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Thrombozytopenie

Synonym: Thrombopenie
Englisch: thrombocytopenia

1 Definition

Unter einer Thrombozytopenie versteht man eine verminderte Anzahl (<150.000/µl) von Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut.

Das Gegenteil der Thrombozytopenie ist die Thrombozytose.

2 Ursachen

Für Thrombozytopenien gibt es ein sehr weites Ursachenspektrum:

3 Symptome

Mäßig erniedrigte Thrombozytenzahlen werden vom menschlichen Organismus ohne relevante klinische Ausfallserscheinungen toleriert. Bei den betroffenen Patienten kann es jedoch häufiger zu kleineren Hämatomen ("Blaue Flecken"), Nasen- oder Zahnfleischbluten kommen.

Erst bei Thrombozytenzahlen unter 20.000/µl kommt es zu einer manifesten hämorrhagischen Diathese mit Petechien, Hämatomen und Schleimhautblutungen. Die klinischen Symptome hängen auch davon ab, ob die Thrombozytopenie schnell oder allmählich eingetreten ist.

4 Diagnostik

Die plasmatische Gerinnung (Suchteste: partielle Thromboplastinzeit (PTT), Quick-Wert) ist bei einer Thrombozytopenie nicht verändert. Die Blutungszeit ist dagegen in der Regel verlängert.

Einen Anhaltspunkt für die Ursache der Thrombozytopenie (verminderte Produktion oder erhöhter Verbrauch) liefern das mittlere Thrombozytenvolumen und der Anteil retikulierter Thrombozyten.

Bei einer unerwarteten oder symptomlosen Thrombzytopenie sollte immer zuerst eine EDTA-Pseudothrombozytopenie ausgeschlossen werden.

5 Therapie

Die Therapie der Thrombozytopenie richtet sich nach der auslösenden Ursache. Bei einer lebensbedrohenden Verminderung der Thrombozyten können Thrombozytenkonzentrate transfundiert werden (Thrombozytentransfusion). Bei Thrombozytopenie und Anämie sollte auch an die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten gedacht werden, da die Thrombozyten in den Blutgefäßen nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern durch die Erythrozyten an den Rand gedrängt werden. Eine Anhebung der Erythrozytenzahl verbessert daher gleichzeitig die thrombozytäre Blutstillung (primäre Hämostase).

Vor operativen Eingriffen sollte die Thrombozytenzahl auf mindestens 50.000/µl angehoben werden, abhängig von der Größe des Eingriffs auch auf höhere Werte.

Bei Thrombozytopenie dürfen keine i.m.-Injektionen vorgenommen werden (Hämatombildung).

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