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Skelettmuskulatur

Synonyme: Bewegungsmuskulatur, Textus muscularis striatus skeletalis (Terminologia histologica)
Englisch: skeleton muscles, skeletal striated muscle

1 Definition

Zur Skelettmuskulatur zählen die Muskeln, die am Skelett fixiert sind oder - im weiteren Sinn - für die Bewegung des Körpers sorgen. Sie gehören wie der Herzmuskel zur quergestreiften Muskulatur.

Anmerkung: Der Begriff "Skelettmuskel" ist insofern etwas irreführend, als das er auch Muskeln umfasst, die nicht direkt am Skelett befestigt sind, wie z.B. die Zungenmuskulatur, die Kehlkopfmuskeln und Teile der mimischen Muskulatur.

siehe auch: Liste der Skelettmuskeln

2 Anatomie

2.1 Makroskopische Anatomie

Grob anatomisch lassen sich Skelettmuskeln unterteilen in einen Muskelkopf (Caput) und einen Muskelbauch (Venter). Nach der Anzahl der Muskelköpfe kann man differenzieren in

Desweiteren unterscheidet man den Muskelursprung und den Muskelansatz, der "sehnig" oder "fleischig" mit dem Knochen in Verbindung steht. Ein Skelettmuskel kann dabei mehrere Ursprungsflächen - auch an unterschiedlichen Knochen - haben.

Ein weiteres makroskopisches Merkmal der Skelettmuskulatur ist ihre Fiederung. Man unterscheidet einfach und doppelt gefiederte Muskeln.

2.2 Funktionelle Anatomie

Die Skelettmuskulatur lässt sich auch nach funktionellen bzw. biomechanischen Aspekten weiter untergliedern. Bezüglich des Zusammenwirkens von Muskeln unterscheidet man:

Skelettmuskeln die in die gleiche Richtung wirken, d.h. sich in ihrer Wirkung ergänzen, bezeichnet man als Agonisten. Wirken sie entgegengesetzt, spricht man von Antagonisten.

Nach ihrer dominanten Bewegungsrichtung unterteilt man in:

2.3 Systematik

Um die Skelettmuskeln des Menschen didaktisch überschaubarer zu strukturieren, kann man sie nach topografischen und funktionellen Aspekten in verschiedene Muskelgruppen einteilen.

2.4 Histologie

Ein Skelettmuskel besteht aus den eigentlichen Muskelfasern, die für die Kontraktion verantwortlich sind, und Hilfsgeweben. Von außen wird der Skelettmuskel von einer derben Bindegewebsschicht, der Faszie eingehüllt. Von ihr ausgehend ziehen bindegewebige Ausläufer in den Muskel, die ihn weiter in Fasergruppen unterteilen und auch als Septen bezeichnet werden. Ein Muskel lässt sich dadurch in mehrere hierarchisch aufgebaute Funktionseinheiten untergliedern, wobei das Sarkomer die kleinste funktionelle Einheit des Muskels ist.

Ebene Einheit Umgebende Struktur
1 Muskel Faszie, Epimysium
2 Muskelfaserbündel Perimysium
3 Muskelfaser Endomysium
4 Myofibrille Basallamina
5 Sarkomer Basallamina
6 Myofilamente

Die bindegewebigen Häute, welche die Muskelfasern bzw. Muskelfaserbündel umgeben, vereinigen sich an den Muskelköpfen zu den Sehnen des Muskels, die am Knochen ansetzen. Sie enthalten auch die Nerven und Blutgefäße, die den Muskel versorgen.

Hauptbestandteile der Skelettmuskulatur sind die kontraktilen Proteine Aktin (3% des Gesamtgewichts des Skelettmuskels) und Myosin (7% des Gesamtgewichts des Skelettmuskels), sowie die Z-Scheiben, mit denen die Aktinfasern verbunden sind. Den Abstand zwischen den Z-Scheiben bezeichnet man als Sarkomer. Pro Gramm Skelettmuskulatur entfallen etwa 100 mg auf die kontraktilen Proteine.

3 Physiologie

Skelettmuskeln sind für die Körperstatik und -motorik verantwortlich. Die Funktionsweise der Skelettmuskulatur wird durch die Gleitfilamenttheorie beschrieben. Die Steuerung der Skelettmuskulatur erfolgt über motorische Nerven, die elektrische Impulse über die Ausschüttung von Acetylcholin auf die motorische Endplatte übertragen.

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