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Röntgen-Thorax

Synonym: Röntgen-Thorax-Untersuchung
Englisch: chest x-ray

1 Definition

Als Röntgen-Thorax wird die standardisierte Untersuchung des Thorax durch Anfertigen von Röntgenaufnahmen in posterior-anteriorem und seitlichem Strahlengang bezeichnet. Ein Röntgen-Thorax gehört für viele medizinische Prozeduren (z.B. vor operativen Eingriffen) zur Basisdiagnostik.

2 Technik

Die Aufnahmen werden heute in der Regel in Hartstrahltechnik als p.a (posterior-anterior) und als Seitaufnahme in zwei Ebenen gefertigt. Unter Hartstrahltechnik versteht man in der Röntgendiagnostik die Anwendung von Röhrenspannungen von 100 KV bis 150 KV.

Die Untersuchung besteht aus zwei Phasen:

  1. Die technische Phase der Fertigung des Röntgenbildes oder der digital gespeicherten Information (Informationsgewinnung)
  2. Die Phase der (ärztlichen) Befundung (Informationsverarbeitung)

Die Anfertigung von Aufnahmen in zwei Ebenen ermöglicht eine dreidimensionale Beurteilung und ist erforderlich, wenn eine morphologische Detailanalyse erfolgen soll. Die Befundung erfolgt als optische Wahrnehmung und als Deutung.

3 Diagnostische Bedeutung

Röntgen-Thorax-Untersuchungen werden zum Nachweis oder Ausschluß von Erkrankungen der Lungen, der Mediastinalorgane, des Rippenfells, begrenzt auch des knöchernen Brustkorbskelettes und des Herzens durchgeführt. Sie zählen zu den diagnostischen Königsdisziplinen der Lungenärzte. Die radiologischen Befunde des Thorax liefern eine große Zahl von Erkenntnissen, die diagnostische und therapeutische Entscheidungen sehr weitgehend beeinflußen.

Die normale Lunge besteht aus dem Bronchialbaum mit den peripheren Alveolen, den Lungengefäßen und dem bindegewebigen Gerüst. Die Grundstruktur der Lungen wird durch die Gefäße geprägt, die als von den Lungenwurzeln zur Peripherie hin sich verzweigende und verjüngende, teils parallel, teils schräg oder im Querschnitt sich darstellende Schatten imponieren. Alveolen enthalten Luft und stellen sich somit im Einzelnen nicht dar. Von den Bronchien bilden sich nur die größeren auf dem Film ab. Somit entsteht eine "Hintergrundstruktur", die ein recht unruhiges Muster bildet. In diesem Muster können pathologische Veränderungen vom geübten Befunder erkannt werden, wenn sie größer als ca. 4 mm im Durchmesser sind.

Das Herz stellt sich als birnenförmiger Schatten von etwa Faustgröße dar. Die erkennbaren Veränderungen betreffen Herzform und -größe. Durch die modernen echokardiographischen Verfahren hat die Bewertung der radiologisch erkennbaren pathologischen Veränderungen des Herzens an Bedeutung verloren. Bei Herzinsuffizienz sind jedoch valide Aussagen über kardiales Lungenödem mit entsprechenden therapeutischen Konsequenzen oft unverzichtbar. Weitere, wichtige Befunde liefern die Betrachtung des Mediastinums, der Pleura und der ossären Strukturen des Thorax.

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Fachgebiete: Diagnostik, Radiologie

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Michael Melchers schreibt seit dem 5.05.2005 im Flexikon, hat bereits 91 neue Artikel publiziert und 230 Artikeldetails verbessert.

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