Parasympathikus
von griechisch: para - gegen; sympathikos - mitleidend
Synonyme: Pars parasympathica, Pars parasympathetica
Englisch: parasympathetic nervous system
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Der Parasympathikus ist als Teil des vegetativen Nervensystems Gegenspieler des Sympathikus. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die der Regeneration des Organismus und dem Aufbau von Energiereserven (trophotrop) dienen.
2 Anatomie [bearbeiten]
Die parasympathischen Kerngebiete liegen im Bereich des Hirnstammes und des Sakralmarkes. Die Hirnnerven III (Nervus oculomotorius), VII (Nervus facialis), IX (Nervus glossopharyngeus) und besonders X (Nervus vagus) enthalten parasympathische Fasern, die die Muskulatur und Drüsen des Kopf-Hals-Bereiches innervieren. Der Hirnnerv V (Nervus trigeminus) führt ebenfalls streckenweise parasympathische Fasern, die jedoch originär vom Nervus facialis stammen. Die inneren Organe des Thorax und teilweise des Abdomens werden vom Nervus vagus erreicht.
Daneben treten aus den sakralen Rückenmarkssegmenten S1 bis S3 parasympathische Nervi splanchnici pelvici (Nn. erigentes) aus, die den aboralen Bereich des Dickdarms (etwa ab der linken Colonflexur) und die Strukturen des kleinen Beckens (u.a. die Harnblase) innervieren.
3 Physiologie [bearbeiten]
Die parasympathischen Nerven verwenden Acetylcholin sowohl als prä- wie auch als postsynaptischen Neurotransmitter, das über muskarinerge Rezeptoren (mAChR) seine Wirkung vermittelt:
3.1 Organotrope Wirkungen des Parasympathikus [bearbeiten]
- Herz
- negativ chronotrop
- negativ dromotrop
- Blutgefäße
- direkte Wirkung fraglich, im Genitalbereich vasodilatorisch
- indirekte Vasodilatation durch Hemmung des tonisierenden Sympathikus
- Bronchien
- konstriktorisch
- vermehrte Schleimsekretion
- Gastrointestinaltrakt
- vermehrte Drüsensekretion
- verstärkte Peristaltik
- Harnblase
- Kontraktion des Musculus detrusor vesicae
- Erschlaffung des Sphinkter
- Uterus
- Kontraktion
- Auge
- Kontraktion des Musculus sphincter pupillae mit folgender Miosis
- Kontraktion des Musculus ciliaris mit verstärkter Akkommodation
- Speicheldrüsen
- vermehrte Speichelproduktion
4 Pharmakologie [bearbeiten]
- Medikamente, die den Parasympathikus verstärken, nennt man Parasympathikomimetika. Dabei unterscheidet man direkte Mimetika (Beispiele: Acetylcholin, Pilocarpin, Muscarin, Arecolin) mit Wirkungen an Acetylcholin-Rezeptoren und indirekte Mimetika, die die Acetylcholinesterase hemmen (Beispiele: Physostigmin, Neostigmin, Pyridostigmin).
- Medikamente, die den Parasympathikus hemmen, nennt man Parasympathikolytika (Beispiele: Atropin, Scopolamin, Tropicamid und deren Derivate)
Siehe auch:
5 Weblinks [bearbeiten]
Fachgebiete: Allgemeine Anatomie
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