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Nervenzelle

(Weitergeleitet von Neuron)

Synonyme: Neuron, Neuronum
Englisch: neuron, nerve cell

1 Definition

Nervenzellen sind spezialisierte Zellen, die für die Reizaufnahme sowie die Weitergabe und Verarbeitung von Nervenimpulsen (Erregungsleitung) zuständig sind.

2 Einteilung

Die Einteilung von Nervenzellen kann anhand der Beobachtung einzelner Zellen oder anhand der den Nervenzellen zugeordneten Eigenschaften in Zellverbänden getroffen werden (z.B. entsprechend der Leitungsgeschwindigkeit nach Erlanger/Gasser). Bei der einzelnen Nervenzelle werden vor allem deren Morphologie sowie zugehörige Neurotransmitter (z.B. Acetylcholin bei sog. cholinergen Zellen) zur Klassifikation herangezogen.

2.1 ...nach Morphologie

Während der Embryonalzeit kommen darüber hinaus apolare Nervenzellen (Neuroblasten) vor, die noch keine Fortsätze besitzen.

2.2 ...nach Funktion

3 Anatomie

Im Zentralnervensystem (ZNS) sind Nervenzellen die wesentlichen Bestandteile des Parenchyms von Rückenmark und Gehirn. Im peripheren Nervensystem (PNS) werden Bündel von Tausenden von Nervenfasern mit ihren jeweils umliegenden Hüll- und Versorgungsschichten als Nerven bezeichnet. Die Hirnnerven, welche ihren Ursprung in Strukturen des ZNS finden, sind ebenfalls Teil des PNS.

Von den Rezeptoren in den Sinnesorganen zum ZNS ziehende Fasern werden afferent genannt, vom ZNS zu den Effektoren (z.B. Muskeln, Drüsen) laufende Nervenfasern nennt man efferent. Dabei können efferente und afferente Fasern einander angelagert sein und einen gemeinsamen Verlauf nehmen. Innerhalb des ZNS steht "afferent" für zuleitend, "efferent" für ableitend.

4 Histologie/Ultrastruktur

An der Nervenzelle lassen sich verschiedene Abschnitte differenzieren:

  • Die Dendriten sind feinste plasmatische Verästelungen des Zellkörpers, die über Synapsen den Kontakt zu Tausenden anderer Nervenzellen herstellen und von ihnen Erregungen empfangen.
  • Als Soma bezeichnet man den Zellkörper einer Nervenzelle, den plasmatischen Bereich um den Zellkern, ohne Dendriten und Axon.
  • Das Axon (auch Neurit genannt) ist ein langer Fortsatz der Nervenzelle, welcher der Weiterleitung der Nervenimpulse dient. Die Aktionspotenziale werden über das Axon zu anderen Nervenzellen oder Muskelzellen fortgeleitet.
  • Der Axonhügel am Übergang vom Soma in das Axon erzeugt bei Überschreiten der Depolarisationsschwelle eine Folge von Aktionspotenzialen.
  • Das synaptische Endknöpfchen am Ende des Axons überträgt das einlaufende Signal durch chemische Erregungsübertragung mit Hilfe von Neurotransmittern auf die Dendriten der nachgeschalteten Zelle.

5 Physiologie

5.1 Erregungsleitung

Die über Nervenzellen weitergeleiteten Informationen werden durch Änderungen des elektrischen Potenzials der Zellmembran codiert. Dieser Mechanismus ist die Grundlage der Erregungsleitung. Durch das Öffnen von Ionenkanälen in der Zellmembran können Ionen ein- oder ausströmen und so die Ladung der Zelle ändern. Diese Ladungsänderung wird passiv oder durch Aktionspotenziale weitergeleitet und an den Synapsen auf andere Nervenzellen übertragen.

5.2 Axonaler Transport

Stoffbewegungen innerhalb der teilweise sehr langen Axone werden durch spezielle zelluläre Abläufe ermöglicht, die man unter der Bezeichnung "axonaler Transport" zusammenfasst.

6 Weblinks

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