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Herzfrequenz

Synonym: Schlagfrequenz
Abk.: HF
Englisch: heart rate

1 Definition

Der Begriff Herzfrequenz bezeichnet in der Medizin die Anzahl der Herzaktionen während einer bestimmten Zeiteinheit (meist 1 Minute).

2 Hintergrund

In der Regel stimmt die Herzfrequenz mit der Pulsfrequenz überein. Bei bestimmten Formen der Arrhythmie kann es jedoch zu frustranen Herzkontraktionen kommen, so dass kein messbarer Pulsschlag entsteht. Die Differenz ist das so genannte Pulsdefizit.

3 Einteilung

Je nachdem ob die Herzfrequenz erniedrigt, normal oder erhöht ist, unterscheidet man zwischen:

4 Physiologie

Bei körperlicher Belastung nimmt die Herzfrequenz unter Normalbedingungen zu. Dieser Mechanismus wird zunächst wesentlich durch den Sympathikus und Parasympathikus beeinflusst. Während der Sympathikus das gesamte Herz innerviert, beeinflusst der Parasympathikus den Vorhof und die primären Schrittmacher des Erregungsleitungssystems.

Im Ruhezustand wird die Frequenz deswegen hauptsächlich durch Acetylcholinausschüttung vom Parasympathikus beeinflusst. Allerdings führt schon eine Hemmung des Parasympathikus ohne zusätzliche Aktivierung des Sympathikus (und damit einer Erhöhung der Noradrenalinausschüttung) zu einer deutlichen Zunahme der Frequenz durch die ausbleibende parasympathische Hemmung.

Ebenfalls beeinflusst wird die Frequenz außerdem durch den Barorezeptorreflex der Vorhöfe, sowie die Katecholaminausschüttung z.B. im Zuge von Stress.

Beim tiefer Inspiration nimmt die Frequenz ebenfalls zu, bei tiefer Exspiration ab. Dies wird durch die Sympathikusfunktion beeinflusst und als respiratorische Arrhythmie bezeichnet.

Die ständige Anpassung der Herzfrequenz an die Anforderungen des Gesamtorganismus wird auch als Herzfrequenzvariabilität (HRV) bezeichnet.

5 Ruhepuls

Der Ruhepuls ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Folgende Ruhepulswerte sind als grobe Richtwerte zu verstehen.

5.1 ... bei Männern

Alter: 18-25 26-35 36-45 46-55 56-65 65+
Athlet 49-55 49-54 50-56 50-57 51-56 50-55
Exzellent 56-61 55-61 57-62 58-63 57-61 56-61
Gut 62-65 62-65 63-66 64-67 62-67 62-65
Überdurchschnittlich 66-69 66-70 67-70 68-71 68-71 66-69
Durchschnitt 70-73 71-74 71-75 72-76 72-75 70-73
Unterdurchschnittlich 74-81 75-81 76-82 77-83 76-81 74-79
Schlecht 82+ 82+ 83+ 84+ 82+ 80+

5.2 ... bei Frauen

Alter: 18-25 24-35 36-45 46-55 56-65 65+
Athlet 54-60 54-59 54-59 54-60 54-59 54-59
Exzellent 61-65 60-64 60-64 61-65 60-64 60-64
Gut 66-69 65-68 65-69 66-69 65-68 65-68
Überdurchschnittlich 70-73 69-72 70-73 70-73 69-73 69-72
Durchschnittlich 74-78 73-76 74-78 74-77 74-77 73-76
Unterdurchschnittlich 79-84 77-82 79-84 78-83 78-83 77-84
Schlecht 85+ 83+ 85+ 84+ 84+ 84+

6 Normwerte im Kindesalter

Die Herzfrequenz eines Neugeborenen ist deutlich höher als die des Erwachsenen und liegt bei durchschnittlich 120/min.[1]

Alter Unterer Grenzwert Mittelwert Oberer Grenzwert
Neugeborene 90 120 170
1. LJ 80 120 160
2. LJ 80 110 130
4. LJ 80 100 120
6. LJ 75 100 115
8. LJ 90 90 110

7 Quellen

  1. Kretz FJ, Becke K.: Anästhesie und Intensivmedizin bei Kindern: 99 Tabellen

8 Weblinks

Tags: ,

Fachgebiete: Kardiologie, Physiologie

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