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Blutungszeit

Englisch: bleeding time

1 Definition

Die Blutungszeit ist die Zeit, die nach dem künstlichen Setzen einer blutenden Verletzung bis zur Hämostase vergeht. Eine Verlängerung der Blutungszeit weist auf das Vorliegen einer hämorrhagischen Diathese hin.

2 Bestimmung

Die Blutungszeit kann auf verschiedene Weise bestimmt werden, eine Form der Bestimmung ist die Methode nach Ivy.

Dabei wird zur Standardisierung der Druckverhältnisse eine Blutdruckmanschette am Oberarm des Patienten angebracht und auf 40 mmHg Druck eingestellt. Im nächsten Schritt erfolgt ein kleiner Einschnitt an einer günstigen Stelle des Unterarms (keine Narben, keine Venen, möglichst wenig Behaarung). Hierzu kann ein kleines, mechanisches Messerchen mit Federmechanismus benutzt werden. Dadurch wird die Schnitttiefe besser vergleichbar.

Nach Eintreten der Blutung wird alle 30 Sekunden das ausfließende Blut mit einem sterilen Tupfer (bzw. Papiertuch) entfernt. Hierbei darf die Wunde selbst nicht berührt werden. Die Blutungszeit ist abgeschlossen, wenn auf dem Tupfer keine Rötung mehr nachweisbar ist.

3 Referenzbereich

Die Blutungszeit beträgt bei gesunden Individuen ca. 2-4 Minuten.

4 Aussagekraft

Mit der Blutungszeit kann in erster Linie die sog. primäre Hämostase, d. h. die Aktivierung der Thrombozyten, untersucht werden. Ein häufiger Grund für eine verlängerte Blutungszeit ist die Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern. Auch ein von Willebrand-Syndrom führt zu verlängerter Blutungszeit. Bei niedriger Thrombozytenzahl ist eine verlängerte Blutungszeit zu erwarten, die Untersuchung ist fraglich sinnvoll.

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