Das Medizinlexikon zum Medmachen

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Nikotinabusus

von lateinisch: abuti - aufbrauchen, missbrauchen
Synonym: Nikotinmissbrauch
Englisch: nicotine abuse

1 Definition

Als Nikotinabusus bezeichnet man den Missbrauch von Nikotin zur Befriedigung einer Nikotinabhängigkeit (Nikotinsucht).

  • ICD10-Code: F17.1 - Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Schädlicher Gebrauch

2 Hintergrund

Der Begriff "Nikotinabusus" ist teilweise irreführend, da er impliziert, dass Nikotin auch nicht oder nur wenig gesundheitsschädlich konsumiert werden kann. Streng genommen ist jedoch jeder Gebrauch (Rauchgasinhalation, Paffen oder Schnupfen) von nikotinhaltigen Stoffen, wegen des hohen Abhängigkeitspotentials als Missbrauch anzusehen.

3 Epidemiologie

Der Nikotinabusus ist in Deutschland weitverbreitet. Etwa 20 Millionen der Erwachsenen rauchen. Davon sind etwa 60 bis 70 % nikotinabhängig.

4 Formen

Die wichtigsten Formen des Nikotinabusus sind:

Jede dieser Formen löst bei chronischer Anwendung neben den toxischen Effekten des Nikotins spezifische Gesundheitsschäden aus, die durch ihre Applikationsart bedingt sind.

5 Gründe

Die Ursachen für einen Nikotinabusus sind vielfältig, sind jedoch zum überwiegenden Teil auf das hohe Suchtpotential des Nikotins zurückzuführen.

Nikotin erzeugt im Gehirn das Verlangen nach Tabakerzeugnissen. Durch das immer kürzer werdende gewöhnungsbedingte Reiz-Reaktions-Intervall wird der Tabakkonsum erhöht. Die Nikotinabstinenz führt umgekehrt zu Unruhe, Aggressivität und Depressionen.

6 Folgeerkrankungen

Der regelmäßige Nikotinkonsum kann zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen, wie z.B.

Die Kosten für das Gesundheitswesen, die durch Nikotinabusus und seine Folgeerkrankungen ausgelöst werden, sind enorm.

7 Therapie

Die Therapie erfolgt psychotherapeutisch (z.B. Verhaltenstherapie) oder pharmakologisch. Zur pharmakologischen Therapie stehen die Wirkstoffe Vareniclin oder Bupropion zur Verfügung. Beide Wirkstoffe sind sogenannte Lifestyle-Medikamente und werden daher von den gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet. Des Weiteren ist eine Nikotinersatztherapie mit nikotinhaltigen Nasensprays oder Pflastern möglich.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.

Letzte Autoren des Artikels:

68 Wertungen (2.78 ø)
Teilen

124.852 Aufrufe

Das Flexikon enthält bereits 42.957 Artikel - jetzt mitmachen & weitersagen!

Copyright ©2014 DocCheck Medical Services GmbH