Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Thrombozytenzahl

1 Definition

Als Thrombozytenzahl bezeichnet man die Anzahl der Thrombozyten in einem bestimmten Volumenanteil Blut. Die Angabe erfolgt typischerweise als 103/µl oder 109/l (Giga/l).

2 Klinik

Bei zu hohen Thrombozytenzahlen liegt eine Thrombozytose vor, bei zu niedrigen Werten eine Thrombozytopenie (in der Medizin-Umgangssprache auch als Thrombopenie bezeichnet).

3 Labordiagnostik

Die Thrombozytenzahl wird normalerweise aus EDTA-Blut bestimmt. Bei Verdacht auf EDTA-Pseudothrombozytopenie müssen Spezialröhrchen mit einem anderen Antikoagulans verwendet werden, hilfsweise ist auch die Zählung aus Citratblut möglich.

Der Normalbereich liegt bei 150.000 bis 400.000 Thrombozyten/µl. Die Thrombozytenzahl ist individuell unterschiedlich, d.h. ein Patient kann üblicherweise 180.000, ein anderer 350.000 Thrombozyten/µl haben.

In der Laborroutine wird die Thrombozytenzahl in Form einer Partikelzählung nach dem Coulter-Prinzip oder durchflusszytometrisch mit Hämatologiegeräten bestimmt. Bei beiden Methoden ist der diskrimierende Faktor die Partikelgröße. Die Thrombozytenzahl ist Teil des kleinen Blutbildes. Mit diesen Methoden können bei der Zählung auch das mittlere Thrombozytenvolumen (MTV) und die Thrombozytenverteilungsbreite gemessen werden.

Bei Störungen der einfachen Partikelzählung (siehe unten) kann als "ultima ratio" eine Markierung der Thrombozyten mit fluoreszenzmarkierten Antikörpern gegen Thrombozytenantigene wie CD61 und Messung am Durchflusszytometer erfolgen.

Die klassische Thrombozytenzählung erfolgt mikroskopisch in einer Zählkammer. Diese Technik steht in den meisten Laboren als Reservemethode weiterhin zur Verfügung.

Außerdem gibt es noch die Methode nach Fonio, bei der die Anzahl der Thrombozyten pro 1.000 Erythrozyten in einem Blutausstrich registriert wird. Aus der Erythrozytenzahl kann dann die Thrombozytenzahl berechnet werden.

Alle Zählmethoden sind bei sehr niedrigen Thrombozytenzahlen ungenau.

4 Störfaktoren

Bei der Thrombozytenzählung gibt es zwei wichtige Störfaktoren: Gerinnselbildungen in der Blutprobe durch ungenügende Mischung bei der Blutentnahme und die Bildung von Thrombozytenaggregaten, die von den Hämatologie-Geräten nicht als Thrombozyten erkannt werden. Beide Gründe sind nicht selten, insbesondere die EDTA-Pseudothrombozytopenie tritt relativ häufig auf. Eine unerwartet niedrige Thrombozytenzahl sollte daher vor Einleitung anderer diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen kontrolliert werden.

Eine einfache Plausibilitätskontrolle ist mit dem Blutausstrich möglich. Bei 1000facher Vergrößerung sollten in einem Gesichtsfeld ca. 10 Thrombozyten zu sehen sein.

Seltenere Störfaktoren sind Kryoglobuline, die zu großen Konglomeraten präzipitieren können, sowie Erythrozytenfragmente. Beide Phänomene können in der maschinellen Zählung eine Thrombozytose vortäuschen. Bei Verdacht auf Kryoglobuline kann die Zählung nach Inkubation der Blutprobe im Brutschrank wiederholt werden.

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