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Lungenödem

Englisch: pulmonary edema

1 Definition

Das Lungenödem ist eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem) in der Lunge.

2 Einteilung

2.1 ...nach Lokalisation

Ein Lungenödem kann im bindegewebigen Stützgerüst der Lunge bzw. in den Zellzwischenräumen (Interstitium) oder in den Lungenbläschen (Alveolen) lokalisiert sein. Man unterscheidet daher:

Da das Lungengewebe aufgrund seiner geringen Zelldichte nur eine geringe Kapazität zur Aufnahme von Flüssigkeit hat, geht das interstitielle Lungenödem in der Regel schnell in ein intraalveoläres Ödem über.

2.2 ...nach Ursache

Lungenödeme kann man grob in kardiogene Ödeme und nicht-kardiogene Ödeme einteilen, um die Beteiligung des Herzens als Ursache der Erkrankung zu bezeichnen.

2.2.1 Kardiogen

Ursache des hämodynamischen Lungenödems ist ein Pumpversagen des linken Herzens. Während das rechte Herz weiter pumpt, ist das linke Herz nicht in der Lage, das ankommende Blut weiterzubefördern (Rückwärtsversagen). Dadurch staut sich das Blut vor dem linken Herzen in den Lungenvenen (Venae pulmonales). Durch den erhöhten Druck in den Gefäßen, wird Flüssigkeit ins Interstitium und - bei fortbestehender Insuffizienz - in die Alveolen abgepresst.

2.2.2 Nicht-kardiogen

Ein Lungenödem durch Aspiration von Magensaft bezeichnet man auch als Mendelson-Syndrom.

3 Pathophysiologie

In der Lunge behindern Diffusionswiderstände durch Flüssigkeitsansammlung im Interstitium oder in den Alveolen massgeblich den Gasaustausch. Die Aufrechterhaltung der Flüssigkeitsbalance ist daher in der Lunge von besonderer Bedeutung. Die grundlegenden Mechanismen der Regulation der Flüssigkeitsbilanz in der Lunge sind noch nicht vollständig geklärt.

Im Gegensatz zur terminalen Strombahn des Körperkreislaufs gibt es in der Lungenstrombahn normalerweise keine druckgetriebene Auswärtsfiltration aufgrund des hohen osmotischen Druckes im Vergleich zum geringen hydrostatischen Druck in der Kapillare.

Eine Erhöhung des pulmonalen Kapillardrucks führt daher schnell zu einem verstärkten Flüssigkeitsausstrom. Eine Flüssigkeitsansammlung in Interstitium oder Alveolen wird aber normalerweise durch verschiedene Mechanismen verhindert:

  • Abnahme des interstitiellen kolloidosmotischen Druckes durch Verdünnung und damit Abnahme des Netto-Flüssigkeitsstroms nach der Starling-Gleichung
  • Steigerung des Flüssigkeitsabstroms durch das Lymphsystem
  • Rücktransport von Flüssigkeit aus den Alveolen in das Interstitium

Bei starker Erhöhung des pulmonalen Kapillardrucks kann es trotz dieser Mechanismen rasch zu einem Lungenödem kommen.

4 Symptome

Die Symptome des Lungenödems sind abhängig von seiner Ausprägung. Zu den typischen Symptomen zählen:

5 Diagnostik

5.1 Klinische Untersuchung

Bei der Auskultation der Lunge fallen feuchte, grobblasige Rasselgeräusche auf, die in schweren Fällen schon ohne Stethoskop hörbar sind ("Brodeln" der Lunge). Das Atemgeräusch ist abgeschwächt, der Klopfschall normal bis gedämpft. Bei interstitiellem Lungenödem ist der Auskultationsbefund in der Regel unauffällig.

5.2 Röntgen-Thorax

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