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S-Adenosylmethionin

(Weitergeleitet von S-Adenosyl-Methionin)

Synonym: SAM

1 Eigenschaften

S-Adenosylmethionin, kurz SAM, ist ein aktiviertes Methionin und der wichtigste Methylgruppendonator im Stoffwechsel.

2 Biosynthese

S-Adenosylmethionin wird aus ATP und der essentiellen Aminosäure Methionin unter Abspaltung von Pyrophosphat und Phosphat gebildet. Das Methionin ist dann in der Sulfoniumform (positiv geladenes Schwefelatom) an das 5-Desoxiadenosin gebunden. Dabei ist das Kohlenstoffatom 5 der Ribose mit der Schwefelgruppe des Methionins verbunden.

3 S-Adenosylmethionin als Methylgruppendonator

Die positiv geladene Schwefelgruppe im S-Adenosylmethionin besitzt drei Liganden, Die so entstehende energiereiche Methyl-Schwefel-Bindung begünstigt die irreversibele Abgabe einer Methylgruppe. Als demethyliertes Produkt entsteht dabei S-Adenosylhomocystein.

S-Adenosylmethionin ist der bedeutenste Methylgruppendonator für viele Synthesen und Entgiftungsreaktionen im Stoffwechsel. So stammen z.B. die Methylgruppen des Adrenalins, Cholins und Kreatins vom S-Adenosylmethionin.

Zudem dient S-Adenosylmethionin als Methylgruppendonator für die Inaktivierung und Entgiftung biologisch wirksamer Verbindungen wie zum Beispiel für die Bildung von N-Methylgruppen in N-Methylhistamin.

4 Pharmakologie

S-Adenosylmethionin wird als "Nutraceutical" bei Osteoarthritis beworben und soll hier äquieffektiv wie NSAR wirken. Die Datenbasis zur klinischen Wirksamkeit von SAM ist jedoch nicht umfangreich genug, um seine therapeutische Wirksamkeit abschließend zu beurteilen.

Fachgebiete: Biochemie

Die Evidenz ist aber nicht sehr stark. Die beiden ersten Studien sind nur Metaanalysen, Studie 1 sagt verbatim: "The meta-analysis does not give enough evidence for the efficacy of SAM and oxaceprol for treating the symptoms of osteoarthritis, but it might be that there is a comparable effect to other NSAIDs." Die doppelblinde koreanische Studie vergleicht SAM nur mit einem NSAID (Nabumeton) an 120 Patienten und hat einen weichen Endpunkt ("reduced pain intensity").
#2 am 25.08.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Ich habe Evidenz gefunden, dass die Supplementation mit SAM (1200mg/d) bei Osteoathritis equieffektiv mit Naproxen (750mg/d) ist. Für Interessierte hier die Studien: Witte S, Lasek R, Victor N. Meta-analysis of the efficacy of adenosylmethionine and oxaceprol in the treatment of osteoarthritis. Orthopade. (2002) Soeken KL, et al. Safety and efficacy of S-adenosylmethionine (SAMe) for osteoarthritis. J Fam Pract. (2002) Kim J, et al. Comparative clinical trial of S-adenosylmethionine versus nabumetone for the treatment of knee osteoarthritis: an 8-week, multicenter, randomized, double-blind, double-dummy, Phase IV study in Korean patients. Clin Ther. (2009) Bitte entschuldigt die Formatierung. Leider kann ich diese aus mir unbegreiflichen Gründen nicht ändern...
#1 am 17.08.2017 von Sascha Terlecki (Student der Humanmedizin)

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