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Summer Break: Keine Edits vom 16. bis 31. August.Geht mal raus zum Baden!
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Geht mal raus zum Baden!
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Summer Break

Liebe Autoren,
Wir sind an den Strand gefahren. Denn auch unsere fleißigen Lektoren brauchen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon von 16. bis 31. August 2014 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 1. September kann wieder mit voller Kraft ergänzt und geändert werden.

Unser Tipp: Geht auch mal schwimmen. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr wieder kommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Hirnnerven

Synonym: Nervi craniales
Englisch: cranial nerves

1 Definition

Als Hirnnerven bezeichnet man Nerven, die nicht aus den Spinalnerven hervorgehen, sondern direkt aus spezialisierten Nervenzellansammlungen (Hirnnervenkernen) entspringen. Hirnnerven besitzen immer mindestens eine Durchtrittstelle innerhalb der knöchernen Struktur des Schädels.

2 Systematik

Die Hirnnerven werden mit römischen Ziffern in der Reihenfolge ihres Austritts aus dem Gehirn von rostral nach caudal numeriert. Die Systematik ist nicht einheitlich.

Als 1. Hirnnerv werden überwiegend die Fila olfactoria, die vom Bulbus olfactorius ausgehen, angesehen. Abweichend davon wird auch das beim Menschen rudimentär vorhandene Jacobson'sche Organ als 1. Hirnnerv bezeichnet. Der 2. Hirnnerv ist der Nervus opticus.

Heute besteht darüber Einigkeit, dass der 1. und der 2. Hirnnerv vorgelagerte Teile des Gehirns sind. Daher sind sie nicht als Nerven im eigentlichen Sinne anzusehen.

Nervus Bezeichnung Versorgungs­gebiet Faserqualität
I Nervus olfactorius (Riechnerv) Leitet Signale von der Nase zum Gehirn. sensorisch (spezielle Viszeroafferenz, Geschmacks­wahrnehmung)
II Nervus opticus (Sehnerv) Leitet die Signale der Netzhaut zum Gehirn. sensorisch (Spezielle Somatoafferenz)
III Nervus oculomotorius (Augenbe­wegungs­nerv) Steuert Augenbewegungen, den Lidheber sowie die Regenbogenhaut (Iris). somato­motorisch und vegetativ (para­sympathisch)
IV Nervus trochlearis (Augenrollnerv) Steuert den schrägen oberen Augenmuskel somato­motorisch
V * Nervus trigeminus (Drillingsnerv) Untergliedert sich in den Augennerv (Nervus ophthalmicus), den Oberkiefernerv (Nervus maxillaris) und den Unter­kiefernerv (Nervus mandibularis). Er leitet sensible Infor­mationen aus dem ganzen Gesichts­bereich zum Gehirn und innerviert die Kaumuskulatur. somatoafferent und branchio­motorisch
VI Nervus abducens (Augenabziehnerv) Innerviert den lateralen Augenmuskel. somatomotorisch
VII * Nervus facialis (Gesichtsnerv) Steuert die Muskulatur der Mimik und Musculus stapedius, vermittelt auch die Geschmacks­wahrnehmung in den vorderen zwei Dritteln der Zunge, innerviert alle Kopfdrüsen außer der Ohrspeicheldrüse. branchiomotorisch, vegetativ (parasympathisch) und sensorisch
VIII Nervus vestibulocochlearis (Hör- und Gleichgewichtsnerv) Zuständig für die Weiter­leitung der Infor­mationen von der Hörschnecke und dem Gleichgewichtsorgan. sensorisch
IX * Nervus glossopharyngeus (Zungen-Rachen-Nerv) Leitet die Signale des hinteren Zungenabschnittes zum Gehirn und innerviert die Muskeln des Rachens. Wichtig für den Schluckakt. Innerviert auch die Ohrspeichel­drüse. sensorisch, sensibel, branchio­motorisch und vegetativ (parasympathisch)
X * Nervus vagus ("umherschweifender" Nerv) Hauptnerv des Parasympathikus und an der Regu­lation der Tätigkeit vieler innerer Organe beteiligt sensorisch, sensibel, branchio­motorisch und vegetativ (parasympathisch)
XI Nervus accessorius (Beinerv) Versorgt motorisch den Musculus trapezius und den Musculus sternocleidomastoideus. Der Nervus accessorius entspringt eigentlich aus dem Rückenmark. Da er jedoch parallel zum Rückenmark in die Schädel­höhle zieht und diese dann an der Schädel­basis wieder verlässt, wird er zu den Hirnnerven gezählt. somatomotorisch
XII Nervus hypoglossus (Unterzungennerv) Steuert die Zungenbewegung. somatomotorisch
*) embryologisch: Kiemenbogennerven
Tabelle modifiziert nach Wikipedia

Die Hirnnerven V, VII, IX und X klassifiziert man aufgrund ihrer embryonalen Entwicklungsgeschichte auch als Kiemenbogennerven. Ihre motorischen Faserqualitäten werden als speziell-viszeromotorisch bzw. branchiomotorisch bezeichnet. Sie versorgen Muskeln, die sich aus Muskelanlagen der Kiemenbögen entwickelt haben.

In einigen Lehrbüchern wird auch der Nervus XI (Nervus accessorius) zu den Kiemenbogennerven gerechnet. Das trifft aber nur für seinen kranialen Teil ("Ramus internus") zu, der eine Fortsetzung des Nervus vagus (Nervus X) darstellt.

Zum 7. Hirnnerven: Auch seine Systematik ist nicht einheitlich. Zuweilen wird nämlich ein Teil des 7. Hirnnerven, der Nervus intermedius, als "13. Hirnnerv" bezeichnet. Diese Auffassung ist für das Verständnis der Funktion des Parasympathikus im Kopfbereich nützlich.

2.1 Merkhilfe

Eselsbrücken für die 12 Hirnnerven:

  • "Oma oben ohne tanzt tropfnass, aber froh, vor Grossvater Alberts Haus."
  • "Onkel Otto orgelt Tag täglich aber freitags verspeist er gerne viele alte Hamburger"

Eselsbrücke für die 12 Faserqualitäten der Hirnnerven (s=sensibel; m=motorisch; b=beides):

  • "Some say money matters but my brother says big boobs matter more
  • "Some students make money but my brother says Boris Becker makes more"
Hirnnerven-Rap (oder ist es Elektro?)

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Fachgebiete: Zentralnervensystem

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