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Hämoptyse

(Weitergeleitet von Hämoptoe)

Synonyme: Hämoptoe, Bluthusten
Englisch: hemoptysis

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Als Hämoptyse wird das Aushusten von bluthaltigem Sekret bezeichnet. Die Extremform der Hämoptyse ist die Hämoptoe mit Aushusten größerer Blutmengen.

2 Ätiologie [bearbeiten]

Die häufigsten Ursachen für Hämoptysen sind die Bronchitis und das Bronchialkarzinom. Die Tuberkulose als früher häufigere Ursache sollte bei Patienten mit Aufenthalt oder Herkunft aus Endemiegebieten auch als häufige Ursache in Betracht gezogen werden.

Die häufigste Blutungsquelle sind die Blutgefäße der Bronchien und der Trachea. Darauf folgen die Gefäße des Lungenparenchyms.

2.1 Übersicht [bearbeiten]

Die folgende Übersicht führt Ursachen für Hämoptysen, gegliedert nach der Blutungsquelle und -ursache, auf:

Wichtig ist bei der ätiologischen Zuordnung, falsche Hämoptysen zu unterscheiden, bei denen die Blutungsquelle in Gastrointestinaltrakt (z.B. Ösophagusvarizenblutung), Nasopharynx oder Mundhöhle sitzt.

3 Diagnostik und Differentialdiagnose [bearbeiten]

Zentrale diagnostische Fragen sind:

  • Wo liegt die Blutungsquelle?
  • Wie stark ist der Blutverlust?
  • Wie ist der Allgemeinzustand des Patienten?

3.1 Blutungsquelle [bearbeiten]

Hinweise zur Blutungsquelle liefern die Beschaffenheit des blutigen Sekrets (s.u.) und die körperliche Untersuchung des Nasenrachenraums und des Gastrointestinaltraktes, sofern möglich. Bei Bedarf sollte hierzu konsiliarischer Rat durch einen HNO-Arzt bzw. Gastroenterologen eingeholt werden.

3.2 Blutverlust [bearbeiten]

Die Angaben des Patienten sind in der Regel nicht zuverlässig zu deuten. Für den medizinischen Laien können Rotverfärbungen eines eitrigen Sputums bereits dramatisch erscheinen. Andererseits nehmen besonders indolente Patienten auch große Hämoptoen als Lapalie hin.

Eine Objektivierung sollte daher durch Abnahme eines Blutbildes und Bestimmung des Hämatokrits erfolgen. Bei dieser Gelegenheit können zugleich die Blutgerinnung (INR, PTT) und der nephrologische Status (Retentionswerte, Urin-Streifentest) als mögliche Hinweise auf die Ätiologie bestimmt werden.

3.3 Beschaffenheit des Blutes [bearbeiten]

Das Blut bei echten Hämoptysen ist in der Regel hellrot und hat einen leicht alkalischen pH-Wert. Dies kann differentialdiagnostisch zum Ausschluss einer Blutung aus dem Magen mit Hämatemesis (saurer pH, Dunkelrotes Hämatin) führen.

Übler Geruch des blutigen Sekrets weist auf einen Lungenabszess oder eine Bronchiektase hin. Ist genügend Sputum zu gewinnen, sollte eine mikrobiologische Diagnostik eingeleitet werden.

3.4 Lokalisation der Blutungsquelle [bearbeiten]

Die Lokalisation der Blutungsquelle kann mittels Röntgen-Thorax, HRCT und Bronchoskopie erfolgen. Lässt sich die Blutungsquelle dennoch nicht bestimmten, liegt eine idiopathische Hämoptyse vor.

Über den sinnvollen Einsatz der apparativen Diagnostik entscheiden anamnestische Angaben und die erste körperliche Untersuchung des Patienten.

3.5 Spezielle Anamnese [bearbeiten]

Wichtig ist es zunächst, die Charakteristik der Hämoptyse zu erfragen und nach Möglichkeit selbst zu beurteilen?

  • Ist es der erste blutige Auswurf? Frühere Hämoptysen?
  • Ist der Auswurf eitrig, schleimig?
  • Handelt es sich um eine Blutbeimengung oder ist Blut der Hauptbestandteil?

Weiterhin sollten Vorerkrankungen erfragt werden. Insbesondere chronische Erkrankungen der Lungen und der Niere spielen eine besondere Rolle:

3.6 Körperliche Untersuchung [bearbeiten]

Die Auskultation von Herz und Lunge kann wertvolle diagnostische Hinweise bieten:

4 Therapie [bearbeiten]

Eine Akuttherapie ist angezeigt, wenn der Blutverlust Kreislauf und Gasaustausch beeinträchtigt. Bei leichten Hämoptysen sollte vorrangig eine diagnostische Abklärung erfolgen.

Bei gestörtem Gasaustausch kann eine endotracheale Intubation notwendig sein. Dabei kann bei einseitiger Blutung aus einer Lunge durch Einbringen von Ballonkathetern die Aspiration und/oder Einblutung in gesunde Lungenbezirke verhindert werden. Betroffene Patienten sollten zunächst immer ruhiggestelt werden. Bestehender Hustenreiz kann durch die Gabe eines Antitussivums gedämpft werden.

Die notfallmässige Blutstillung kann mittels Tamponade durch einen Ballonkatheter, Embolisation unter radiologischer Kontrolle oder Koagulation bei Bronchoskopie (z.B. mit Thermokauter oder Neodym-YAG-Laser) erfolgen.

Fachgebiete: Allgemeinmedizin

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Nadine Feyer schreibt seit dem 11.06.2011 im Flexikon, hat bereits 71 neue Artikel publiziert und 56 Artikeldetails verbessert.

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