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Noradrenalin

von lateinisch: glandula adrenalis - Nebenniere
Synonyme: Norepinephrin, Arterenol, Levarterenol
Englisch: noradrenaline, norepinephrine

1 Definition

Noradrenalin ist ein zur Gruppe der Katecholamine gehöriger Neurotransmitter.

2 Chemie

Noradrenalin hat die Summenformel C8H11NO3 und eine molare Masse von 169,18 g/mol.

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3 Metabolismus

3.1 Synthese

Noradrenalin kann im menschlichen Organismus aus den Aminosäuren Phenylalanin beziehungsweise Tyrosin synthetisiert werden. Die für die Synthese benötigten Reaktionsschritte laufen außer im Nebennierenmark auch in den postsynaptischen (noradrenergen) Neuronen des Sympathikus und in verschiedenen Nervenzellen des Gehirns (beispielsweise im Locus coeruleus) ab.

Im ersten Schritt der Noradrenalin-Biosynthese wird das Tyrosin-Molekül am C3-Atom mit einer zweiten Hydroxylgruppe ausgestattet und liegt damit als 3,4-Dihydroxyphenylalanin (DOPA) vor. Danach decarboxyliert das Enzym DOPA-Decarboxylase das entstandene Molekül zum biogenen Amin Dopamin. Durch die Hydroxylierung der Seitenkette mit Hilfe der Dopamin-Hydroxylase entsteht schließlich Noradrenalin; bei diesem Reaktionsschritt ist Ascorbinsäure als Cofaktor beteiligt.

3.2 Abbau

Noradrenalin kann nach Ausschüttung in den synaptischen Spalt teilweise wieder vom präsynaptischen Neuron aufgenommen werden. Besonders das aus der Nebenniere freigesetzte Hormon muss jedoch enzymatisch inaktiviert werden. Dieser Schritt wird von zwei Enzymen vermittelt:

4 Funktion

Noradrenalin entfaltet seine Wirkung im menschlichen Organismus an sogenannten Adrenozeptoren, besonders den α-Rezeptoren, in geringerem Umfang an β-Rezeptoren (Herz, Lunge). Noradrenalin ist der hauptsächliche Neurotransmitter des Sympathikus, wirkt nach Ausschüttung aus dem Nebennierenmark aber auch als Hormon. Noradrenalin kontrahiert die Widerstands- und Kapazitätsgefäße, dilatiert die Koronararterien und steigert den Blutdruck. Am Herz wirkt es positiv chronotrop, dromotrop, inotrop, bathmotrop und lusitrop - jedoch deutlich geringer als Adrenalin, da die Affinität von Noradrenalin zu β-Rezeptoren wesentlich schwächer ausgeprägt ist. Das gleiche gilt für die Wirkung an den Bronchien.

5 Pathophysiologie

Eine Überproduktion von Noradrenalin kann beim sogenannten Phäochromozytom vorkommen, dessen Leitsymptome Hypertonie, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen und Tachykardie sind.

Darüber hinaus sind verschiedene Defekte der Enzyme des Noradrenalin-Stoffwechsels beschrieben.

6 Pharmakologie

Noradrenalin findet Verwendung in der Notfall- und Schocktherapie; es dient vor allem der akuten Hebung des Blutdruckes.

Die Pathophysiologie bezieht sich auf das Phäochromozytom, bei dem auch Adrenalin im Überschuss produziert wird, was dann zu einer Tachycardie führt.
#2 am 02.10.2015 von Yannick Otto (Gesundheits- und Krankenpfleger)
Gast
bei Funktion steht "senkt die Herzfrequenz", bei Pathophysio steht als WIrkung "Tachykardie"- das muss man erklären!
#1 am 06.09.2015 von Gast (Studentin der Humanmedizin)

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