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Ovar

von lateinisch: ovum - Ei
Synonym: Eierstock, Ovarium

1 Definition

Das Ovar zählt zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen. Im Eierstock werden Eizellen ausgebildet, die während der Geschlechtsreife monatlich ausgestoßen werden (Ovulation). Eine weitere wichtige Aufgabe des Ovars ist die Produktion und Sekretion von weiblichen Geschlechtshormonen. Das Ovar ist ein paariges Organ.

2 Embryologie

Die Gonaden (Keimdrüsen) sind in der Genitalleiste als indifferente, paarige Organe angelegt, welche sich an der hinteren Leibeswand des Embryos befinden. Ab der 4. Embryonalwoche beginnen sich die Keimdrüsen durch Proliferation zu entwickeln. Anschließend wandern die Urkeimzellen ab der 6. Embryonalwoche von der Wand des Dottersacks über das dorsale Enddarmmesenterium in die Gonadenanlage ein, wo dort die weitere Differenzierung der Gonaden abläuft.

3 Anatomie

3.1 Lage

Das Ovar liegt intraperitoneal im kleinen Becken (Pelvis minor) in einer kleinen Gewebevertiefung, der Fossa ovarica. Sie befindet sich im Bereich der Aufzweigung der Arteria iliaca communis bzw. Vena iliaca communis. Durch seine schräge Lage sind die laterokraniale Extremitas tubaria und die mediokaudale Extremitas uterina als Pole des Organs anzusprechen. An der Extremitas tubaria setzt das Ligamentum suspensorium ovarii an und verbindet das Ovar mit der seitlichen Beckenwand. An der Extremitas uterina setzt das Ligamentum ovarii proprium an, welches das Ovar mit dem Uterus verbindet.

3.2 Form

Das Ovar ist 3-5 cm lang und 0,5-1 cm dick und besitzt eine mandelähnliche zu beiden Seiten konvexe Form. Das jugendliche Ovar besitzt eine glatte Oberfläche. Bei Eintritt der Geschlechtsreife hat die ovarielle Oberfläche durch das Wachstum der Ovarialfollikel bedingte blasige Auftreibungen und insbesondere bei älteren Frauen narbige Zerklüftungen an Stellen, die ehemals ein Corpus luteum ausgebildet haben.

3.2.1 Margo mesovaricus

Der nach vorne gerichtete Rand (Margo) des Ovars wird als Margo mesovaricus, da an dieser Stelle das Mesovar ansetzt. Am Margo mesovaricus liegt das Hilum des Ovars.

3.2.2 Margo liber

Der freie, dem Margo mesovaricus gegenüberliegende Rand des Ovars wird als Margo liber bezeichnet. Er ist nach dorsokaudal gerichtet.

3.3 Leitungsbahnen

3.3.1 Gefäßversorgung

Die Gefäßversorgung des Ovars erfolgt über die Arteria ovarica, die beidseitig kaudal des Abgangs der Nierenarterie aus der Aorta abdominalis entspringt und durch das Ligamentum suspensorium ovarii zum Hilum zieht. Zusätzliche arterielle Versorgung erhält das Ovar durch den Ramus ovaricus der Arteria uterina, der im Ligamentum ovarii proprium nach lateral zum Ovar verläuft und dort mit der Arteria ovarica Anastomosen ausbildet.

Der venöse Abfluss erfolgt hauptsächlich über die Vena ovarica, die links in die Vena renalis, rechts direkt in die Vena cava inferior mündet. Liegt zusätzlich ein ausgedehnter Plexus venosus ovaricus vor, kann zudem ein Abfluss über die Vena uterina existieren.

3.3.2 Nervöse Versorgung

Die vegetative Innervation des Ovars erfolgt aufgrund des Absinkens (Deszensus) teilweise über den Plexus mesentericus superior und den Plexus renalis, teilweise auch über den Plexus hypogastricus inferior. Der Großteil der Fasern zieht aber unverschaltet durch die genannten Plexus hindurch. Sie schalten in organnah gelegene Plexus auf das 2. efferente Neuron um: Fasern aus dem Plexus renalis im Plexus ovaricus und Fasern aus dem Plexus hypogastricus inferior im Plexus uterovaginalis. Letzter ist meist kräftig ausgebildet und enthält neben Fasern zahlreiche Ganglienzellen. Er wird deshalb auch als "Frankenhäuser-Ganglion" bezeichnet. Wie bei anderen Organen innervieren mehrheitlich die sympathischen Fasern die Gefäße des Ovars und regulieren damit die Organdurchblutung.

4 Funktionelle Histologie

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Das Ovar ist vom einschichtig kubischen Müller-Epithel umgeben, das in eine bindegewebige Kapsel, die Tunica albuginea übergeht. Unter der Kapsel lässt sich ein Schichtenbau (von außen nach innen) erkennen:

Die Rinde des Ovars enthält spinozelluläres Bindegewebe, eine besondere Form von Bindegewebe, die nur im Ovar vorkommt. Das Mark enthält lockeres Bindegewebe.

Die funktionell wichtigen Strukturen des Ovars sind in der Rinde gelegen. Hier findet die Follikelreifung statt, die in folgenden Schritten verläuft:

Der Graaf-Follikel rupturiert bei der Ovulation und entlässt die reife Eizelle in die Tuba uterina. Follikel enthalten Granulosazellen und Thekazellen, die die Eizelle umgeben und synthetisch aktiv sind. Sie verbleiben im Falle des Graaf-Follikels nach dem Eisprung im Ovar und wandeln sich zum Corpus luteum (Gelbkörper) um.

Follikel, die es innerhalb eines Menstruationszyklus nicht bis zur Sprungreife reifen unterliegen der Follikelatresie.

Bleibt eine Befruchtung der Eizelle aus degeneriert zum Ende des Menstruationszyklus auch das Corpus luteum und verbleibt als bindegewebiges Corpus albicans im Ovar. Bei Befruchtung der Eizelle wird das Corpus luteum durch Einfluss von Hormonen für die Schwangerschaft erhalten.

5 Krankheitsbilder

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