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Retina

von lateinisch: rete - Netz, Garn
Synonyme: Netzhaut, innere Augenhaut, Tunica interna bulbi
Englisch: retina

1 Definition

Die Retina ist eine ca. 200 µm dicke Gewebsschicht, die das Innere des Auges wie eine Tapete auskleidet. Sie ist der sensorische Bereich des Auges und dient der Wahrnehmung von Lichtreizen.

2 Aufbau

Die äußerste Schicht der Retina liegt unmittelbar der Bruch-Membran an, einer membranartigen Verdickung der Aderhaut (Choroidea), von der die Retina leicht abgelöst werden kann. Die innerste Schicht grenzt an den Glaskörper (Corpus vitreum). Morphologisch und funktionell lässt sich die Retina nach mehreren Aspekten unterteilen:

2.1 ...nach Lichtempfindlichkeit

Der Übergang zwischen dem blinden und dem sehenden Teil der Netzhaut erfolgt im vorderen Teil des Bulbus oculi und ist an seinem gezackten Verlauf erkennbar. Die kreisrunde Verlaufslinie im Augeninneren wird auch als Ora serrata bezeichnet.

2.2 ...nach Morphologie

Die Pars optica retinae besteht aus verschiedenen Zelltypen, u.a. aus Photorezeptoren, Bipolarzellen, Horizontalzellen, Ganglienzellen, Müller-Zellen und amakrinen Zellen. Sie bilden zusammen ein komplexes dreidimensionales Zellnetzwerk, das eine funktionelle Einheit darstellt. Nach morphologischen Gesichtspunkten lässt sich die Pars optica retinae von außen nach innen in 10 Schichten unterteilen:

  1. Pigmentepithelschicht (Stratum pigmentosum retinae, RPE)
  2. Photorezeptorenschicht (Stratum neuroepitheliale retinae), mit
    1. Außensegment (Outer Segment, OS)
    2. Innensegment (Inner Segment, IS)
  3. Äußere Grenzmembran (Membrana limitans externa, Outer Limiting Membrane, OLM)
  4. Äußere Körnerschicht (Stratum nucleare externum, Outer Nuclear Layer, ONL)
  5. Äußere plexiforme Schicht (Stratum plexiforme externum, Outer Plexiform Layer, OPL)
  6. Innere Körnerschicht (Stratum nucleare internum, Inner Nuclear Layer, INL)
  7. Innere plexiforme Schicht (Stratum plexiforme internum, Inner Plexiform Layer, IPL)
  8. Ganglienzellschicht (Stratum ganglionare fasciculi optici, Ganglion Cell Layer, GCL)
  9. Nervenfaserschicht (Stratum neurofibrarum, Optic Fiber Layer, OFL)
  10. Innere Grenzmembran (Membrana limitans interna, Inner Limiting Membrane, ILM)

Die Schichten 2-10 werden auch als Stratum nervosum retinae zusammengefasst. Manche Lehrbücher sehen sie als eigentliche Netzhaut an und ordnen der Retina dann nur 9 Schichten zu.

2.3 ...nach Funktion

Neben der rein morphologischen Schichtung kann man die Retina auch nach funktionellen Gesichtspunkten unterteilen. Eine funktionelle Schicht fasst mehrere morphologische Schichten der oberen Tabelle zusammen (Zahlenangaben):

  • Pigmentepithelschicht: 1
  • Erstes retinales Neuron - Neuroepithelschicht: 2, 3, 4
  • Zweites retinales Neuron - Retinale Ganglienzellschicht: 5, 6, 7
  • Drittes retinales Neuron - Ganglienzellschicht des Nervus opticus: 8, 9, 10

3 Klinik

Die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Retina sind die Domäne der Ophthalmologie. Da die Retina ein relativ kleiner Gewebebereich ist, haben meist schon geringe pathologische Veränderungen eine große medizinische Bedeutung, da sie schnell zu einem Sehverlust und damit zu einer zu erheblichen Behinderung führen.

3.1 Erkrankungen der Retina

Zu den Erkankungen der Retina zählen u.a.:

3.2 Diagnostische Verfahren zur Untersuchung der Retina

Tags:

Fachgebiete: Augenheilkunde, Sehorgan

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