicht angreifbare alpha-1,6-glykosidische Bindungen umgehen, wie man sie im Amylopektin findet.

2.2 Beta-Amylase

Beta-Amylase hydrolisiert ebenfalls 1,4-alpha-glykosidische Bindungen. Im Gegensatz zur Alpha-Amylase handelt es sich jedoch um ein Exoenzym, das Amylose und Amylopektin nicht von innen, sondern nur von "außen" angreifen kann, d.h. von ihrem nicht reduzierenden Ende. Beta-Amylase kann daher alpha-1,6-glykosidische Bindungen nicht umgehen.

3 Vorkommen

Amylasen werden unter anderem in der Bauchspeicheldrüse (Pankreasamylase) und in der Speicheldrüsen der Mundhöhle (Speichelamylase) produziert.

4 Funktion

Amylase zerlegt mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate in kleinere Einheiten (Oligosaccharide) und macht sie dadurch für den Körper verwertbar.

5 Klinik

Eine Erhöhung der alpha-Amylase im Blut ist ein labormedizinisches Kriterium für das Vorliegen einer Pankreatitis.

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Fachgebiete: Biochemie

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