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Vene

Synonym: Vena
Englisch: Vein

1 Definition

Venen sind Blutgefäße, die das im Körper zirkulierende Blut zurück zum Herzen führen. Mit Ausnahme der Lungenvenen transportieren sie sauerstoffarmes, sogenanntes "venöses" Blut. Die Venen sind Teil des kardiovaskulären System und gehören zum so genannten Niederdrucksystem, das als Blutspeicher dient.

2 Einteilung

2.1 ...nach Lokalisation

  • Oberflächliche Venen (Venae superficiales): Venen, die oberhalb der allgemeinen Körperfaszie liegen. Sie bilden meist ausgeprägte Venennetze aus, zum Beispiel das Rete venosum dorsale manus.
  • Tiefe Venen (Venae profundae): Venen, die unterhalb der allgemeinen Körperfaszie liegen.
  • Zentrale Venen: herznahe Venen
  • Periphere Venen: herzferne Venen in der Körperperipherie
  • Begleitvenen (Venae comitantes): kleinere Venenpaare, die eng an ein arterielles Leitgefäß geschmiegt sind.

2.2 ...nach Versorgungsgebiet

2.3 ...nach Größe

3 Anatomie

Die meisten Venen verlaufen parallel zu den gleichnamigen Arterien, jedoch gibt es zahlreiche Ausnahmen, insbesondere bei den Hautvenen oder den Hirnvenen. Der Vorteil dieser Anordnung ergibt sich aus der Tatsache, dass die Ausdehnung der Arterie während einer Systole zu einer leichten Kompression der Nachbarvene führt, die durch das System aus Venenklappen den Blutabfluss fördert.

3.1 Wichtige Venen

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Venen, die aufgrund ihrer klinischen Bedeutung als Eponym nach ihrem Entdecker benannt sind, z.B.:

4 Histologie

Der histologische Aufbau der Venen unterscheidet sich deutlich von dem der Arterien. Die Venenwand ist dünner und der Schichtenbau weniger deutlich ausgeprägt. Die Venenwand enthält neben glatter Muskulatur und elastischem Material größere Mengen kollagener Fibrillen. Dadurch wird die Dehnbarkeit des Venenrohres vermindert. Die Media fällt deutlich schwächer aus, die Adventitia besitzt keine genaue Abgrenzung, da ihre Kollagenfasern in die Umgebung einstrahlen.

4.1 Lokale Besonderheiten

Die Struktur der Venen unterscheidet sich auch in Abhängigkeit von ihrer Lokalisation:

  • In der Körperperipherie sind die Venen mit Venenklappen ausgestattet, die aus 2 Segeln bestehen und einen Rückfluss des Blutes im Gefäß verhindern. Venen in den Beinen sind - bedingt durch den hydrostatischen Druck - stärker muskularisiert als in den oberen Körperregionen.
  • Die herznahen Venen bestehen überwiegend aus Bindegewebe und weisen kaum glatte Muskulatur auf, so dass sie ihren Querschnitt nicht verändern können.
  • Muskelfreie Venen existieren in Organen, die einen konstanten Blutfluß haben, wie z.B. im Gehirn und in der Retina.
  • Im Nebennierenmark findet man sogenannte Drosselvenen, die den Blutabfluss aus dem Gewebe regulieren.

5 Klinik

Venen sind ein idealer Zugang für die parenterale Zufuhr von Flüssigkeit und Medikamenten, oder um Blut für diagnostische Zwecke zu entnehmen. Die Venenpunktion gehört daher zu den wichtigsten ärztlichen Techniken.

5.1 Aspekt

Die oberflächlich gelegenen Venen des menschlichen Körpers sind mit bloßem Auge erkennbar. Sie erscheinen als bläuliche Vorwölbungen im oder über dem Hautniveau. Bei Stauung einer Extremität treten sie deutlicher hervor.

Oberflächliche Venen erscheinen blau, weil das langwellige rote Licht eine höhere Eindringtiefe in das Gewebe hat als kurzwelliges blaues Licht. Blaues Licht wird reflektiert, rotes absorbiert - dadurch erscheinen die Venen bis zu einer Gewebetiefe von 1 bis 2 Millimetern blau.

5.2 Erkrankungen

Die Erkrankungen der Venen sind die Domäne der Phlebologie. Wichtige Venenerkrankungen sind unter anderem:

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