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Herz

Synonym: Cor
Englisch: heart

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Das menschliche Herz ist das zentrale Organ des Blutkreislaufs. Es handelt sich um ein muskuläres Hohlorgan und funktioniert als Druck- und Saugpumpe, die pro Minute etwa 5 bis 6 Liter Blut durch den menschlichen Körper pumpt. Es ist Teil des kardiovaskulären Systems.

Die Lehre von Struktur, Funktion und Erkrankungen des Herzens ist die Kardiologie. Die Zellen des Herzens werden als Kardiomyozyten bezeichnet.

2 Anatomie

2.1 Übersicht

Das Herz befindet sich im Mediastinum hinter dem Sternum und liegt im "Herzbeutel", der durch die beiden Blätter des Perikards gebildet wird. Der größte Teil der kardialen Masse wird durch die Herzmuskulatur (Myokard) gebildet, die zum Lumen hin mit Endokard ausgekleidet ist, nach außen hin vom Epikard bedeckt wird.

Anatomisch ist das Herz aus zwei Kammern (Ventrikel) und zwei Vorhöfen (Atrien), den so genannten Herzhöhlen, aufgebaut. Sie sind durch Herzklappen voneinander getrennt und in den Körper- beziehungsweise Lungenkreislauf eingeschaltet. Die bindegewebige Trennschicht zwischen Vorhof- und Ventrikelmyokard in der Ventilebene des Herzens bezeichnet man als Herzskelett. Für die proprietäre Blutversorgung des Herzens sind die Koronararterien verantwortlich.

Die nach kranial und dorsal weisende Fläche des Herzens, an der die großen Gefäßstämme münden, bezeichnet man als Herzbasis (Basis cordis), das ihr entgegen gesetzte Ende als Herzspitze (Apex cordis).

2.2 Dimensionen

Das Herz eines Erwachsenen ist etwa 12 cm lang, und misst im Querschnitt an der breitesten Stelle 8 bis 9 cm, an der tiefsten ca. 6 cm. Das Gewicht schwankt beim Mann zwischen 280 bis 340 Gramm, bei der Frau zwischen 230 bis 280 Gramm. Über den größten Teil des Lebens nimmt die Herzmasse kontinuierlich zu.

2.3 Einteilung

Das Herz ist durch Septen vertikal in eine rechte und eine linke Hälfte geteilt, horizontal durch eine zirkuläre Einschnürung und die Segelklappen in 2 Herzvorhöfe und 2 Herzkammern. Damit ergeben sich insgesamt vier Herzhöhlen:

  • Rechter Vorhof (Atrium cordis dextrum)
  • Rechte Kammer (rechter Ventrikel, Ventriculus cordis dexter)
  • Linker Vorhof (Atrium cordis sinistrum)
  • Linke Kammer (linker Ventrikel, Ventriculus cordis sinister)

Diese Aufteilung des Herzens ist auch von außen erkennbar. Zwischen den Vorhöfen und den Kammern verläuft als zirkuläre Einschnürung der Sulcus coronarius. Zwischen den Kammern finden sich als Einziehungen der Herzmuskulatur der Sulcus interventricularis anterior und der Sulcus interventricularis posterior.

2.4 Außenflächen

Man unterscheidet anatomisch mehrere Außenflächen des Herzens:

  • Facies sternocostalis: zum Brustbein (Sternum) und zu den Rippen hin gelegene Fläche
  • Facies diaphragmatica: zum Zwerchfell (Diaphragma) hin gelegene Fläche
  • Facies pulmonalis: zur Lunge hin gelegene Fläche

2.5 Innenflächen

Die mit Endokard überzogene Innenfläche des Herzens ist nicht glatt und unstrukturiert, sondern im Bereich der Herzventrikel von vernetzen rundlichen Muskelbälkchen, den Trabeculae carneae, überzogen. Ferner entspringen hier die Papillarmuskeln, welche über Sehnenfäden (Chordae tendineae) die Segelklappen verspannen.

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2.6 Blutversorgung

Die Versorgung des Herzens mit arteriellem Blut erfolgt über zwei große Koronargefäße, die Arteria coronaria dextra und die Arteria coronaria sinistra. Sie bilden untereinander zahlreiche Anastomosen. Diese Anastomosen reichen jedoch nicht aus, um einen vollständigen Kollateralkreislauf zu bilden. Man spricht deshalb von funktionellen Endarterien. Bei Verschluss eines Astes kommt es zu einer Ischämie des Versorgungsgebiets. Bei lang andauernder Ischämie kommt es zur Nekrose des Herzmuskelgewebes.

Der Abtransport des venösen Blutes erfolgt über die Koronarvenen (u.a. die Vena cardiaca magna) und den Sinus coronarius.

Weitere Einzelheiten siehe: Koronararterien

2.7 Innervation

Die vegetative Innervation des Herzens erfolgt über sympathische Nervenfasern der Halsganglien, die auch als Herznerven (Nervi cardiaci) bezeichnet werden, und parasympathische Fasern des Nervus vagus (Nervus X). Sie strahlen in ein Nervengeflecht, den Plexus cardiacus, an der Herzbasis ein. Die interne elektrische Steuerung der Herztätigkeit erfolgt über das Reizleitungssystem des Herzens.

Weitere Einzelheiten siehe: Erregungsleitungssystem des Herzens

2.8 Topographie

Das Herz liegt innerhalb des Thorax im mittleren Mediastinum, wobei sich seine Kontur auf die 2. bis 5. Rippe projiziert. Oben reicht die Herzbasis etwa zwei Zentimeter über den rechten Sternalrand hinaus, unten grenzt die Herzspitze bis fast an die linke Medioklavikularlinie. Lateral wird das Herz jeweils von den beiden Pleurablättern des linken und rechten Lungenflügels begrenzt. Der linke Vorhof steht dorsal in direktem Kontakt mit dem Ösophagus. Ventral des Herzens befindet sich die vordere Brustwand mit dem Sternum und dem dahinter liegenden Thymus. Kaudal sitzt das Herz dem Zwerchfell auf, das mit dem Perikard verwachsen ist.

2.9 Klinische Anatomie

Für die Lokalisation klinischer Befunde wird das AHA-System der kardialen Segmentierung verwendet.

3 Embryologie

Die Herzanlage (kardiogene Platte) entwickelt sich um den 18. Tag in der Nähe der Membrana buccopharyngea aus dem Seitenplattenmesoderm (Herzschlauch, Gefäße, Epikard, Perikard) und der Neuralleiste (Herzseptum in der Ausflussbahn). Zunächst bilden Angioblasten Blutinseln, aus denen sich ein hufeisenförmiger Gefäßplexus bildet. Die Zellen in seinem Inneren werden zu primitiven Blutzellen, die peripheren Zellen zu Endothelzellen.

Der Gefäßplexus verschmilzt anschließend beidseitig zu je einem Endokardrohr. Durch die laterale Abfaltung verlagern sich die Endokardrohre nach medial und verschmelzen dort zum unpaaren Herzschlauch. Ihn umgebende Mesenchymzellen des viszeralen Blattes verdichten sich zum Myokard. Zwischen Endothel (Endokard) und dem Myokard liegt die Herzgallerte, die extrazelluläres Material des Mesenchyms darstellt.

Die kraniokaudale Abfaltung verursacht das Absteigen (Descensus cordis) dieser Strukturen und die Verlagerung in die Perikardhöhle (s.u.) des sich bildenden Herzens. Im Mesoderm entsteht durch Spaltbildung die primäre Perikardhöhle, worin der Herzschlauch über das dorsale Mesoderm befestigt ist. Der mittlere Teil des dorsalen Mesoderms degeneriert, wodurch sich der Sinus transversus pericardii bildet.

Ausweitungen des primitiven Herzschlauchs sind:

Am 22. Tag beginnt das Myokard rhythmische Kontraktionen.

4 Physiologie

Die Hauptaufgabe des Herzens ist die Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs. Neben der Pumpfunktion wird dem Herzen auch eine Aufgabe bei der Blutdruckregulation zugeschrieben, die spezielle endokrine Zellen vor allem in den Atrien wahrnehmen. In diesem Zusammenhang ist das atriale natriuretische Peptid (ANP) beschrieben. Das Herz ist ebenso in der Lage, auf eine Veränderung des Blutvolumens zu reagieren. So steigt zum Beispiel bei erhöhtem Volumen die Herzfrequenz an (Bainbridge-Reflex).

5 Klinik

5.1 Klinische Untersuchung

How to make it: Herzuntersuchung

5.2 Apparative Diagnostik

Für die Untersuchung des Herzens stehen zahlreiche Verfahren zur Verfügung, die invasiv oder nicht-invasiv sein können. Dazu zählen u.a.:

5.3 Wichtige Erkrankungen

Die Erkrankungen des Herzens sind die Domäne der Kardiologie. Da das Herz funktionell eng mit dem Gefäßsystem im Zusammenhang steht, spricht man auch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wichtige Erkrankungen sind:

6 Literatur

Herrmann-Lingen, C.: Depression und koronare Herzkrankheit. In: herzmedizin 26 (2009). H.2, S.76-81. Volltext abrufen

7 Weblinks

Kommentare

Woher ist der Bericht Herz, woher stammen die Fälle, haben Sie ein Foto?

# 1 | vor 4 Tagen

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