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Injektion

von lateinisch: inicere - hineinwerfen
Englisch: injection

1 Definition

Unter Injektion versteht man in der Medizin das Einbringen einer Substanz in einen Organismus über eine Kanüle mit Hilfe einer Spritze. Über die Dauer der Injektion kann man die Geschwindigkeit der Wirkstoffanflutung steuern. Die Injektion kann schnell als "Bolusinjektion" oder langsam über einen definierten Zeitraum erfolgen.

In der Ophthalmologie wird unter einer Injektion auch die vermehrte Sichtbarkeit von Blutgefäßen als Ausdruck einer Entzündung verstanden, z.B. in Form der konjunktivalen Injektion.

2 Abgrenzung

Der Übergang zwischen einer langsamen Injektion und einer Infusion (insbesondere einer Kurzinfusion) ist fließend. Charakteristisches Merkmal der Injektion ist jedoch ihr eher kurzer Zeitrahmen. Auch die Anwendung von manuellem Druck (über den Spritzenstempel) ist typisch für die Injektion. Manueller Druck wird bei Infusionen nur ausnahmsweise angewendet (Druckinfusion).

3 Injektionsorte

Je nach Ort der Injektion unterscheidet man verschiedene Formen:

Die fehlerhafte Injektion neben eine Vene bezeichnet man als paravenöse Injektion.

4 Techniken

4.1 Subkutane Injektion

Die subkutane Injektion ist eine Injektion in das Unterhautfettgewebe. Sie wird vorzugsweise an einer Körperstellen vorgenommen, an der die Haut gut verschieblich und mit Fettgewebe gepolstert ist. In der Regel wird die Bauchhaut oder die Haut des Oberschenkels verwendet. Medikamente, die subkutan injiziert werden, sind z.B. Insulin oder Heparin.

Hauptartikel: subkutane Injektion

4.2 Intramuskuläre Injektion

Die intramuskuläre Injektion ist eine Injektion in einen Muskel, beispielsweise den Musculus gluteus medius oder den Musculus deltoideus. Zur Injektion in den Musculus gluteus medius kommen zwei Techniken in Betracht:

Impfstoffe werden in der Regel in den Musculus deltoideus injiziert.

Hauptartikel: intramuskuläre Injektion

4.3 Intravenöse Injektion

Die intravenöse Injektion ist die Injektion in eine größere Körpervene, z.B. die Vena mediana cubiti. Sie ist die Methode der Wahl, wenn eine schnelle Anflutung des Wirkstoffs erforderlich ist.

5 Rechtliche Aspekte

In Deutschland ist jede Form von Injektion ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und berührt damit die Straftatbestände nach § 223 bis § 230 StGB. Vor einer Injektion muss daher die Einwilligung des Patienten eingeholt werden. Sind mit der Injektion besondere Risiken verbunden, besteht eine Aufklärungspflicht des behandelnden Arztes. Ist der Patient in einem Notfall nicht ansprechbar, wird die Injektion entsprechend dem mutmaßlichen Willen des Patienten durchgeführt oder unterlassen.

Die Injektion selbst muss fachgerecht durchgeführt werden. Verantwortlich ist der behandelnde Arzt. Er hat jedoch die Möglichkeit, die Injektion an entsprechend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal zu delegieren.

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Fachgebiete: Allgemeinmedizin

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